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Respekt: Bayern im Vorfeld defensiv – Rangnick empfiehlt Demme als Nationalspieler

Leise Töne vorm Spitzenspiel Respekt: Bayern im Vorfeld defensiv – Rangnick empfiehlt Demme als Nationalspieler

Eines haben die Vollgas-Fußballer von RB Leipzig schon vor dem Bundesliga-Kracher beim FC Bayern um Platz eins in der Winterpause gewonnen: die ungewohnt große Anerkennung der Münchner.

Vor dem Spiel gegen Hertha BSC am vergangenen Samstag wurde die Vertragsverlängerung von Diego Demme von RB Leipzig bekannt gegeben.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. In der Regel sind es genau solche Spitzenspiele, vor denen der bayerische „Mia San Mia“-Kult noch einmal besonders strapaziert wird. Als Werder Bremen 2004 an den Bayern vorbeizog, tönte Präsident Uli Hoeneß vor dem direkten Duell: „Wir müssen Bremen richtig niedermachen.“ Als der Rivale vier Jahre später 1899 Hoffenheim hieß und Ralf Rangnick noch Trainer jenes anderen Emporkömmlings war, hielt Hoeneß dem heutigen Sportdirektor von RB Leipzig öffentlich „Besserwisserei“ vor.

Doch diesmal gibt es selbst vom gerade erst wieder inthronisierten Bayern-Präsidenten nur die Light-Version: „Mir wäre es schon recht, Weihnachten mit ein paar Punkten Vorsprung auf Leipzig feiern zu können und Ruhe unterm Tannenbaum zu haben“, sagte der 64-Jährige zum Topspiel am Mittwochabend. Was er grundsätzlich von diesem durchaus umstrittenen Club hält? „Wer Bayer Leverkusen und den VfL Wolfsburg akzeptiert, der darf auch mit RB Leipzig und Red Bull kein Problem haben.“

Leistung am absoluten Limit

Natürlich ist den Münchnern nicht entgangen, dass der Bundesliga-Neuling in dieser Saison für genau das steht, was den Bayern in der Nach-Guardiola-Zeit abhandengekommen zu sein scheint: für Tempo, Draufgängertum, Erfolgshunger und vor allem: für einen klaren Plan, der jedem Spieler in jeder Situation vermittelt, was er zu tun hat.

Umgekehrt wissen natürlich auch die Leipziger, dass ein solches Topspiel für sie neu und die Bayern Alltag ist. „Wenn wir dort gewinnen wollen, brauchen wir eine Leistung am absoluten Limit. Ich trau' uns das aber zu“, sagte Rangnick im Vorfeld. Der Sportdirektor meint: „Je mehr die Bayern gegen uns das Gefühl haben, sie spielen gegen alle elf von uns gleichzeitig, desto größer wird unsere Chance sein, tatsächlich etwas mitzunehmen.“

Demme als italienischer Nationalspieler empfohlen

Einer, der in dieser Saison die meisten Kilometer bei den Leipzigern geschrubbt hat und dessen Vertrag erst am Samstag bis 2021 verlängert wurde, ist Diego Demme. Die Anwesenheit eines italienischen Journalisten nahm Rangnick bei der Pressekonferenz vor dem Bayernspiel zum Anlass, um eine Botschaft an den Nationalcoach der Azzurri zu schicken. „Falls es in Italien jemand noch nicht mitgekriegt hat, vielleicht auch der Verband nicht: Diego hat einen italienischen Pass, nicht nur einen deutschen. Wie ich weiß, fühlt er sich vom Herzen her mehr als Italiener. Vielleicht können wir ja ein bisschen dazu beitragen, dass es dem italienischen Fußball auch in Zukunft weiter richtig gut geht.“   

Viel internationale Strahlkraft kommt mit dem FCB am Mittwoch auf die Roten Bullen zu: Philipp Lahm, Arjen Robben, Franck Ribery – diese geballte Erfahrung aus zusammengezählt 736 Bundesliga-, 283 Länderspielen und 18 deutschen Meistertiteln wurde in Darmstadt noch geschont und soll gegen Leipzig wieder einsatzbereit sein. Auf die Frage, was für sein Team spreche, sagte Nationalkeeper Manuel Neuer deshalb auch: „Man kennt den FC Bayern. Jeder weiß, was wir für klasse Spieler haben.“ Einer von ihnen wird gegen Leipzig allerdings nicht dabei sein: Weltmeister Jérôme Boateng ist an der Schulter operiert worden und legt eine sechswöchige Pause ein. Bundestrainer Joachin Löw kann sich beim Besuch des Spitzenspiels gleich den Eindruck von einem potentiellen Ersatzkandidaten des Innenverteidigers  verschaffen – die Rede ist von Willi Orban.

Der Andrang der Journalisten auf die Partie ist laut Medienabteilung des FC Bayern München so enorm wie seit Jahren in der Bundesliga nicht. „Es kommen Vertreter aus ganz Deutschland. Das haben wir so seit Ewigkeiten nicht erlebt", erklärte ein Sprecher. Mehr als 400 Pressevertreter von Radio, TV und Print sind für das Spitzenspiel akkreditiert. 

agri/dpa

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