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Ralf Rangnick vor dem Bayern-Spiel: „Die Außenseiter-Rolle liegt uns“

RB Leipzig vor dem Gipfeltreffen Ralf Rangnick vor dem Bayern-Spiel: „Die Außenseiter-Rolle liegt uns“

FC Bayern gegen RB Leipzig: Es ist das überraschende Gipfeltreffen am Mittwoch in München. Sportdirektor Ralf Rangnick sieht seine Roten Bullen im psychologischen Vorteil.

Unzertrennlich nach dem Hertha-Spiel: Ralf Rangnick (links) und RB-Coach Ralph Hasenhüttl.
 

Quelle: dpa

Leipzig - .  Ralf Rangnick sieht seine Mannschaft vor dem Bundesliga-Gipfel am Mittwoch bei Bayern München (20 Uhr/Sky) psychologisch im Vorteil. Bayern müsse gewinnen, seinem RB Leipzig würde man eine Niederlage verzeihen, sagt der Sportdirektor (58) im Interview.

Herr Rangnick, Erster gegen Zweiter, Bayern gegen Leipzig zum Jahresausklang. Kann Leipzig sich selbst das größte Weihnachtsgeschenk machen und die Sensation schaffen?

Rangnick: „Für uns ist das ein Bonusspiel. Ein Spiel, in das wir als Außenseiter gehen. Aber das ist eine Rolle, die uns liegt. Wir wollen an die guten Leistungen aus dem Spiel gegen Hertha anknüpfen und dabei vielleicht sogar noch eine Schippe drauflegen.“

Sie waren selbst lange Trainer. Worauf kommt es in München an, wenn man gewinnen will?

Rangnick: „Die Mannschaft, die sich von Bayern ausnahmslos in die Defensive drängen lässt, hat dort am Ende in der Regel keine Chance. Unsere Spielweise ist von hoher Laufbereitschaft, von Aggressivität und Leidenschaft geprägt. Wir wollen in München unser Spiel auf den Platz bringen. Wir haben allerdings auch noch nie gegen eine Mannschaft gespielt, deren Einzelspieler eine solche Qualität haben.“

Im Gegensatz zu den Bayern müssen sie nicht siegen, oder?

Rangnick: „Ja, so sehe ich das auch. Wenn wir gewinnen würden, wäre das eine ziemlich große Überraschung. Alles andere als ein Bayern-Sieg wäre aus Münchner Sicht eher eine Enttäuschung.“

Sind Sie selbst überrascht, dass sich ihre Mannschaft nach nur einem halben Jahr in der Bundesliga schon fast mit den Bayern auf Augenhöhe befindet?

Rangnick: „Jeder in Deutschland und auch wir in Leipzig sind natürlich von dieser fantastischen Hinrunde überrascht worden. Niemand konnte erwarten, dass wir nach 15 Spielen 36 Punkte haben. Das ist ein Punkteschnitt von 2,4. Diesbezüglich sind wir mit den Bayern derzeit auf Augenhöhe. Aber was alle anderen Parameter angeht, sind wir noch meilenweit von ihnen entfernt.“

Dennoch dürfen Sie mittlerweile schon etwas vom Titel träumen?

Rangnick: „Bei uns träumt keiner. Wir beschäftigen uns mit dem nächsten Trainingstag oder mit dem nächsten Spiel. Weiter voraus schaut bei uns keiner.“

Erinnert Sie die Situation an Hoffenheim, als Sie mit dem Aufsteiger auch gleich Herbstmeister wurden?

Rangnick: „Ich werde ja mehr oder weniger gezwungen, daran zu denken, weil ich immer wieder danach gefragt werde. Aber zum einen ist das Ganze jetzt schon acht Jahre her, zum anderen glaube ich auch nicht, dass man beide Mannschaften miteinander vergleichen kann, nicht unsere, aber auch nicht die der Bayern mit der Mannschaft von damals. Wenn uns das Beispiel Hoffenheim etwas sagt, dann wie viel ein Herbstmeistertitel wert ist. Nämlich so gut wie gar nichts.“

Sehen sie die Bayern schon bei 100 Prozent?

Rangnick: „Ich sehe, dass bei ihnen in den letzten drei Wochen die Formkurve wieder ein wenig nach oben zeigt. Es wäre vom Zeitpunkt wohl angenehmer gewesen, vor drei oder vier Wochen gegen sie zu spielen als jetzt. Aber das ist ja kein Wunschkonzert.“

Bundesliga-Aufstieg mit der Mannschaft als Trainer, nun vielleicht Platz eins zum Jahresende: War das für Sie ein perfektes Jahr?

Rangnick: „Ja, denn weiter runter als Platz zwei geht es für uns in diesem Jahr nicht mehr. Das war sportlich ein Traumjahr. Wenn mir das vorher jemand gesagt hätte, hätte ich das auch nicht geglaubt. Der Verein hat sich auch sonst enorm entwickelt, zum Beispiel was die Sympathie- und Imagewerte angeht. Es gibt immer mehr Menschen, die uns den Erfolg gönnen. Das spüren wir, nicht nur in Leipzig, auch in anderen Städten Deutschlands. Es äußern immer mehr Menschen Anerkennung für uns, und auch die bundesweite Akzeptanz steigt stetig.“

Von Interview: Nikolaj Stobbe

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