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Ralf Rangnick wird Trainer bei RB Leipzig

Fußball Ralf Rangnick wird Trainer bei RB Leipzig

Nun also doch: Ralf Rangnick kehrt zurück auf die Trainerbank und wird Coach von RB Leipzig. Der Verein will um 11 Uhr bei einer Pressekonferenz im Vereinsheim am Neumarkt weitere Details verkünden. Rangnicks Engagement als Übungsleiter ist zunächst für ein Jahr geplant.

Selbst ist der Sportdirektor: Ralf Rangnick übernimmt wohl den Trainerposten bei RB Leipzig.

Quelle: Christian Modla

Leipzig.. Keine Pressekonferenz, kein Mediengespräch ohne die T-Frage: In den vergangenen Wochen recherchierten, diskutierten und spekulierten die RB-Berichterstatter über den neuen Coach. Vor allem nach der zunächst sicher geglaubten Verpflichtung und der dann erfolgten Absage von Thomas Tuchel kamen immer neue Namen auf den Tisch. Zuletzt standen der Leverkusener Sascha Lewandowski und der Paderborner André Breitenreiter hoch im Kurs. Lewandowski wird inzwischen mit Eintracht Frankfurt in Verbindung gebracht, bei Breitenreiter dementierte RB Leipzig umgehend.

Blieb also noch Interims-Coach Achim Beierlorzer. Der Franke betonte stets: „Ich bin auch im kommenden Jahr Trainer bei RB.“ Die Frage war dabei nur: für welche Mannschaft? Beierlorzer besitzt noch einen Vertrag bis 2016 und wird nun wieder zurück in den Nachwuchs wechseln. Vor seinem Job bei den Männern betreute er bereits erfolgreich die U 17 am Cottaweg.

RB-Trainer Rangnick: "Sinnvollste Lösung"

Dabei sprach zwischenzeitlich viel für eine Dauerlösung Beierlorzer. Der stets gut gelaunte und umgängliche 47-Jährige führte den Zweitligisten mit Siegen gegen Bochum und Darmstadt sowie einem Unentschieden in Kaiserslautern zurück in die Erfolgsspur. Plötzlich war sogar der Aufstieg wieder greifbar. Nach drei Niederlagen in Folge kehrte aber schnell Ernüchterung ein. Beierlorzer deutete schon nach dem letzten Saisonspiel seinen Rückzug vom Cheftrainerposten an. „Ich war an der Planung für neue Spieler beteiligt, an der Umsetzung nicht mehr“, antwortete er auf die Frage, wer denn nun für die neun vor der Partie gegen Greuther Fürth verabschiedeten Spieler zu den Roten Bullen kommt.

Nun übernimmt Rangnick also selbst, wie Bild und Sport Bild berichten. Der 56-Jährige hatte diese Lösung in den vergangenen Monaten stets ausgeschlossen. Er verwies dabei immer wieder auf seinen Arbeitsumfang als Sportdirektor. Rangnick hat zuletzt 2011 als Trainer gearbeitet und Bundesligist Schalke 04 zum DFB-Pokalsieg geführt. Am 22. September 2011 war er dort aus persönlichen Gründen zurückgetreten. Seit Juni 2012 arbeitet Rangnick als Sportdirektor von Red Bull Salzburg und Leipzig. Er hatte allerdings bereits im Januar seinen Rückzug in Salzburg zum Ende der Saison angekündigt, da er sich ganz auf Leipzig konzentrieren wolle. In der Messestadt hat er sich inzwischen eingerichtet und eine Wohnung im Waldstraßenviertel mit Blick aufs Rosental bezogen.

Ganz losgelassen hat Rangnick vom Trainergeschäft nie. Die Handschrift des Spiels trug auch stets seine Federstriche. Wenn bei der Taktik in den vergangenen Jahren von einem System Zorniger gesprochen wurde, hieß es hinter vorgehaltener Hand, dass sei auch das System Rangnick. Mit anderen Worten: Der Sportdirektor hat der fußballerischen Ausrichtung der Mannschaft seinen Stempel aufgedrückt. Beierlorzer hatte damit kein Problem. „Ich wäre doch dumm, wenn ich das im Verein vorhandene Wissen nicht nutzen würden“, sagte er vor seinen ersten Spielen als Coach des Zweitligisten mehrfach.

Alexander Zorniger tat sich damit schwer. Der selbstbewusste Übungsleiter mit Abschlussnote 1,0 bei der Trainerprüfung ließ sich ungern in seine Arbeit hereinreden. Er traute sich auch öffentlich, seinem Sportdirektor zu widersprechen. Zusammen mit den enttäuschenden ersten Spielen nach der Winterpause führte vor allem das abgekühlte Verhältnis zwischen Rangnick und Zorniger schließlich zur Trennung. In der Szene wurde das genau beobachtet. Gestandene Trainer, so hieß es immer wieder, tun sich mit einer Rolle hinter Ragnick schwer. Möglicherweise ist das nun ein Grund, weshalb der studierte Lehrer für Englisch und Sport, der wegen seiner Detailversessenheit auch Professor genannt wird, nun selbst übernimmt. Einen Punkt hat Rangnick in der Vergangenheit aber immer wieder betont: „Ich bin Trainer und kehre irgendwann auf die Bank zurück.“ Nun ist es soweit.

Matthias Roth

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