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Rangnick im Interview: "Dürfen uns auf unserem Vorsprung nicht ausruhen"

RB-Halbzeitfazit Rangnick im Interview: "Dürfen uns auf unserem Vorsprung nicht ausruhen"

Das Jahr endet nach seinem Geschmack. RB Leipzig überwintert auf Platz eins der 2. Bundesliga. Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick spricht über die zurückliegenden Monate, seine Sommer-Neuzugänge und einen möglichen neuen Coach.

Kann mit dem Zwischenstand zufrieden sein: RB-Trainer und -Sportdirektor Ralf Rangnick.

Quelle: GEPA Pictures

Leipzig. 41 Punkte, Platz eins in der Tabelle und in Sachen Zuschauer, elf Punkte Abstand zu einem Nichtaufstiegsplatz. Ja, er kann es noch, eine Mannschaft coachen, Identität stiften, mitreißen, Spiele gewinnen. RB-Coach und Sportdirektor, Ralf Rangnick, 57, über formidable sechs Monate, den wilden Nukan, die Medizinmänner Striegler/Sekora und die Besetzung der Trainerbank in der kommenden Saison.

Glückwunsch zum Klassenerhalt! Welche Note würde der Sportdirektor Rangnick dem Trainer Rangnick geben?

Halbjahreszeugnisse waren für mich schon als Schüler uninteressant.

Es sei denn, die Versetzung war in Gefahr. Wie groß ist die Gefahr, dass RB sitzen bleibt und eine weitere Ehrenrunde dreht?

Es sind noch 15 Spiele, also 45 Punkte zu vergeben. Sie können sich also selbst ausrechnen, dass wir uns auf unserem Vorsprung, den wir uns sehr hart erarbeitet haben, nicht ausruhen dürfen. Wir müssen weiter auf jedes Detail achten und mit Leidenschaft arbeiten. Und das werden wir tun.

Welche Note würde der Trainer Rangnick dem Sportdirektor Rangnick geben?

Guter Mann, hat sich im Hintergrund gehalten.

Stimmt die prozentuale Gewichtung 80 Prozent Trainer, 20 Prozent Sportdirektor?

Kommt hin, ja.

Im Sommer hören nach Stand der Dinge gleich zwei große Trainer in Deutschland auf.

Wie meinen?

Herr Guardiola und Sie. Ist Ihr Entschluss unumstößlich?

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es für den Verein und die Weiterentwicklung des Klubs besser ist, wenn ich mich als Sportdirektor um die mittel- und langfristigen Dinge kümmere. Bekommen wir den Trainer, den wir uns vorstellen, höre ich im Sommer auf und widme mich meinen Aufgaben als Sportdirektor.

Wir unterstellen jetzt mal, dass die Sportkameraden Weinzierl, Gisdol, Schwarz und Mourinho nicht wollen oder können. Was dann?

Nächste Frage.

Wenn Sie wieder auf der Tribüne sitzen, werden Sie ständig denken: Mannomann, hat unser Trainer einen Knick in der Optik, warum stellt er nicht um und so weiter. Wollen Sie sich das antun?

Ein Trainer, von dem wir überzeugt sind, hat keinen Knick in der Optik.

Wie zeitnah sehen wir klare Bilder?

So früh wie möglich.

Ihre Fußballer wollen, dass Sie weitermachen. Präsident Mintzlaff will. Herr Mateschitz sowieso.

Kommt noch was?

Die Fans wollen auch.

Zu diesem Thema ist aktuell alles gesagt.

Der Einzug ins Trainingszentrum war ...

... ein Meilenstein und ist ein Privileg. Dessen sind wir uns bewusst.

Lassen Sie uns über Ihre wichtigsten und teuersten Sommer-Zugänge sprechen. Wie hat Ihnen der Pfälzer Bub Willi Orban gefallen?

Willi hat eine kleine Schwächeperiode super verarbeitet und ist ein richtiger Rückhalt geworden.

Atinc Nukan?

Er ist manchmal wild und ungestüm, hat gegen Fürth sehr gut gespielt.

Nach einem Schuss in die Weichteile sank er darnieder. Muss der Mann härter werden?

Bei Ihnen wäre wohl der Ball kaputt gegangen. Nein, Atinc hat alles, was man braucht und ein enormes Potenzial.

Marcel Sabitzer?

Sabi funktioniert bei 20 Grad plus und bei 20 Grad minus. Er hat entscheidende Tore gemacht und vorgelegt, lässt sich nichts gefallen.

Stefan Ilsanker?

Je besser wir gegen den Ball spielen, desto wertvoller ist Stefan. Er ist ein Zweikämpfer, ein Balleroberer. Und wenn er ab und an ein Tor schießt, habe ich nichts dagegen.

Ilsankers Schneemann-Pullover ist in aller Munde. Haben Sie ein Exemplar bestellt?

Nein, das ist ein Unikat.

Davie Selke hat sieben Tore gemacht. Zufrieden?

Er bringt von der Hardware alles mit, ist groß, kopfballstark, hat eine gute Technik und Geschwindigkeit. Er muss und wird seine Waffen noch besser einsetzen.

Nennen Sie uns doch bitte alle Winter-Neuzugänge. Nachnamen reichen.

Es wird keine geben.

Nicht einmal als Vorgriff für die neue Saison?

Es zeichnet sich nichts ab.

Wer muss, soll gehen?

Wir werden da nicht initiativ. Wenn ein Spieler, der selten spielt, zu uns kommt und will reden, reden wir.

Hat Ihr Team jeden der 41 Punkte verdient oder lächelte ab und an das Glück durch die Turnhose?

Sie wissen ja, dass Tabellen nicht lügen. Wir hätten das Feld in Bielefeld oder Karlsruhe nicht zwingend als Sieger verlassen müssen. In München und Heidenheim waren wir klar besser und bekamen nur einen Punkt. Die 41 Punkte sind eine fantastische und realistische Ausbeute.

Ihr Mentor Helmut Groß sagt, dass Sie und Ihre Mannschaften Spätstarter sind. Von wegen Kennenlernphase und XXL-Anforderungen und so. Ist das so?

Wir haben vor der Saison vieles neu aufgestellt. Cheftrainer, Assistenten, Torwarttrainer, Mentaltrainer. Es kamen Physiotherapeuten und Spieler dazu. Da dauert es, bis sich alles gefunden hat und ineinandergreift. Ich finde, dass wir uns aber vergleichsweise früh gefunden haben.

Eine Ihrer ersten Amtshandlungen als Sportdirektor 2012 waren die Verpflichtungen von Clubarzt Frank Striegler und Physiotherapeut Alexander Sekora. Wie wichtig sind Ihnen diese Positionen?

Sie sind elementar. Frank und Alex habe ich am selben Tag verpflichtet. Die beiden gab es nur im Team. Heute muss ich sagen: Alles richtig gemacht! Beide machen einen klasse Job, sind fachlich und menschlich top, identifizieren sich mit RB Leipzig.

Zu einem Ärzte-Streit à la Bayern München kann es auf der Leipziger Insel der Glückseligkeit also nicht kommen?

Nein. Wir tauschen uns permanent aus, reden über angeschlagene Spieler ...

... im Fall von Lukas Klostermann legten Striegler/Sekora ihr Veto ein.

Wir waren gemeinsam der Meinung, dass ein Einsatz zu riskant wäre. Die Spieler sind schließlich unser wertvollstes Kapital.

Und das wirft nur Rendite ab, wenn es im Umlauf ist. Stumpfe Verletzungen gehören dazu, bei muskulären Verletzungen hört für Sie der Spaß auf.

Zerrungen oder Faserrisse sind Folgen von Überbelastungen oder Fehlbelastungen. Diese Art von Verletzungen müssen nicht sein. Ich bin diesbezüglich sehr zufrieden, wir hatten kaum muskuläre Probleme.

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