Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

Google+ Instagram YouTube
Termin beim Chef: RB-Führungsriege reist zur "Audienz" bei Dietrich Mateschitz

Termin beim Chef: RB-Führungsriege reist zur "Audienz" bei Dietrich Mateschitz

Der Termin steht schon länger im Kalender: Am Mittwoch reisen die Verantwortlichen von RB Leipzig um Präsident und Gesamtfußballchef Oliver Mintzlaff sowie Sportdirektor und Coach Ralf Rangnick in die Red-Bull-Zentrale nach Fuschl am See. Die Bandbreite der Themen auf der Agenda ist groß.

Die RB-Zentrale in Fuschl am See.

Quelle: Leipzig report

Leipzig. Ausradeln für die Männer vom 2:2 gegen 1860 München, Training für den Rest. Danach Pflege und Video-Analyse. Womit das schon fünfte Remis der Roten Bullen - offiziell - ad acta gelegt wurde. Und zwar zu jenem fett-feisten Ordner, der die Aufschrift „Liegengelassene Punkte“ trägt.

Klar ist: Am Sonntag (13.30 Uhr) sollte gegen Nürnberg tunlichst gewonnen werden. Ex-RB-Profi Stefan Kutschke darf wieder mit den Club-Profis üben, gehört aber eher weniger zum Kader.

Am Mittwoch steigt in der Red-Bull-Zentrale in Fuschl am See ein Gipfeltreffen der Großkopferten. Dietrich Mateschitz, den alle nur Chef nennen, empfängt die RB-Führungsspitze. Vielleicht bleibt nach der Besprechung von Gegenwart und Zukunft Zeit für ein Abendbrot im Restaurant Ikarus im Hangar 7. Dort stehen Sterneköche am Herd. Dass Sportkamerad Ikarus flügeltechnisch verwachst hatte und abstürzte, hat natürlich nichts mit den Rasenballern zu tun.

Mateschitz empfängt diese Gäste: RB-Präsident und Gesamtfußballchef Oliver Mintzlaff. Sportdirektor und Coach Ralf Rangnick. Geschäftsführer Ulrich Wolter. Finanzchef Frank Zimmermann. Und Kommunikationsleiter Florian Scholz. Das Treffen ist seit längerem terminiert, wird aber nicht losgelöst von erwähntem Aktenordner über die Bühne gehen.

Mateschitz wird Fragen stellen.

1.: Nach dem Stand der Dinge in Liga zwei. Dem Schneckenrennen um die Aufstiegsplätze. Und Aussetzern des Vorzeigeprofis Willi Orban.

2.: Nach den Fortschritten beim Ausbau der Red-Bull-Arena.

3.: Nach einem Nachfolger für Ex-Marketingchef Jörg Kurzeja.

4.: Nach dem Comeback von Ralf Rangnick auf der Trainerbank und dessen Plan, 2016 nur noch als Sportdirektor zu fungieren.

Milliardär Mateschitz ist kein Fußball-Experte. Wie viele Punkte neun Spiele hergeben, ist dem 71-Jährigen aber klar. Insofern sind jene 14 Punkte seiner Untergebenen, ja, ausbaufähig. Rangnick: „Dass wir unnötig Punkte liegen lassen, gehört offenbar zum Lernprozess meiner Mannschaft.“ Ein schmerzhafter Prozess. Noch ist nichts passiert, sind die Aufstiegsplätze in Griffweite. Jetzt müssen Siege her.

Wie wichtig Speed ist, weiß Mateschitz aus der Formel 1. In München hatte RB-Abwehrchef Willi Orban Diesel statt Tiger im Tank. Der 22-jährige Pfälzer muss wegen der hoch stehenden RB-Abwehr perfekt antizipieren und in Ermangelung an Sprintstärke früher loslaufen als Okotie und Co. Und Orban muss sich der alten Weisheit von Berti Vogts nähern: „Entweder kommt der Ball an mir vorbei oder der Gegenspieler. Nie beide.“

Apropos: Ja, es ist denkbar, dass sich Red Bull aus der Formel 1 zurückzieht. Ohne Motor fährt es sich schlecht. Und eine hinter den Kulissen angebahnte Kooperation mit Volkswagen (bzw. Audi) fällt nach dem Skandal um getunte Abgaswerte flach.

Steckt Mateschitz seine Formel-1-Kohle in den Fußball? Eingedenk des Financial Fairplay, das die Götterspeisen von Sponsoren reglementiert, kann Mateschitz RB nur indirekt Gutes tun. Zum Beispiel mit dem Bau einer Hightech-Arena, die dem Verein zusätzliche Einnahme-Quellen bringt. Zukunftsmusik.

Aktuell steht der Ausbau der Red-Bull-Arena oben auf der Agenda. Der Vertrag mit Stadion-Chef Michael Kölmel läuft noch bis 2020. Der Club hat eine Machbarkeitsstudie erstellt, will Nord- und Südseite aufforsten, die Bude ohne XXL-Aufwand blickdicht machen. Zudem naht das Ende der hässlichen unteren Betonumrandung, werden weitere Zuschauerränge Richtung Spielfeldrand verlegt. Insgesamt soll die Arena um 10000 Plätze erweitert werden.

Stichwort Kurzeja-Nachfolge. RB hat den Posten des langjährigen Marketingleiters ausgeschrieben (stepstone.de). Wer BWL studiert und fünf Jahre Berufserfahrung hat, wunderbar Englisch spricht und potente Geldgeber aufzureißen weiß, möge sich melden.

Thema zeitlich begrenzter Trainerjob. Rangnick: „Ich möchte nur diese eine Saison die Trainer-Rolle ausfüllen. Ich glaube nach wie vor, dass es für RB Leipzig besser ist, wenn ich mich nur um die Weiterentwicklung der strukturellen und personellen Dinge kümmere.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News

Jede Woche im LVZ-Tippspiel zur Saison 2016/17 regionale Partien tippen und tolle Preise gewinnen! mehr