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Speiseröhren-Krebs: RB-Spieler lassen sich in der Leipziger Uniklinik untersuchen

Info-Kampagne Speiseröhren-Krebs: RB-Spieler lassen sich in der Leipziger Uniklinik untersuchen

Am Montag ließen sich Spieler von RB Leipzig im Uniklinikum durchchecken. Doch statt Sportverletzungen ging es diesmal darum, sich über eine bestimmte Krebserkrankung zu informieren. Auch die Fans sollen für das Thema sensibilisiert werden. Dazu wird beim Heimspiel gegen Nürnberg eine Expertin der Uniklinik im Stadion sprechen.

Yussuf Poulsen bei der Ultraschall-Untersuchung. Im Hintergrund stehen RB-Kapitän Dominik Kaiser und Stürmer Davie Selke. Die RB-Spieler informieren sich über Speiseröhrenkrebs.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Spieler von RB Leipzig haben sich am Montag im Universitätsklinikum auf die Liege gelegt und untersuchen lassen. Kapitän Dominik Kaiser sowie die Stürmer-Stars Davie Selke und Yussuf Poulsen ließen sich mit dem Ultraschallgerät checken. Dabei informierten sich die Spieler über eine Sonderform des Speiseröhrenkrebses, der sogenannte Barrett-Krebs.

„Diese Erkrankung hat in den letzten Jahren drastisch zugenommen“, erklärte Ines Gockel, die das Projekt an der Uniklinik verantwortet und als Geschäftsführende Direktorin der Chirurgie am UKL tätig ist. Die Professorin ist auch Leiterin des Barrett-Konsortiums, welches sich der Erforschung der Krankheit verschrieben hat. Diese betrifft die Speiseröhre am Übergang zum Magen und wird unter anderem durch Reflux – landläufig als Sodbrennen bekannt – hervorgerufen.

Ines Gockel sieht im Barrett-Krebs in erster Linie eine Zivilisationskrankheit. „Fastfood, fettiges Essen, wenig Bewegung – das sind alles Bedingungen, die diesen Krebs begünstigen.“ Adipositas – also Fettleibigkeit – sei in vielen Fällen mitursächlich für die Entstehung dieser Krebsart. Deswegen auch der Besuch der RB-Spieler. „Sportler haben eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung.“ Sie sind also weniger Risikofaktoren ausgesetzt.

In einer breit angelegten Studie mit 3000 Betroffenen und einer großen Vergleichsgruppe suchen die Forscher auch genetische Ursachen. Auffällig sei, erklärt die Leipziger Professorin, dass überwiegend jüngere Männer betroffen seien. Auf zehn Männer komme lediglich eine Frau. Die Forscher arbeiten parallel an einem Bluttest zur Früherkennung. Bislang sind eine Magenspiegelung, eine Computertomografie sowie eine Ultraschall-Untersuchung, wie bei den RB-Fußballern am Montag, nötig.

Der Fußballverein unterstützt die Barrett-Initiative auch weiterhin. Zum nächsten Heimspiel der Roten Bullen gegen Nürnberg (Anpfiff 13.30 Uhr) gehört die Halbzeitpause Expertin Ines Gockel. Am Sonntag will sie die Zuschauer in der Red-Bull-Arena über die Krankheit informieren. Überdies will sie die Menschen für die Früherkennung gewinnen: „Viele kommen erst, wenn die Erkrankung schon weit fortgeschritten und das Leben stark beeinträchtigt ist. Bei Früherkennung besteht allerdings die Chance auf langfristige Heilung.

joka

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