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Ralph und Ralf bei RB Leipzig: "Wir sind auf einer Wellenlänge"

Sportdirektor Rangnick im Interview Ralph und Ralf bei RB Leipzig: "Wir sind auf einer Wellenlänge"

Sie sind das neue Traumduo bei RB Leipzig: Sportdirektor Ralf Rangnick und Trainer Ralph Hasenhüttl. Im Interview spricht Ersterer unter anderem über seine leitende Kraft, eine rasante Entwicklung, Terrence Boyds Genesung und die DFB-Pokal-Partie bei Dynamo Dresden.

Wollen RB Leipzig gemeinsam zu Erfolgen in der Bundesliga führen: Ralph Hasenhüttl und Ralf Rangnick.

Quelle: Picture Point

Leipzig. Am 14. Juli 2012 beobachtet der gerade inthronisierte RB-Leipzig-Sportdirektor Ralf Rangnick den ersten Test seiner von Neu-Coach Alexander Zorniger trainierten Untergebenen. Einen Tag nach dem torreichen, aber lahmen 6:1 im Idyll von Piesteritz werden Pekka Lagerblom, Pascal Borel, Timo Rost, Adrian Mrowiec und Tomasz Wisio trotz laufender Verträge vor die Tür des Regionalligisten gesetzt. Vier Jahre und drei Aufstiege später schaut sich Rangnick (58) den ersten Test unter einem anderen Neu-Coach, Ralph Hasenhüttl (48), an. Die Rasenballer sind viel jünger, viel schneller und begabter als anno 2012, gewinnen 10:0 beim 1. FC Frankfurt. Ein Rück- und Ausblick mit dem Mann, der den Trainingsanzug nach dem Bundesliga-Aufstieg gegen feinen Zwirn getauscht hat. Übrigens: Am Mittwoch, 18 Uhr, spielt RB beim SSV Markranstädt.

Was ist im Juli 2012 in Piesteritz in Ihnen vorgegangen?

Ich dachte: Wir haben sehr viel Arbeit vor uns.

Weil die Mannschaft betagt war und horizontal statt vertikal spielte?

Es hatte jedenfalls wenig mit dem zu tun, wie wir spielen wollen.

Würden Sie mit Blick auf die Zeit seit 2012 und der Ankunft in der Beletage sagen: alles richtig gemacht, Ralf!

Man macht nie alles richtig. Aber bei der Mehrzahl der wichtigen Entscheidungen lagen wir offenbar ganz gut.

Fast alles bei RB steht und fällt mit Ihnen. Wie lange läuft Ihr Vertrag noch?

Bis 2019.

Und danach?

Ich fühle mich hier sehr wohl, habe momentan überhaupt keine anderen Pläne. Jetzt fängt das Ganze auch erst an, richtig Spaß zu machen.

10:0 in Frankfurt – das sah richtig gut aus. Nur für das ungeübte Auge oder auch für Sie?

Es war schon ganz ordentlich, aber wir haben natürlich noch Luft nach oben. Wenn wir jetzt schon wie aus dem Ei gepellt spielen würden, könnten wir die Vorbereitung abbrechen.

Nach einer Woche intensiven Miteinanders: Was ist er denn nun für ein Typ, Ihr neuer Cheftrainer? Können Ralf & Ralph zusammen?

Wir kennen uns jetzt auch schon eine Weile und sind auf einer Wellenlänge. Ralph ist einfach ein guter Typ.

Die zwischenmenschliche Bande könnte beim Ringen um Aufstellungen/Taktik und bei einem 0:3-Rückstand in Hoffenheim strapaziert werden.

Wenn ein guter Sportdirektor und ein guter Trainer ihr Know-How zusammenbringen, kann das nur befruchtend sein.

Es ist demnach weder beabsichtigt noch zielführend, wenn bei allen Fragen rosarote Einträchtigkeit herrscht.

Sie sagen es.

Sitzen Sie beim Bundesligastart in Hoffenheim neben Herrn Hasenhüttl oder spähen Sie von der Tribüne?

Darüber reden wir noch. Im Trainingslager am Chiemsee (1. bis 10. August) werden wir gegenseitig das Für und Wider abwägen.

Könnte es sein, dass Sie mal auf der Bank und mal auf der Tribüne sitzen?

Nein.

Wann entscheidet sich, ob sich zu den vier neuen Marius Müller, Benno Schmitz, Naby Keita und Timo Werner weitere dazugesellen?

Ralph schaut sich nach der Rückkehr der Nationalspieler den aktuellen Kader an und dann werden wir sehen, ob wir noch ein, zwei Spieler holen.

Kann sein, muss nicht sein?

Ja.

Wenn ja, kommen ein Innenverteidiger und ein Offensivmann.

Gut möglich.

RB geht mit drei potenziellen Nummer Einsen in die Saison. Mutet Ihr Fabio Coltorti, Peter Gulacsi und Marius Müller etwas viel Konkurrenzkampf zu?

Nein, in der letzten Saison war auch nicht klar, wer die Nummer eins ist. Marius nimmt nun im Kader den Platz von Benny Bellot ein.

Terrence Boyd ist nach 18-monatiger Auszeit wieder dabei, könnte als wuchtiger Stoßstürmer und Nussknacker eine neue und krachende Pointe ins RB-Spiel bringen. Denken Sie schon in diesen Sphären?

Es ist ein großes Geschenk, dass Terrence nach dieser langen Zeit wieder Fußball spielt. Ich wünsche ihm von Herzen,dass er seinen Beruf noch viele Jahre ausüben kann und er sich für all die Mühen um eine Rückkehr belohnt. Ansonsten setzen wir ihn nicht mit Erwartungen unter Druck. Aber klar ist auch, dasswir ihn 2014 nicht ohne Grund geholt haben.

Das Abenteuer erste Bundesliga-Saison hat in Frankfurt/Oder angefangen und wird im Mai 2017 in Frankfurt/Main mit dem 34. Spieltag enden. Wann wäre die Reise eine erfolgreiche gewesen?

Wenn wir den Fußball, für den wir stehen, gespielt und verbessert hätten.

Könnte demnach auch eine sorgenfreie Saison und ein schnöder 13. Platz Freude auslösen?

Sorgenfrei hört sich für jeden Aufsteiger gut an. Ich will das nicht an einem Tabellenplatz festmachen. Es wäre wenig sinnvoll zu sagen: Alles unter Platz acht ist ein Misserfolg. Wir wollen uns weder unter Druck setzen noch beschränken. Klar ist, dass Spielweise und Erfolg einander bedingen.

Sie sind die Doppel-Belastung los, nur noch Sportdirektor. Da bliebe Zeit, um sich nach einem Übernahmekandidaten in der Premier League umzusehen. Sind derartige Ambitionen aktuell?

Das ist kein Thema.

Stichwort Olympia. Lukas Klostermann, Davie Selke und Yussuf Poulsen sind für die Olympischen Spiele in Rio nominiert. Stand heute sitzen alle am 30. Juli im Jet?

Wir haben diese drei Spieler abgestellt, alle drei wollen und dürfen auch nach Rio.

Wenn die anderen Clubs mitmachen.

Das ist Voraussetzung.

Für Olympia gibt es keine Abstellungspflicht, für eine EM oder WM der U21 schon. Das spricht Bände in Sachen Stellenwert.

Wenn sich aber für Yussi, Davie und Lukas mit der Teilnahme ein Traum erfüllt, müssen wir auch an unsere Spieler denken. Vielleicht ist das für sie eine einmalige Chance. Wie gesagt: Wir stellen ab, wenn die anderen auch alle dabei sind.

Sie haben das Pokal-Los in Dresden als Traum-Los bezeichnet. Weshalb?

Weil wir in einem vollen Stadion mit einer emotionalen Atmosphäre gegen einen hochmotivierten Aufsteiger spielen. Das wird für uns eine Woche vor dem Bundesliga-Start ein echter Gradmesser.

Das Vorleben der Dresdner Fans ist, nun ja, bewegt. Haben Sie keine Bedenken?

Ich bin überzeugt, dass alle erforderlichen Maßnahmen getroffen und wir ein friedliches und spannendes Pokalspiel erleben werden.

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