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Stefan Kutschke: RB Leipzig und Dynamo Dresden sind "zwei Welten"

Interview vor dem Duell im DFB-Pokal Stefan Kutschke: RB Leipzig und Dynamo Dresden sind "zwei Welten"

Er verhalf RB Leipzig mit zwei Toren mit zum Aufstieg in die dritte Liga und ist inzwischen zu Dynamo Dresden zurückgekehrt. Im Interview spricht Stefan Kutschke über den Pokalfight gegen seinen Ex-Club, heimatliche Gefühle und Akzeptanz.

Stefan Kutschke trug in der Vergangenheit das Trikot von RB Leipzig und will am Samstag mit der SG Dynamo Dresden gegen seinen Ex-Club in die zweite Runde des DFB-Pokals einziehen.

Quelle: Picture Point

Leipzig/Dresden. Stefan Kutschke – ein Mann wie eine Schrankwand. Der einzige gebürtige Dresdner im Dynamo-Kader. Kickte in der Jugend für die Gelb-Schwarzen, kehrte nach neunjähriger Wanderschaft im Januar 2016 zurück zu seiner großen Liebe. Für RB Leipzig machte SK zwischen 2010 und 2013 82 Spiele und schoss 25 Tore - darunter zwei in der Drittliga-Relegation gegen die Sportfreunde Lotte. Kopfball-Ungeheuer. Bis Sommer 2017 vom 1. FC Nürnberg an Dynamo ausgeliehen, der Vertrag beim Club läuft noch bis 2018. Kutschke über den Pokalfight gegen seinen Ex-Club RB Leipzig (Sonnabend, 15.30 Uhr), heimatliche Gefühle, Akzeptanz bei den Dynamo-Fans und zwei Unentschieden zum Zweitliga-Start.

1:1 gegen Nürnberg, 2:2 bei Union Berlin. Zwei Punkte gegen Teams, die oben mitspielen wollen. Zufrieden?

Wir sind Aufsteiger, da sind zwei Unentschieden nicht schlecht. Wie stark Nürnberg und Berlin wirklich sind, wird sich zeigen. Wir haben jedenfalls mit viel Energie und Wucht Rückstände aufgeholt und gepunktet.

Sie haben eine glänzende Vorbereitung hingelegt, erlebten den Anpfiff beider Spiele von der Bank aus, wurden eingewechselt. Wir hart ist die Ersatzbank?

Kein Fußballer sitzt gerne draußen. Aber ich muss anerkennen, dass Pascal Testroet ein Klasse-Stürmer ist. Er hat in der dritten Liga viele Tore gemacht, hat alles, was einen Stürmer ausmacht.

Also führt Ihr Weg ins Team über ein System mit zwei echten Spitzen. Wurden Sie diesbezüglich schon bei Uwe Neuhaus vorstellig?

Konnte man sich bei euch früher in die Mannschaft reden? Heute geht das nicht mehr. Ich bin topfit, warte auf meine Chance und muss dann da sein.

Sie haben eine Leipziger Vergangenheit. Es gibt Trainer, die derartige Dinge in ihre Überlegungen einfließen lassen. Vorteil Kutschke?

Natürlich würde ich gegen RB gerne kicken. Aber viel wichtiger ist, dass wir die zweite Runde erreichen.

Muss sich RB wärmer als sonst anziehen?

Ich weiß nicht, wie die sich sonst anziehen. Was ich weiß, dass es bei uns im Stadion richtig abgeht. 30000 Fans, volle Bude, 90 oder auch 120 Minuten Power von den Rängen. Da kann man gar nicht anders als rennen, fighten, grätschen. Ich behaupte mal, dass die Stimmung bei uns in Deutschland einmalig ist. Wenn ich nicht für Dynamo spielen würde, würde ich hier nicht so gern auflaufen.

RB ist ...

Erstligist und favorisiert. Die wollen in ein paar Jahren in der Champions League spielen, haben eine gute Truppe zusammen.

Wie stoppt man Poulsen, Forsberg und Co.?

Mit allem, was wir haben. Bei uns kicken übrigens auch ein paar richtig gute Jungs, die RB Sorgen bereiten werden.

Wie intensiv ist der Kontakt zu Ihrem Ex-Club?

Der hat sich ausgedünnt. Von den aktuellen Spielern stand ich nur mit Dominik Kaiser und Fabio Coltorti in einer Mannschaft. Alle anderen sind gegangen oder mussten gehen.

Wie schwer war es für einen ehemaligen RB-Spieler von den Dynamo-Fans akzeptiert zu werden?

Das geht nur mit Einsatz und Kampf. Wenn du dich zerreißt, wird das gerade hier anerkannt. Ich habe in vielen Gesprächen mit Dynamo-Fans erklärt, dass mein Weg 2010 von Babelsberg zu RB der einzige Weg war, perspektivisch höher zu spielen. Ich hatte damals keine anderen Angebote.

Dresden und Leipzig sind...

Zwei Welten. Und zwei Clubs mit konträren Ansätzen. Beide wollen auf unterschiedlichen Wegen Erfolg.

Ist die zweite Liga das Ende der Fahnenstange für Dresden?

Gefühlt muss hier sofort die Bundesliga und der Europapokal her. Wir könnten bei manchen Spielen in der zweiten Liga 50 000 Karten verkaufen. Fußball ist in Dresden Religion, die Stadt ist schwarz-gelb. Aber ich finde es gut, wie Uwe Neuhaus, Ralf Minge und Michael Born den Club führen. Seriös und immer das Machbare im Auge. Wir sind Aufsteiger, wollen uns in der Liga etablieren. Dass man sich irgendwann vielleicht andere Ziele setzt, steht noch auf einem anderen Zettel.

Sie haben für den VfL Wolfsburg acht Bundesligaspiele absolviert, kamen dann in Nürnberg nicht zurecht und sind jetzt zurück in der Heimat. Wie fühlt sich das an?

Wie sich Heimat anfühlt, einfach nur gut. Meine Familie lebt hier, meine Freunde. Ich war lang genug weg.

Sie sind gekommen, um zu bleiben?

Ich würde gerne bei diesem unglaublichen Club bleiben. Aber dazu muss ich zeigen, dass ich Dynamo helfen kann. Kein Mensch sagt: Der Kutsche ist Dresdner, den brauchen wir auch, wenn er kein Spiel macht. Ich arbeite jeden Tag hart an mir, lebe professioneller als in jungen Jahren.

Wann haben Sie zuletzt mit Ihrem Hüftbeuger-maladen Kumpel Justin Eilers telefoniert?

Gestern, wir stehen in ständigem Kontakt. Er hatte in Bremen keinen guten Start, ist aber hoffentlich bald fit. Hüftbeuger. So was habe ich gar nicht.

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