Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

Google+ Instagram YouTube
Sportdirektor Ralf Rangnick im Interview über RB-Kapitän Frahn und das Training in Doha

Sportdirektor Ralf Rangnick im Interview über RB-Kapitän Frahn und das Training in Doha

Eine zentrale Frage wurde am Abend vorm Abflug der Rasenballer ins Doha-Camp geklärt: Kapitän Daniel Frahn, 27, stürmt weiter für RB Leipzig, hat auch dem bis zuletzt baggernden Chemnitzer FC eine Abfuhr erteilt.

Voriger Artikel
RB Leipzig übernimmt Teile der Stadion-Vermarktung – Fußballer unterwegs nach Katar
Nächster Artikel
Auf den Spuren von Pep, Schweini und Co.: RB Leipzig macht sich in Doha fit

Ralf Rangnick über eine frahnwinnige Wende, die Suche nach einem Verteidiger und dem Bruderkampf in der Wüste.

Quelle: Christian Modla

Leipzig/Doha. „Ich will mich durchbeißen“, sagt Frahn (seit 2010 im Club), der sich ausdrücklich eine RB-Zukunft nach seiner Profi-Karriere vorstellen kann. Sportdirektor Ralf Rangnick, 56, über eine frahnwinnige Wende, die Suche nach einem Verteidiger und dem Bruderkampf in der Wüste.

Der Kapitän bleibt wider Erwarten doch an Bord, Daniel Frahn will sich gegen die neue Sturm-Konkurrenz durchbeißen und durchsetzen. Wie kam es zum Sinneswandel?

Wir hatten am Montagabend ein sehr offenes, langes und gutes Gespräch. Daniel bleibt jetzt mindestens bis Sommer, das freut uns. Er ist ein Mann mit großen Verdiensten für RB Leipzig. Wir haben auch nie gesagt: Geh bitte woanders hin, wir brauchen dich nicht mehr. Er weiß aber, dass es schwierig werden kann und dass er weniger Einsatzzeiten als bisher haben könnte.

php03e661d936201501211055.jpg

Leipzig/Doha. Eine zentrale Frage wurde am Abend vorm Abflug der Rasenballer ins Doha-Camp geklärt: Kapitän Daniel Frahn, 27, stürmt weiter für RB Leipzig, hat auch dem bis zuletzt baggernden Chemnitzer FC eine Abfuhr erteilt. „Ich will mich durchbeißen“, sagt Frahn. Sportdirektor Ralf Rangnick, 56, über eine frahnwinnige Wende, die Suche nach einem Verteidiger und dem Bruderkampf in der Wüste.

Zur Bildergalerie

Austria Wien hatte wohl großes Interesse. Stand zwischenzeitlich auch ein interner Wechsel zu RB Salzburg zur Diskussion?

Nein, aber einen Mangel an Angeboten bestand für Daniel nicht.

Wie geht es im Sommer weiter mit Frahn?

Das muss man abwarten. Jetzt geht es erst einmal darum, dass jeder seinen Teil zum größtmöglichen Erfolg beiträgt.

Das könnte im Fall von Frahn eine Rolle als Mann für Joker-Tore und emotionale Schlussphasen sein.

Könnte sein. Daniel weiß jedenfalls, wo das Tor steht. Er hatte mit seinen Treffern großen Anteil an unseren zwei Aufstiegen.

Und ab Sommer wird er dann, sagen wir, Ihre rechte Hand und jettet zwischen Salzburg und Leipzig hin und her. Oder er wird Markenbotschafter und führt die U23 in die dritte Liga.

Wir haben verschieden Szenarien besprochen, werden eine Lösung, die für alle Sinn macht, suchen und finden. Es geht nicht darum, einen verdienten Spieler mit irgendeinem Posten zu versorgen. Alle müssen zufrieden sein.

Sie haben in Salzburg mit Mane, Kampl und Alain drei Stützen verloren, im Sommer folgt Ramalho. Stößt das Red-Bull-Projekt Fußball an natürliche Grenzen?

Wir haben 40 Millionen Euro eingenommen und hatten damals zehn investiert. Es gibt sicherlich schlechtere Transferbilanzen. Dass Klasse-Fußballer wie Kampl oder Mane, die sich bei Red Bull Salzburg fantastisch entwickelt haben, nicht ewig in Österreich spielen, war abzusehen. Aber wir haben dort schon die nächste Generation hoch talentierter Jungs am Start. Und wenn Leipzig schon Erstligist wäre, hätten wir sehr gute Argumente und Chancen bei Kampl, Mane und Ramalho gehabt. Aber mehr als in zwei Jahren zweimal aufsteigen geht halt einfach nicht. Kampl musste sich jetzt entscheiden und da ist es absolut nachvollziehbar, dass er zu Kloppo gegangen ist.

Alain soll in China für einen Vierjahresvertrag zwölf Millionen Euro netto kassieren.

Das kommt hin.

Sie mussten für Omer Damari und Emil Forsberg kolportierte neun Millionen Euro zahlen. Wird RB zur Ader gelassen, weil es bei Red Bull keinen Flaschenhals namens Geld gibt?

Wir zahlen unabhängig von unserem finanziellen Hintergrund keine utopischen Preise. Ich bin Schwabe, gehe mit dem Geld um, als wäre es mein eigenes. Malmö spielt international, die wollen wieder in die Champions League. Die sagen nicht: Hallo, Herr Rangnick, auf Ihren Anruf haben wir gewartet, holen Sie Emil schnell bei uns ab. Männer wie Forsberg oder Damari haben ihren Preis. Ich bin sehr zufrieden mit unseren Neuzugängen.

Kommt Jo Kimmichs Wechsel zu den Bayern zu früh?

Jo hat sich bei uns großartig entwickelt. Auch weil Alex Zorniger, sein Trainer- und Betreuerteam einen Top-Job gemacht haben. Wenn die Bayern rufen, musst du das machen. Pep Guardiola hat Jo von diesem Schritt überzeugt. Hätten Sie da Nein gesagt?

Sind ihre personellen Aktivitäten in Salzburg und Leipzig für diese Transferperiode beendet?

Wir schauen uns für beide Vereine noch nach einem Innenverteidiger um. Wie immer gilt: Wir verpflichten im Winter nur dann einen Spieler, wenn wir ihn auch im darauf folgenden Sommer holen würden.

Ihr Verhältnis zu RB-Trainer Alexander Zorniger ist ...

 ... frostig, ja. Als wir am Montag zwei Stunden zusammengesessen sind, habe ich zur Begrüßung gesagt: Immer wenn ich Dich sehe, fange ich an zu zittern, Alex. Im Ernst: Unser Verhältnis hat sich seit wir 2012 zusammen hier angefangen haben, keinen Millimeter geändert. Der einzige Unterschied ist: Wir kennen uns jetzt noch besser. Wir sind auch in Sachen Aufstieg einer Meinung. Ein weiteres Jahr in der zweiten Liga wäre kein Beinbruch. Aber grundsätzlich kommt kein Aufstieg zu früh. Wir sind auf alles vorbereitet.

Beim Camp in Doha kommt es erstmals zum Bruderkampf Salzburg gegen Leipzig. Was passiert, wenn sich dabei einer verkühlt oder den Fuß vertritt?

Das kann auch im Training passieren. Es ist in Doha nicht einfach, einen guten Testgegner zu finden. Wir haben im letzten Jahr mit Salzburg gegen eine Mannschaft gespielt, die sehr aggressiv aufgetreten ist. Das muss in einem Testspiel nicht unbedingt sein und das wollen wir auch nicht noch mal erleben.

Ihre beiden Teams üben in der legendären Aspire Academy. Musste es die weltweite Nummer eins sein oder geht es auch eine Nummer kleiner?

Die Rahmenbedingungen in der Aspire Academy könnten nicht besser sein. Ich habe solch ein hohes Niveau bei einem Trainingscamp noch nicht gesehen und bin froh, dass unsere Mannschaft dort zehn Tage arbeiten kann. Doha ist für uns auch nicht teurer als die Türkei, denn es gibt eine Kooperation zwischen Red Bull und der Academy.

Guido Schäfer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News

Jede Woche im LVZ-Tippspiel zur Saison 2016/17 regionale Partien tippen und tolle Preise gewinnen! mehr

Alle Wettquoten zu Spielen von RB Leipzig gibt es bei SmartBets.