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RB-Profi Emil Forsberg ist beim Auftakt gesetzt

"Ich schaue nicht gerne zurück" RB-Profi Emil Forsberg ist beim Auftakt gesetzt

In der vergangenen Saison ging der schwedische Flügelflitzer noch leer aus. Nun soll alles anders werden. Mit einem Emil Forsberg, 23, in Gala-Form tritt Leipzig am Sonnabend, 15.30 Uhr, beim FSV Frankfurt an.

Der Ball ist sein Freund: RB-Flügelstürmer Emil Forsberg.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Leipzig. Als der schwedische Nationalspieler Emil Forsberg im Januar von Malmö FF zu den Roten Bullen stieß, hatte er seine Freundin und Vorschusslorbeer im Gepäck. Ja, dieser vier Millionen Euro teure Flügelflitzer würde die Rasenballer in die Bundesliga schießen. Irrige Annahme. Forsberg ging gänzlich leer aus, RB landete auf Platz fünf. Jetzt soll alles erfrischend anders werden. Mit einem Emil Forsberg, 23, in Gala-Form tritt Leipzig am Sonnabend, 15.30 Uhr, beim FSV Frankfurt an.

LVZ : Die jüngsten Erinnerungen an den FSV sind unschön. Erstes Spiel unter Achim Beierlorzer, Bock von Fabio Coltorti, 0:1-Pleite.

Forsberg : Ich schaue nicht gerne zurück. Wir fahren mit großem Selbstbewusstsein nach Frankfurt.

Das worauf beruht?

Auf unserer in jeder Hinsicht guten Vorbereitung. Wir haben hart gearbeitet, uns im Großen und Kleinen verbessert.

Jetzt müssen Sie das Rundumsorglospaket nur noch vom Trainingsplatz aufs Spielfeld bringen.

Wir haben nicht nur gut trainiert, sondern auch in den sieben Testspielen den Fußball gespielt, den wir spielen wollen. Aggressiv, offensiv, schnell.

Wenn der Ernstfall angepfiffen wird, werden Testspiele zu Schall und Rauch.

Nicht für uns. Uns gibt die Vorbereitung ein gutes Gefühl. Wir sind bereit.

Sie sind nicht nur in Frankfurt Favorit.

Wir müssen in jedem Spiel zeigen, was wir drauf haben. Wenn wir das in Frankfurt nicht zeigen, werden wir es schwer haben, dort zu gewinnen.

Und wenn es weniger gut läuft, muss die neue Waffe Standardsituationen zünden?

Wir haben extrem an unseren Ecken, Freistößen, Einwürfen gearbeitet. Standards sind im heutigen Fußball brutal wichtig. Es gibt keine riesigen Leistungsunterschiede, viele Mannschaften neutralisieren sich gegenseitig. Da kann ein Standard entscheidend sein. Wir sind gut aufgestellt, personell und auch was die Varianten angeht. Unser Trainer ist da sehr Detail versessen.

Ist die zweite Liga die stärkste der Welt?

Ich kenne nicht alle zweiten Ligen weltweit, aber es wird schon so sein. Es geht zur Sache, alle rennen von der ersten bis zur 90 Minute im Sprint.

Ist die zweite deutsche Liga stärker als die schwedische erste?

Natürlich ist sie das.

Hatten Sie auch deshalb Umstellungsprobleme, als Sie im Januar zu RB stießen?

Es war alles neu für mich. Das Land, die Sprache, das Spielsystem, die Laufwege. Null Rückrunden-Tore - das geht natürlich gar nicht, das war sehr enttäuschend. Ich habe mein Leben lang Tore geschossen. Aber man darf den Glauben an sich nicht verlieren.

In den Testpartien haben sie dreimal getroffen. Ist der Knoten geplatzt?

Es geht weniger um mich oder irgendwelche Knoten. Wichtig ist, dass wir alle im System funktionieren und unsere Aufgabe erfüllen.

Und das tun Sie im offensiven Mittelfeld offenbar ganz gut.

Wenn Sie das sagen. Ich fühle mich fit, habe Spaß mit den Jungs. Und die Atmosphäre ist trotz des großen Konkurrenzkampfes klasse.

Wie viele Zweitliga-Tore haben Sie sich zum Ziel gesetzt?

Ich will zwölf Tore schießen.

Dürfen es auch mehr werden?

Zwölf sind in dieser Liga schon eine Menge. Aber: ja, gerne.

Wie vergnüglich ist es mit Ralf Rangnick?

Er ist sehr intensiv. Er will das Beste von uns sehen. Jeden Tag. Das ist sein gutes Recht. Und er hat jeden Tag neue Ideen, wie er uns und unser Spiel besser machen kann. Der Coach ist extrem ehrgeizig. Aber das sind wir auch. Wir wollen Erfolg haben. Und Spaß.

Spaß?

Ohne geht es beim Fußball nicht. Wenn Du Dir vorm Spiel und im Spiel in die Hose machst, wird das nichts. Spaß ist nicht gleichbedeutend mit fehlender Einstellung. Sie können mir glauben, dass bei uns immer Zug drin ist. Wer nicht gut trainiert, spielt nicht. So muss das sein.

Ihr Deutsch wächst und gedeiht. Sind Sie ein Sprachen-Talent?

Ich hatte in der Schule Deutsch-Unterricht und übe dreimal die Woche mit unserer Dolmetscherin Raquel. Auf dem Platz und in der Kabine wird deutsch gesprochen. Da legt der Trainer großen Wert drauf. Kommunikation ist wichtig.

Insbesondere bei einem System, das so kompliziert wie der Bauplan eines Atom-U-Boots ist.

Unsere Philosophie ist sehr anspruchsvoll. Für Kopf und Beine. Aber wenn wir es so umsetzen, wie es sein soll, sind wir ein sehr unangenehmer Gegner.

Wie wohl fühlt man sich als junger, alter Schwede im 1000-jährigen Leipzig?

Superwohl. Meine Freundin und ich waren gleich in die Stadt verliebt.

Ist Leipzig im Sommer 2016 auch sportlich erstklassig?

Daran arbeiten wir mit allem, was wir haben. Und wir haben eine Menge.

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