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RB-Trainer Rangnick: „Die Standards haben wir dumm produziert“

Nach dem Zittersieg gegen Nürnberg RB-Trainer Rangnick: „Die Standards haben wir dumm produziert“

In der Offensive dominant, in der Abwehr anfällig: RB Leipzig hat am Sonntag gewackelt, rettete den Sieg gegen Nürnberg aber über die Zeit. Bei den Roten Bullen hat die Ursachensuche begonnen.

Fühlte sich an Stuttgarter Zeiten erinnert: Ralf Rangnick.
 

Quelle: Gepa

Leipzig.  Wie sehr RB Leipzig am Sonntag das Spiel gegen den 1. FC Nürnberg bis auf die kritische Schlussphase dominiert hat, zeigt allein ein statistischer Wert: Ihre erste Ecke bekamen die Franken in der Nachspielzeit. Niclas Füllkrug stocherte Sekunden später zwar den Ball über die Linie, stand zum Glück für die Roten Bullen aber im Abseits.

RB-Trainer Ralf Rangnick fühlte sich in dieser Situation 15 Jahre zurückversetzt. „So etwas habe ich erst einmal in meiner Laufbahn erlebt, damals haben wir aber tatsächlich noch das 3:3 bekommen“, so der Trainer. Es war der 20. Mai 2000 und Rangnick saß damals auf dem Trainerstuhl des VfB Stuttgart. Die Schwaben führten in der 38. Minute gegen Arminia Bielefeld mit 3:0. Bis zur 75. Minute holten die Ostwestfalen schließlich den Rückstand auf und fuhren schließlich mit einem Punkt im Gepäck nach Hause.

Nürnberg wollte nur Schadensbegrenzung

Nürnberg war am Sonntag nach den drei frühen Gegentreffern in der eigenen Hälfte abgetaucht und wollte nicht noch höher in Rückstand geraten. „Wir haben Schadensbegrenzung betrieben, das ist uns dann bis zur Halbzeit auch gelungen“, sagte Nürnbergs Trainer Rene Weiler.

RB Leipzig empfing den 1. FC Nürnberg am Sonntag zum Zweitliga-Heimspiel in der Red-Bull-Arena. Fotos: Christian Modla

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Auch in der zweiten Hälfte schafften es die Gäste zunächst nur selten bis in die gegnerische Gefahrenzone. „Die wenigen Chancen wollten wir aber nutzen“, so Weiler. Und diese Gelegenheiten boten sich in der Schlussviertelstunde. Bei RB wussten Verantwortliche und Spieler nach intensivem Videostudium: Ecke und Freistöße müssen gegen Nürnberg verhindert werden. Bei ruhenden Bällen sind die Franken so stark wie kein zweites Team in der Liga.

„Die Standards haben wir dumm produziert, waren dann zweimal nicht aufmerksam und nach dem zweiten Tor war es auch psychologisch ein anderes Spiel. Letztlich hatten wir sogar Glück, dass es für uns beim 3:2 geblieben ist“, sagte Rangnick nach dem Spiel.

Der Trainer trug seinen Teil bei und wich von einem sonst eisernen Grundsatz ab. Er wechselte zwischen Freistoßpfiff und Ausführung gleich zwei Spieler aus. Davie Selke und Massimo Bruno mussten in der 61. Minute vom Feld. Vor allem der Doppeltorschütze hätte gern noch weiter gespielt. Rangnick gestand anschließend ein, dass er Selke auf dem Platz gelassen hätte, wenn er die Nürnberger Aufholjagd geahnt hätte. „Hinterher ist man immer schlauer“, so der Coach. Allerdings: Selke und auch Bruno durften sich nach ihren frühen gelben Karten in der ersten Halbzeit nicht mehr viel erlauben und wandelten in der entscheidenden Spielphase am Rande eines Platzverweises.

RB spielt 551 Pässe

Eine richtige Erklärung für die Zittereinlage hatte bei den Leipzigern am Sonntag noch niemand. Die Statistik weist RB als das überlegene Team aus. Nur zwei Werte machen das deutlich. Die Leipziger haben 551 Pässe gespielt, davon waren 82 Prozent erfolgreich. Nürnberg schaffte nur 282 Pässe mit einer Erfolgsquote von 65,3 Prozent.

„Warum es noch einmal so spannend geworden ist, ist eine Frage, die wir aufarbeiten müssen“, so Selke. Einen Aspekt hat der Coach allerdings sofort analysiert. „Wir haben in der zweiten Halbzeit zu viel hin und her gespielt, das sah aus wie beim Hallenhandball“, so Rangnick.

Der Trainer hat durch die Länderspielpause nun Zeit, an den Stellschrauben im Team nachzujustieren. Die nächste Aufgabe in der Liga hat es nämlich in sich. RB muss am 18. Oktober bei Spitzenreiter VfL Bochum antreten. Mit einem weiteren Sieg wären die Roten Bullen mittendrin in der Spitzengruppe der Tabelle. „Wir wollen dort nachlegen. Denn wir brauchen jetzt mal so etwas wie einen Ergebnislauf. Das wird nicht leicht, aber mit unserer Art Fußball zu spielen, spielen wir immer auf Sieg", so Rangnick.

 

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