Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

Google+ Instagram YouTube
RB-Verteidiger Jung: „Es ist schön, wenn die Fans gegen uns sind“

Vor dem Braunschweig-Spiel RB-Verteidiger Jung: „Es ist schön, wenn die Fans gegen uns sind“

Er will nicht von gegnerischen Fans geliebt werden und zieht aus Schmähgesängen Kraft: Anthony Jung freut sich auf die Kulisse in Braunschweig. Sein Trainer Ralf Rangnick relativiert dagegen Aussagen über Osnabrück. Der VfL und RB Leipzig sind für eine Wiederholung der abgebrochenen Pokal-Partie.

RB-Verteidiger Anthony Jung lässt sich von gegnerischen Schmähgesängen motivieren.

Quelle: dpa

Leipzig. Nach dem Hexenkessel von Osnabrück ist vor der stimmgewaltigen Kulisse in Braunschweig: Wenn die Zweitligafußballer von RB Leipzig am Sonnabend um 13 Uhr bei den Niedersachsen von der Eintracht auflaufen, wird ihnen erneut der rote Teppich verwehrt. Die Erinnerungen an das Gastspiel in der vergangenen Saison an einem Montagabend sind bei den Roten Bullen noch frisch. 90 Minuten lang spielten sie gegen eine verbale Wand der Ablehnung.

Zumindest ein RB-Profi mag solche Kulissen. „Für uns Spieler ist es schön, wenn die Fans gegen uns sind“, findet Linksverteidiger Anthony Jung. Das sieht vielleicht nicht jeder so, Jung erklärt aber seine Vorliebe. „Das motiviert mich noch einmal extra, das nehme ich mit in die Zweikämpfe“, sagt er.

Sportlich will RB mindestens eine Schippe drauflegen. Trainer Ralf Rangnick ärgert das schnelle Gegentor beim Pokalspiel in Osnabrück nach 20 Sekunden noch immer. „Da stehen beim Anstoß acht Mann an der Mittellinie, da war doch klar, was sie vorhaben“, so der Coach. Seine Mannschaft müsse in ihrer Spielweise „unangenehmer“ werden, wenn der Gegner den Ball hat und in der Offensive selbst agieren.

Nukan und Hierländer fehlen in der Defensive

Den Kader der Roten Bullen muss der Übungsleiter umbauen. Atinc Nukan fällt mit seiner Knieverletzung mindestens vier Wochen aus. Am Donnerstag wurde der Innenverteidiger noch einmal in Augsburg untersucht. Stefan Hierländer trainierte wegen einer Prellung des Wadenbeinköpfchens zwei Tage nicht mit der Mannschaft und erhält voraussichtlich auch eine Pause. Dafür stehen Tim Sebastian und Georg Teigl vor einem Comeback in der Startelf. Auch Lukas Klostermann ist ein Thema. „Zwei von den drei werden spielen“, kündigte Rangnick an.

Auch wenn das Spiel gegen den VfL Osnabrück offiziell abgehakt ist und jetzt die volle Konzentration den Braunschweigern gilt, war der Abbruch der Partie auch am Donnerstag noch einmal Thema. Rangnick relativierte seine Aussagen zur Sicherheit im Stadion an der Bremer Brücke. „Ich hätte mit Frau, Kind und Familie gar nicht gewusst, wo ich hätte sitzen oder stehen können, um mich halbwegs sicher zu fühlen“, sagte der Trainer am Dienstag.

Zwei Tage später erklärte er nun, dass es ihm um die permanenten Beleidigungen durch das meist männliche Osnabrücker Publikum gegangen sei und nicht um drohende körperliche Übergriffe. „Ich hätte nicht gewollt, dass meine Kinder so etwas hören. Das war ein Jargon, der in meinem Sprachgebrauch nicht existiert“, so Rangnick. Eine Lösung gegen diese verbalen Entgleisungen lieferte der 57-Jährige gleich mit. „Das müsste man den Ehefrauen zu Hause hinterher mal vorspielen, die Gespräche am Abendbrottisch würden mich interessieren“, sagte der Trainer.

Rangnick: „Bayern kann beruhigt sein“

Für Schlagzeilen sorgte Rangnick am Donnerstag auch mit einer anderen Aussage. Im Interview mit der BILD äußerte sich der RB-Trainer zu einer möglichen Verpflichtung von WM-Held Mario Götze und Trainer Jürgen Klopp. „Wenn wir schon in der Bundesliga wären, würde ich mich ernsthaft mit ihm beschäftigen“, sagte Rangnick über Götze. Und zu einem möglichen Engagement von Klopp: „Wir müssen erstmal aufsteigen und Jürgen müsste auf dem Markt sein.“

Bundesweit sorgte er damit auf den Nachrichtenportalen für Schlagzeilen. Rangnick verfolgte den Medienrummel amüsiert. „Ich habe auf die Fragen mit einem Augenzwinkern geantwortet“, erklärte er. Der Kader von RB sei in dieser Saison komplett, da werde nicht mehr nachgebessert. Auch für das Transferfenster im Winter sind im Augenblick keine Verpflichtungen geplant. „Wir werden Götze nicht anfragen, Bayern kann beruhigt sein“, so Rangnick.

Osnabrück und RB plädieren für Spielwiederholung

Der VfL Osnabrück und RB Leipzig haben drei Tage nach der abgebrochenen Pokalpartie ihre Stellungnahmen beim DFB abgegeben. Darin plädieren beide Clubs für eine Wiederholung des Spiels. In der Stellungnahme sei ausdrücklich erwähnt worden, dass Leipzig dazu bereit ist, teilte ein Sprecher des Zweitligisten mit. „Wir sind ebenso wie Leipzig der Auffassung, dass eine Wiederholung die beste Lösung ist“, sagte VfL-Präsident Hermann Queckenstedt. Ob der VfL eine Wertung des Spiels für die Leipziger anfechten würde, ließ der Drittligist offen. „Wir lesen erstmal das Urteil, wenn es da ist“, sagte der Vereinschef. Mit einem Urteil des DFB-Sportgerichts wird am Freitag gerechnet. Akzeptieren beide Clubs die Entscheidung, könnte wie geplant am Abend die Auslosung der zweiten Runde des DFB-Pokals erfolgen. Andernfalls würde sie verschoben. „Die Auslosung findet nur dann statt, wenn Rechtssicherheit vorliegt“, hatte der DFB erklärt. Die Chancen auf ein Wiederholungsspiel werden als gering eingeschätzt. Um die Fahndung nach dem Werfer zu unterstützen, haben die Osnabrücker eine Belohnung von 5000 Euro für sachdienliche Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des Feuerzeug-Werfers führen. „Es gibt schon etliche Hinweise, aber wir möchten Nachdruck hinter die Sache bringen“, sagte der VfL-Präsident.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News

Jede Woche im LVZ-Tippspiel zur Saison 2016/17 regionale Partien tippen und tolle Preise gewinnen! mehr