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Tim Sebastian zum Abschied: "Ich bin stolz, ein Teil von RB Leipzig gewesen zu sein"

Interview Tim Sebastian zum Abschied: "Ich bin stolz, ein Teil von RB Leipzig gewesen zu sein"

Viele Fans von RB Leipzig werden ihm hinterhertrauern. Tim Sebastian verlässt die Rasenballer, wechselt zu Ligakonkurrent Paderborn. Wir haben zum Abschied noch einmal mit der "Hansa-Kogge" gesprochen, über Vertragsentscheidungen, Abschiedsworte und eine geile Zeit.

Verteidigt künftig für den Paderborner SC: Tim Sebastian.

Quelle: GEPA Pictures

Leipzig. Am Sonnabend wird RB-Urgestein Tim Sebastian 32, am Donnerstag unterschrieb der Innenverteidiger seinen wohl letzten Profivertrag. Nicht bei Red Bull New York, sondern beim Zweitliga-Rivalen SC Paderborn. Sebastian über fünfeinhalb Jahre RB Leipzig mit 133 Pflichtspielen und sieben Toren, das No zu New York und das Ja zu Stefan Effenberg.

Die Segel waren schon Richtung Hudson River gesetzt, jetzt geht es im VW Richtung Paderborn. Woher kam der Sinneswandel?

In den Verhandlungen mit New York habe ich irgendwann gespürt, dass so eine Geschichte erst ans Ende der Karriere passt.

Könnte es sein, dass die Eckdaten des USA-Deals nicht wie von Ihnen gewünscht waren?

Das erste Problem war die Laufzeit. Ich hätte bis Oktober da gespielt und hätte mich dann wieder neu orientieren müssen. Das Thema Geld war auch nicht ohne. Die Lebenhaltungskosten sind in New York Wahnsinn. Und Schulplätze für meine beiden Kinder gab es auch nicht ohne Weiteres.

Dann hat Sie also Stefan Effenberg angerufen und für den SC Paderborn begeistert?

Hat er. Er ist Feuer und Flamme für den Verein, hat einen Innenverteidiger gesucht, wollte mich unbedingt. Die Vertragslaufzeit bis 2018 zeigt, dass es beide Parteien ernst meinen. Und, ja, das ist Abstiegskampf. Aber ich bin überzeugt, dass wir in der Liga bleiben. Die Qualität ist da.

Beim SCP treffen Sie Niklas Hoheneder wieder. Kommt es zur Neuauflage der Leipziger Innenverteidigung?

Ich hätte nichts dagegen, aber es gibt mit Hauke Wahl einen weiteren guten Mann für die Zentrale.

Sie haben zuletzt nur unregelmäßig gespielt. Sind die Planken der legendären Hansa-Kogge morsch?

Nein, ich bin körperlich noch topfit, will mich weiter in der zweiten Liga beweisen.

Bei Ihnen ist also nur der Kopf alt und weiter unten alles jungfräulich?

So ungefähr. Ich war nie schwer verletzt, habe einen guten Körper für den Fußball. Meine Werte sind jetzt nicht schlechter als mit 26. Ich bin fast ein junger Mann.

Bei Ihrem Abschied in der RB-Kabine soll Cheftrainer Ralf Rangnick freundliche Worte gewählt haben. Er hat bestimmt Ihren langjährigen Einsatz und Ihre würdevolle Haltung als Edel-Reservist belobigt

Er hat sich bedankt und gesagt, dass die Tür bei RB für mich immer offen ist.

Er hätte es einfacher haben können.

Wie meinen?

Wenn Sie Stammspieler wären, würden Sie jetzt sicher nicht nach Paderborn wechseln.

Ich war natürlich unzufrieden mit meiner persönlichen Entwicklung, muss aber sagen, dass die Mannschaft auch ohne mich perfekt funktioniert hat. Es gab keinen Grund für den Trainer, hinten umzustellen. Und ein Willi Orban oder Atinc Nukan sind vom Alter her natürlich Spieler, auf die der Club für die nächsten Jahre baut. Also: Alles gut, wir können uns in die Augen schauen.

Ihre knapp sechs Jahre bei RB Leipzig waren...

...eine geile Zeit. Am Anfang war es zäh, aber die beiden Aufstiege überstrahlen alles. Ich habe geholfen, dieses gigantische Projekt anzuschieben, bin stolz, Teil von RB gewesen zu sein. Fünfeinhalb Jahre sind im Fußball ja eine halbe Ewigkeit.

Sie wünschen RB das Beste?

Das Allerbeste. Die Truppe steigt auf -  hundertprozentig. Der Teamspirit ist sensationell. Und mit Team meine ich den gesamten Verein plus Fans.

Was werden Sie an Leipzig besonders vermissen?

Wir wollen jetzt mal nicht sentimental werden, ich verlasse ja nicht Mutter Erde. Ich bin glücklich, dass ich nach diesen fantastischen Jahren noch einmal so eine Herausforderung bekommen habe.

Und das Heimspiel gegen RB?

Ist ein Spiel von noch 15. Das war jetzt gelogen. Alles Gute, ich muss jetzt zum Training.

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