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RB-Trainer Rangnick: „Wir haben jetzt Druck im Kessel“

Vor dem Union-Spiel RB-Trainer Rangnick: „Wir haben jetzt Druck im Kessel“

Die Auswertung war schonungslos: Per Videoanalyse führte RB-Coach Ralf Rangnick seiner Mannschaft die Fehler im Spiel gegen den FC St.Pauli vor Augen. Nicht schmeichelhaft für Emil Forsberg und Davie Selke: „Die standen da wie Pat und Patachon“, so der Trainer. Nun wartet der 1. FC Union Berlin.

Rasenballsport Trainer Ralf Rangnick.

Quelle: dpa

Es ist das erste Schlüsselspiel für RB Leipzig in dieser Saison. Mit einem Erfolg am Freitagabend beim 1. FC Union Berlin würde der Aufstiegsfavorit wieder Tuchfühlung zu den Spitzenplätzen aufnehmen, bei einer erneuten Pleite ginge die Reise ab ins Mittelfeld der 2. Bundesliga. „Wir haben jetzt Druck im Kessel, ein Sieg täte uns gut“, sagte RB-Trainer Ralf Rangnick.
 
Die Niederlage gegen den FC St. Pauli hat der Coach seinen Spielern per Videoanalyse noch einmal deutlich vor Augen geführt. Mit den ersten 25 Minuten war er überaus zufrieden, über die Zeit danach bestand dringender Redebedarf. Da rückte die Mannschaft nämlich vom besprochenen Matchplan ab und kam so in Schwierigkeiten.

Linke 10 rückt in die Mitte

Rangnick machte die Fehler gleich an mehreren Beispielen fest. Emil Forsberg gab nach einer halben Stunde seine Position einfach auf. „Er sollte als linke 10 spielen“, so Rangnick. Was machte der Schwede? Er tauchte plötzlich zentral in Mittelstürmerposition auf. Dort tummelte sich auch schon Davie Selke. „Sie hätten Händchen halten können, standen da wie Pat und Patachon“, bemühte der Trainer einen Vergleich mit dem dänischen Komikerduo aus der Stummfilmzeit.
 
Auch andere Spieler bekamen ihr Fett weg. Marcel Sabitzer gehörte dazu: „Er wechselte auf Rechtsaußen, obwohl Georg Teigl dort zehn Meter dahinter war.“ Auch Anthony Jung schloss Rangnick mit in seine Kritik ein: „Er spielte zu weit hinten, hatte zu wenige Aktionen nach vorn“, so der Coach.
 
Die Folge: Leipzigs Defensive hatte keine freien Anspielstationen in der kritischen Zone von St. Pauli. „Am Ende sind wir vier Kilometer mehr als St. Pauli gelaufen“, erklärte Rangnick. In Berlin müsse das besser werden.

Rangnick baut Mannschaft um
 
Seine Mannschaft baut der Trainer auch aus der Not heraus um. Kapitän Dominik Kaiser fällt mit einem Virus im Magen-Darm-Bereich definitiv aus. Außerdem fehlt Innenverteidiger Tim Sebastian nach seiner Zerrung. Stefan Hierländer steigt zwar wieder ins Mannschaftstraining ein, ist aber am Freitag noch kein Thema. Im Mittelfeld drängen so Rani Khedira und Diego Demme in die Startelf.
 
Im Abwehrzentrum muss sich Rangnick zwischen Stefan Ilsanker und Lukas Klostermann entscheiden. Einiges spricht für den Österreicher, der schon gegen St. Pauli für Sebastian einsprang. „Er hat bereits in Salzburg oft auf dieser Position gespielt“, so Rangnick. Der Österreicher jedenfalls freut sich auf die Wuhlheide: Das enge Stadion und die lauten Fans seien genau nach seinem Geschmack. Ein Bild vom gegnerischen Anhang hat er sich schon im vergangenen Jahr per TV-Übertragung gemacht. Damals wähnten die Berliner den Untergang der Fußballkultur und schlüpften aus Protest gegen RB in schwarze Müllsäcke. „Das hat lustig ausgeschaut“, findet Ilsanker.
 
Der 1. FC Union läuft in diesem Jahr den eigenen Ansprüchen noch deutlich hinterher. Drei Punkte aus vier Spielen lautet die magere Ausbeute. Vor der Saison gaben die Köpenicker Platz eins bis sechs als Saisonziel aus. Rangnick warnt: „Die stören schon am gegnerischen 16-Meter-Raum, das ist schon auffällig.“
 
Neben der Spielvorbereitung beobachten die Verantwortlichen von RB Leipzig doch noch einmal den Transfermarkt. „Ich schließe nicht aus, dass wir noch jemanden holen“, verriet Rangnick. Ein Innenverteidiger werde es nicht sein, weitere Details wolle er nicht nennen. Nur so viel: Wenn ein Neuer kommt, muss ein anderer Spieler aus dem aktuellen Kader weichen, dann voraussichtlich per Leihgeschäft. Die Wechselperiode endet am kommenden Montag um 12 Uhr.

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