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RB-Sportdirektor Rangnick im Interview: „Wir jagen keinen Spieler vom Hof“

RB-Sportdirektor Rangnick im Interview: „Wir jagen keinen Spieler vom Hof“

Das Transferfenster ist zu, zig Fußballer und zig Millionen Euro wechselten den Besitzer. Red-Bull-Sportdirektor Ralf Rangnick, 56, verkaufte Salzburgs Stürmer Sadio Mané, 22, für 15 Millionen Euro an den FC Southampton – Rekordtransfer für Österreich! Auch in Leipzig legte Rangnick Hand an, machte den Zweitliga-Kader windschnittiger, delegierte Denis Thomalla, 22, nach Ried und ließ/lobte Tobias Willers, 27, zum VfL Osnabrück.

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Ralf Rangnick

Quelle: GEPA pictures

Leipzig. Rangnick über Nachtarbeit mit fetter Rendite, Dortmunder Gelüste, Alexander „Gnadenlos“ Zorniger und Konzentration aufs Kerngeschäft im Fall eines Leipziger Aufstiegs.

Der Sportkamerad Mané wollte weg, konnte/wollte RB Salzburg auf dem Weg in die Gruppenphase der Champions League nicht helfen. Jetzt hat er seinen Willen bekommen. Hilft die 400-prozentige Rendite für Mané über den Frust des Ausscheidens hinweg?

Nein, die Champions League wäre mir natürlich lieber. Als Sadio beim Training fehlte und wir in Malmö ohne ihn ausgeschieden sind, war klar, dass alle an einer Lösung arbeiten müssen. Die wurde Montag Nacht zehn Minuten vor der Deadline gefunden.

Auch Dortmund hatte angeklopft, wollte offenbar einen adäquaten Ersatz für den langfristig kaum zu haltenden Marco Reus in Stellung bringen.

Das mit Reus haben Sie gesagt. Fakt ist, dass der BVB Sadio erst im kommenden Sommer holen wollte. So lang wollte der Spieler aber nicht warten.

War RB Leipzig zu irgendeinem Zeitpunkt Thema?

Ein Bundesligist RB Leipzig wäre natürlich Thema gewesen, ein Zweitligist nicht. Wenn wir wüssten, dass Leipzig 2015 Erstligist ist, hätten wir mit Sadio zumindest darüber sprechen können.

Mit Tobias Willers und Denis Thomalla verlassen zwei Profis RB. Halb zog es sie, halb sanken sie hin?

Wir jagen grundsätzlich keinen Spieler vom Hof, sind aber immer um ehrlichen Umgang bemüht. Denis ist 22, der muss jetzt spielen. Dazu kommt er in Ried besser als bei uns. Wenn Boyd und Rebic richtig fit sind, wären die Chancen von Denis bei uns sicher nicht gewachsen. Bei Tobi ist es ähnlich. Wir haben Marvin Compper und Lukas Klostermann geholt, da hätte es Tobi noch schwerer als bisher gehabt.

Acht Punkte aus vier Zweitligaspielen ...

... sind zwei im Schnitt. Wenn es in diesem Stil weiter geht...

... steigt man auf, Herr Rangnick.

Für uns ist wichtig, dass wir unsere Art des Fußballs zeigen und stetig verbessern. Wenn uns das gelingt, kommen die Ergebnisse automatisch.

Und damit der dritte Aufstieg hintereinander.

Sie können gerne weiter über einen Aufstieg spekulieren, das bringt uns keine Punkte.

Andersrum: Käme die Bundesliga zu früh?

Kein Aufstieg kann zu früh kommen. Sie sollten die Tabelle nicht überbewerten, Aussagekraft hat sie zum ersten Mal nach etwa zehn Spielen. Außerdem sind unsere acht Punkte gegen Mannschaften zustande gekommen, die ich nicht zu den absoluten Spitzenteams zählen würde.

Der Pokalsieg gegen Paderborn wurde durch den sensationellen Start der Paderborner aufgewertet. Sie haben sozusagen gegen ein kommendes Champions-League-Team 2:1 gewonnen.

Sie haben eine blühende Fantasie.

Ihr Cheftrainer Alexander Zorniger hat Ante Rebic in Frankfurt via Ein -und Auswechslung einen Einlauf verpasst. Musste das sein?

Das können sie mit dem Trainer besprechen.

Hat der Trainer Rangnick Spieler ein -und wieder ausgewechselt?

Hat er, ein oder zweimal.

Wen?

Weiß ich nicht mehr.

Sie hätten um ein Haar einen weiteren Torhüter geholt. Sind Sie froh, dass es nicht geklappt hat?

Wir haben nach der Verletzung von Fabio Coltorti den Markt sondiert und kein Gesamtpaket gefunden, bei dem wir gesagt haben, das müssen wir jetzt machen. Benny Bellot macht das klasse, kann bei null Gegentoren in vier Spielen nicht erfolgreicher sein.

Falls Leipzig eines fernen Tages in die Bundesliga aufsteigt, nehmen Sie Ihren Hut als Sportdirektor in Salzburg. Diese Ankündigung nimmt man Ihnen in Österreich übel.

Wenn beide RB-Teams erstklassig spielen, können sich auch beide für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren. Dann kann es laut UEFA keinen gemeinsamen Sportdirektor geben. Andernfalls würde die UEFA auf den Koeffizienten schauen und nur einen RB-Club europäisch starten lassen. Das wäre nach Stand der Dinge Salzburg. Auch wenn ich nicht mehr Sportdirektor in Salzburg bin, bin ich ja nicht aus der Welt. An unserer Ausrichtung hat sich nichts geändert: Wir wollen in beiden Standorten maximalen Erfolg.

Guido Schäfer

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