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Sieben Typen bei RB Leipzig, die in Erinnerung bleiben

Der Weg in die Bundesliga Sieben Typen bei RB Leipzig, die in Erinnerung bleiben

Nach sieben Jahren ist RB Leipzig im Fußball-Oberhaus angekommen. Doch wer hat den Verein geprägt, sich die größten Ausrutscher geleistet oder die Herzen der Fans erobert? Sieben Fußballer und ihre Geschichten bei den Rasenballern.

Der Aufsteig von RB Leipzig im Mai. (Archivbild)

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Ingo Hertzsch – der erste Kapitän

Ingo Hertzsch

Quelle: Christian Modla

Mann der ersten Stunde und erster Kapitän der Roten Bullen: Ingo Hertzsch wechselt zur RB-Gründung 2009 nach Leipzig. Der ehemalige Nationalspieler hat schon die Bundesliga, Champions League und das DFB-Team erlebt. Nun: Oberliga, Markranstädt und ein Neuanfang für den Abwehrspieler. Als der gebürtige Chemnitzer seine Laufbahn 2011 bei den Profis der Rasenballer beendet, bleibt er dem Verein treu. Hertzsch wird Fanbeauftragter und ist einer der wenigen, der seit sieben Jahren alle Höhen und Tiefen miterlebt hat.  

Daniel Frahn – die Legende

Daniel Frahn

Quelle: Christian Modla

Unangefochtener Rekordhalter der jungen Vereinsgeschichte: Mit 93 Toren in 163 Pflichtspielen wird das Daniel Frahn wohl auch noch ein paar Jahre bleiben. Unvergessen sein Hattrick in der ersten Runde des DFB-Pokals 2011 gegen den VfL Wolfsburg. Unschlagbar seine lockere Art, gegenüber Fans und Journalisten. Er zeigt ein großes Herz, als sein Fan und Einlaufkind Jenny an Krebs erkrankt, besucht nach ihrem traurigen Tod auch die Beerdigung. Nach fünf Jahren bei RB und einer gemeinsamen Saison in der 2. Bundesliga ist 2015 Endstation in Leipzig für den gebürtigen Potsdamer. Nach einem kurzen Gastspiel in Heidenheim kehrt er nach Sachsen zurück und kickt inzwischen für den Chemnitzer FC in der 3. Liga. 

Ante Rebic – die Diva

Ante Rebic

Quelle: GEPA

Aus der ersten italienischen Liga, für 600.000 Euro vom AC Florenz ausgeliehen, fliegt der kroatische Nationalspieler 2014 in Leipzig ein. Mit seiner launischen Ader stößt Rebic auf wenig Gegenliebe und eckt mit Alexander Zorniger an. Der damalige Trainer wechselt den Kroaten am vierten Spieltag gegen Frankfurt in der 66. Minute ein und kurz vor Schluss wieder aus – das Tischtuch zwischen Beiden ist bereits zu diesem Zeitpunkt zerschnitten. Rebic lässt seinem Frust bei Facebook freien Lauf, postete ein Bild auf der Auswechselbank mit dem Kommentar „Meine neue Position“. Das Kapitel Leipzig ist für Rebic nach elf Spielen und ohne Tor nach einer Saison abgeschlossen. Kommende Saison gibt es ein Wiedersehen in der Bundesliga – der Stürmer wird an die Eintracht ausgeliehen.

Timo Röttger – der Spaßvogel

Timo Röttger

Quelle: dpa

Er wird nur der „Metzger“ genannt. Timo Röttger besitzt definitiv einen der ulkigsten Spitznamen bei RB Leipzig. Den bringt er aufgrund seiner rustikalen Spielweise allerdings noch aus seiner Zeit bei den Bayer-Amateuren mit. In Leipzig überzeugt er in drei Jahren und bei zwei Aufstiegen in 98 Spielen mit 16 Toren. Röttger sorgt immer wieder für gute Laune, mausert sich neben Frahn zum Publikumsliebling. Unvergessen sein Auftritt nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga, als er gemeinsam mit dem Kapitän den Pressekonferenz-Raum stürmt. Zigarre im Mund, Bierstiefel in der Hand – die Dusche bekommt Trainer Zorniger vor laufenden Kameras ab. Wie so oft im Fußball schließt sich für Röttger der Kreis – nach einem Jahr bei Viktoria Köln kickt der Mittelfeldakteuer nun bei der SG Sonnenhof Großaspach – dort arbeitete sein Ex-Trainer Zorniger vor dem Engagement in Leipzig.

Joshua Kimmich – der Durchstarter

Joshua Kimmich

Quelle: Christian Modla

Der zarte „Jo“ kommt mit 18 Jahren und einer Schambeinentzündung 2013 in die 3. Liga nach Leipzig. Behutsam wird der in Stuttgart ausgebildete Mittelfeldspieler aufgepäppelt. Kimmich wohnt gemeinsam mit Yussuf Poulsen in der WG der jungen Wilden, muss den dänischen Nationalspieler schon mal aus dem Bett werfen, weil er den Wecker nicht hört. In zwei Jahren wird aus dem Rohdiamanten ein Juwel. Das entdeckt Bayern-Coach Pep Guardiola, holt ihn 2015 zum Rekordmeister nach München. Bei RB vor allem als „Sechser“ unabkömmlich, kann Kimmich inzwischen (fast) alles. Innenverteidiger, Außenverteidiger und bei der Nationalmannschaft im EM-Viertelfinale gegen Italien Nervenstärke vom Elfmeterpunkt aus beweisen.  

Christian Müller – der Pechvogel

Christian Müller

Quelle: Christian Modla

Er ist das beste Beispiel dafür, wie schnell die Karriere eines Profisportlers vorbei sein kann. „Mü“ verabschiedet sich mit einem 2:1-Sieg gegen den Halleschen FC als Tabellenführer in Liga drei in die Winterpause und kehrt nie wieder zurück. Drei Wochen später, im Januar 2014, zieht sich der Rechtsverteidiger während des Trainingslagers im türkischen Belek eine Horrorverletzung am Knie zu. Zwei Jahre, mehrere Operationen und Rehas später begräbt Müller seinen Traum von einer Rückkehr und der Bundesliga. Leipzig bleibt sein Lebensmittelpunkt. „Mü“ absolviert ein Praktikum in allen Bereichen des Vereins, eröffnet mit seinen ehemaligen Teamkollegen Frahn und Henrik Ernst ein Eiscafe in der Innenstadt. Im Sommer hat Müller, Nachbar von DHfK-Trainer Christian Prokop, seine Freundin Carolin geheiratet.     

Tobias Willers – der Dosenöffner

Tobias Willers

Quelle: Christian Modla

„Ohne Willers wären wir gar nicht hier“, singen die Fans nach dem Aufstieg in die 3. Liga gerne und oft. Der Innenverteidiger sorgt 2013, damals noch im Dienste der Sportfreunde Lotte, mit einem abgefälschten Eigentor in der Relegation für den RB-Aufstieg in den Profi-Fußball. Verschwörungstheoretiker sehen sich bestätigt, als Willers direkt im Sommer danach von RB verpflichtet wird. Trotz seiner Erfahrung und großem Einsatz ist für Willers nach einem Jahr in Leipzig Schluss. Beim VfL Osnabrück, zudem ihn sein ehemaliger Lotte-Coach Maik Walpurgis holt, hat er seit zwei Jahren sein Glück gefunden.    

Anne Grimm

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