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Teigl vor dem Wechsel von RB Leipzig nach Augsburg: "Es war eine geile Zeit"

Abschiedsinterview Teigl vor dem Wechsel von RB Leipzig nach Augsburg: "Es war eine geile Zeit"

Es war kein gutes Jahr für Georg Teigl bei RB Leipzig. Zum Einsatz kam er im Kampf um den Aufstieg nur noch selten, wechselt jetzt nach Augsburg. Ein Interview über gute und schlechte Zeiten, einen wunderbaren Anruf am Tag der Aufstiegsfeier und das Leben außerhalb des Platzes.

Abschied von RB Leipzig: Georg Teigl läuft künftig im Trikot des FC Augsburg auf.

Quelle: dpa

Leipzig. Er ist dann mal weg. Aus Leipzig. Georg Teigl hat nach zwei guten Jahren und miesen sechs Monaten das Trikot von RB Leipzig ausgezogen, bespielt künftig beim FC Augsburg die rechte Außenbahn. Wir erreichten den 25-jährigen Österreicher auf Sardinien, wo er mit Freundin Karin und RB-Dauerläufer Diego Demme urlaubt. Teigl über gute Zeiten, schlechte Zeiten in Leipzig, einen wunderbaren Anruf am Tag der Aufstiegsfeier und das Leben außerhalb des Fußball-Platzes.

Beginnen wir mit einer Provokation: Wie kommt man als Reservist eines Zweitligisten zu einem Vierjahresvertrag bei einem Team, das Europa League gespielt hat?

Erstens war ich nicht immer Reservist, war zwei Jahre fester Bestandteil.

Zweitens waren Sie ablösefrei.

Auch das.

Drittens konnten sich viele Clubs eine Ehe mit Ihnen vorstellen. Stimmt es, dass Lautern und Braunschweig interessiert waren?

Könnte sein.

Wann kam Augsburg ins Spiel?

Es gab schon länger Kontakt, konkret wurde es am Abend unserer Aufstiegsfeier. Da kam ein Anruf.

Von Ihrem Berater Andreas Sadlo.

Ja. Er hat gesagt, dass mit Augsburg alles klar ist.

Sadlo ist ein guter Mann.

Ist er.

Bekommt Augsburg einen guten Mann?

Ja. Und einen hochmotivierten. Ich freue mich auf den FCA, will mich da durchsetzen. Gut, dass meine Zukunft geklärt ist. Ich wollte nicht im Ungewissen in den Urlaub gehen.

Augsburg kontert gerne aus einer massiven Defensive, dazu braucht’s schnelle Spieler. Sie sind hierzulande einer der schnellsten. Alles richtig gemacht?

Das hoffe ich.

Bei RB waren Sie festgelegt als rechtes Glied der Abwehrkette. Wo sehen Sie sich positionstechnisch in Augsburg?

Hinten rechts und vorne rechts.

Markus Weinzierl verlässt den FCA. Mindert das Ihre Einsatzchancen?

Meine Verpflichtung war trainerunabhängig. Ich freue mich auf Dirk Schuster, er hat in Darmstadt einen tollen Job gemacht.

Das letzte halbe Jahr bei RB war...

Mau. Ich saß fast immer draußen. Eine harte, aber auch lehrreiche Zeit.

Unter Alexander Zorniger waren Sie gesetzt, unter Ralf Rangnick nicht. Sie dürfen jetzt gerne Ihre Meinung über Herrn Rangnick äußern.

Fakt ist, dass ich kaum noch Chancen bekam, mich zu zeigen. Fakt ist auch, dass es Lukas Klostermann hinten rechts gut gemacht hat. Und zur Wahrheit gehört auch, dass ich ohne Herrn Rangnick nicht in Deutschland gelandet wäre. RB spielt Bundesliga, ich spiele Bundesliga. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

Ein Fußballer, der nicht spielt, ist wie ein Vampir tagsüber. Wie haben Sie Ihr Reservisten-Dasein ertragen?

Ich habe viel über mich gelernt.

Zum Beispiel?

Dass ich kein schlechterer Mensch bin, wenn ich nicht spiele. Meine Freundin Karin hat mir sehr geholfen. Sie ist die Frau meines Lebens und eine Konstante.

Wann wird geheiratet?

Nächstes Jahr.

Sie und Ihre Freundin betreiben das Online-Lifestyle-Magazin Constantlyk.com. Wie sieht die Arbeitsteilung aus?

Karin interviewt interessante Menschen, Trendsetter. Ich mache die Fotos.

Lenkt ab von den Mühen der Ebene des Profifußballs?

Es bereichert unser Leben.

Wie wichtig ist der Blick über den Tellerrand des Fußballs?

Sehr wichtig. Damit kein falscher Eindruck entsteht: Ich bin Fußballer mit Leib und Seele, investiere viel für den Erfolg. Aber es tut gut und ist der Leistung förderlich, wenn man nicht nur einen Ball im Kopf hat und sich ausschließlich über Einsätze und Kicker-Noten definiert.

Wo landet RB in der Bundesliga?

Einstelliger Tabellenplatz.

Könnte auch Platz zwei oder drei heißen.

So schnell geht’s selbst bei Red Bull nicht. Perspektivisch ist das natürlich ein Ziel und möglich.

Augsburg spielt in welchen Gefilden?

Wir wollen nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Und das ist in dieser Liga schon ein anspruchsvolles Ziel.

Letzte Frage: Wer war der RB-Spieler der Saison?

Diego Demme. Und das sage ich nicht, weil wir zusammen Urlaub machen. Er war extrem wichtig, hat Löcher gestopft, Zweikämpfe gewonnen und gute Pässe gespielt. Das mit dem Toreschießen lernt er vielleicht auch noch. Grüße nach Leipzig, es war eine geile Zeit!

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