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Trainersuche bei RB Leipzig vor dem Ende

Weinzierl erste Wahl Trainersuche bei RB Leipzig vor dem Ende

Vor dem Spiel beim FC St. Pauli am Millerntor geht auch die Diskussion um den zukünftigen Trainer bei RB Leipzig weiter. Markus Weinzierl, derzeit noch beim FC Augsburg, soll ein heißer Anwärter auf den Job sein.

Noch ist offiziell nicht entschieden, wer der Nachfolger von RB-Trainer Ralf Rangnick werden soll.

Quelle: dpa

Leipzig. Weil Fußballer insbesondere nach Misserfolgen dem Aberglauben anheim fallen, haben die Rasenballer den diesjährigen Trip zum FC St. Pauli anders gestaltet als jenen im Mai. Der endete bekanntermaßen mit einer 0:1-Niederlage. Donnerstagnachmittag ging es mit dem Flieger statt mit dem Bus in die Freie und Hansestadt Hamburg. Gewohnt wird nicht im Dorint-Hotel, sondern in einer anderen Herberge. Und anders als einst im Mai wurde diesmal unter der Woche nicht zu hart trainiert. Die Männer um Kapitän Dominik Kaiser werden demnach topfit sein, wenn am Freitag um 18.30 Uhr der Hit Vierter gegen Erster am Millerntor angepfiffen wird.

RB-Coach Ralf Rangnick stellt Peter Gulacsi für den verletzten Fabio Coltorti ins Tor, bringt ansonsten die Elf vom 2:0-Sieg gegen Braunschweig. Weil der Trainer bei Marcel Halstenberg (Zerrung just überwunden) kein Risiko eingehen will, bleibt Anthony Jung Linksverteidiger. Die leicht angeschlagenen Yussuf Poulsen und Diego Demme können auflaufen.

Fragen zu den Verwerfungen bei seinem Ex-Verein Hoffenheim prallen von Rangnick ab wie Wasser von der Ente. Ist ja auch fünf Jahre her, man hat sich aus­einandergelebt. RR ist fokussiert auf St. Pauli, das „unter Ewald Lienen zu einem Spitzenteam geworden ist“.

Nun ja, ein gefühltes. 1,56 Punkte pro Spiel holten die Kiez-Fußballer seit Lienens Dienstantritt Mitte Dezember 2014 in 37 Spielen.

Fragen zu Rangnicks Nachfolger werden vom Coach selbst und von Präsident Oliver Mintzlaff wie folgt beantwortet: „Wir sind in guten Gesprächen.“

Nach LVZ-Informationen sind die Gespräche nicht nur gut, sondern befinden sich im Endstadium. Die eh nur kurze Liste ist dabei um einen hoch gehandelten Namen kürzer geworden.

Wie aus dem Dunstkreis von Bundes­ligist Mainz 05 an den feucht-fröhlichen Fastnachtstagen verlautete, wird U23-Trainer Sandro Schwarz seinen Vertrag bei den Nullfünfern erfüllen. Bedeutet im Umkehrschluss: Das nach Experten-Meinung größte Trainer-Talent der Republik wird definitiv nicht Cheftrainer der Rasenballer aus der Sportstadt Leipzig. Jedenfalls nicht in diesem Sommer. Der Noch-Zweitligist hatte beim 37-Jährigen Interesse hinterlegt und damit 05-Präsident Harald Strutz in Rage gebracht. Strutz keilte via Bild-Zeitung aus, sprach von schlechtem Stil und so weiter und so fort. Strutz hat aktuell ganz andere Probleme, ist nach Bekanntwerden seines jährlichen 250 000-Euro-Salärs in Erklärungsnöte geraten.

Zurück zur T-Frage. Die gespielten Marcel Koller und Lucien Favre standen nie auf der Besetzungsliste des Zweitliga-Tabellenführers. Rangnicks Denke darf man sich so vorstellen: Alt bin ich selbst, ich brauch’ was Junges!

Womit wir beim Herzblatt der Rasenballer wären: Markus Weinzierl. Der ist zarte 41, genießt in der Szene einen fantastischen Ruf, kann und kennt jede Spielart des modernen Fußballs. Ballbesitz, Pressing, Gegen-Pressing.

Im vergangenen Sommer waren viele heiß auf den Coach des FC Augsburg. Die Schalker wollten, bekamen einen Korb und holten André Breitenreiter. Der BVB wollte, bekam einen Korb und holte Thomas Tuchel. RB wollte, bekam einen Korb und bestellte einen Trainingsanzug für Sportdirektor Rangnick.

Der heimatverbundene und integre Weinzierl hatte sich mit den Augsburgern gerade für die Europa-League qualifiziert, brachte es nicht übers Herz, die Puppenkiste zu verlassen. Ein Top-Trainer mit einem Top-Charakter. Und einer, der erkannt hat, dass er beim FCA seine Milch gegeben hat.

Der Rest der Geschichte geht so: Weinzierl sichert seinen Augsburgern den Klassenerhalt und trifft den Club in der kommenden Saison wieder: in der Bundesliga. Als RB-Coach.

Vorher, so viel ist klar,  werden sich die Beteiligten winden, und absolut nix rauslassen.

Guido Schäfer

Leipzig 51.339695 12.373075
Leipzig
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