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Trotz Nürnberger Erfolgsserie: RB Leipzig holt noch mehr Punkte

Spitzenspiel in der 2. Bundesliga Trotz Nürnberger Erfolgsserie: RB Leipzig holt noch mehr Punkte

Die Nürnberger Serie von 16 Spielen ohne Niederlage sorgt für Gesprächsstoff. Allerdings: RB Leipzig hat in derselben Zeit seinen Vorsprung gegenüber dem Club noch ausgebaut.

Davie Selke will auch in Nürnberg jubeln.

Quelle: Gepa

Leipzig. Es ist eine beeindruckende Serie, die der 1. FC Nürnberg da hingelegt hat. Seit 16 Spielen ist der Club ohne Niederlage geblieben. Der Lohn: Die Franken sind zurück im Aufstiegskampf. In Bezug auf RB Leipzig nutzte ihnen der Lauf allerdings wenig. Im Gegenteil: Die Roten Bullen haben ihren Vorsprung sogar noch ausgebaut.

Rückblick auf den 10. Spieltag: RB Leipzig führte schon nach 16 Minuten mit 3:0 gegen die Nürnberger. Die fast 29.000 Zuschauer erwarteten ein Schützenfest bis zum Schlusspfiff und mussten am Ende doch noch zittern. Der FCN traf noch zweimal und hatte sogar den Ausgleichstreffer auf dem Fuß. „Der Club kann auch in der letzten Viertelstunde noch zulegen“, sagt RB-Verteidiger Lukas Klostermann. Aufmerksamkeit bis zum Schlusspfiff sei deshalb auch beim Rückspiel am Sonntag gefragt.

RB Leipzig empfing den 1. FC Nürnberg am Sonntag zum Zweitliga-Heimspiel in der Red-Bull-Arena. Fotos: Christian Modla

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Nach der Pleite in Leipzig startete Nürnberg seine Positivserie, allerdings auch mit mehreren Unentschieden. Am Ende sammelte der Tabellendritte 36 Punkte ein. Die Roten Bullen verloren im selben Zeitraum zwar drei Spiele, leisteten sich aber keine Punkteteilung. Unter dem Strich holte der Ligaprimus sogar 39 Zähler.

Nun stehen sich beide Teams erneut gegenüber. Wen Rangnick aufstellen wird, wusste er am Freitag noch immer nicht. Grippe und Infekte haben den Kader nach wie vor im Griff, es gibt aber Lichtblicke. Lediglich bei Kapitän Dominik Kaiser ist klar, dass er ausfallen wird. Allerdings haben Yussuf Poulsen und Davie Selke in dieser Woche nicht mit der Mannschaft trainiert. Andere Spieler sind noch nicht wieder bei vollen Kräften. Willi Orban und Rani Khedira kurierten zudem Blessuren aus dem Spiel gegen 1860 München aus und mussten ebenfalls allein üben.

„Gulacsi ist die Nummer eins"

Rangnick stellt sich deshalb auch nicht die Frage, ob er mit Poulsen und Selke im Sturm beginnt. „Ich wäre schon froh, wenn einer spielt“, so der Coach. Ein dickes Fragezeichen steht auch hinter dem erkrankten Torhüter Peter Gulacsi. „Er ist meine Nummer eins, hat die letzten sechs Spiele gemacht“, sagt Rangnick. Sollte er nicht fit werden, kehrt Fabio Coltorti zurück zwischen die Pfosten.

Rangnick, der in dieser Woche selbst das Bett hüten musste, will sich hinter den Personalproblemen nicht verstecken. „Wir haben genug Spieler und dürfen uns jetzt nicht von Nebenkriegsschauplätzen ablenken lassen“, findet er. Dazu gehören auch die immer neuen Personalmeldungen der vergangenen Wochen. Torhüter, Feldspieler, Trainer: Nahezu täglich werden Namen gehandelt oder Wechsel als nahezu perfekt vermeldet. „Alle 15 Neuverpflichtungen sind unter Dach und Fach, dazu noch zwei Torhüter und fünf Trainer“, kommentierte Rangnick am Freitag ironisch die Personalmeldungen.

Nach den Niederlagen beim FC St. Pauli und dem SC Freiburg wollen die Leipziger zeigen: Wir können auch auswärts Spitzenspiele gewinnen. Zumindest das Wetter spielt dieses Mal mit. Schnee wie gegen die Breisgauer oder ein Holperrasen wie in Hamburg werden nicht erwartet. Bis zu acht Grad und eine Niederschlagswahrscheinlichkeit von zehn Prozent heißt die Prognose für Sonntagnachmittag. „Wenn normale Bedingungen herrschen, haben wir unser Spiel auch immer durchgebracht“, so der RB-Trainer.

Nürnberg muss nach einem Kreuzbandriss auf den von Erstligisten umworbenen Mittelfeldspieler Patrick Erras verzichten. „Wir haben natürlich Respekt vor Leipzig. Sie sind nicht nur in der Tabelle ganz vorne, sondern in vielen Kategorien“, lobt FCN-Coach René Weiler.

Klostermann als kühler Rechner

Bestnoten will sich auch Klostermann mit seinen Abwehrkollegen verdienen. Die Null soll stehen, Gegentore vermieden werden. „Wenn man hinten keinen Treffer bekommt, muss man vorn nur einen schießen“, so der Verteidiger. Den nach dieser Fußballerweisheit grinsenden Journalisten bei der Pressekonferenz zum Spieltag entgegnete der 19-Jährige: „Das ist einfache Mathematik.“ Klostermann kann aber auch schwierige Rechenaufgaben lösen. Er studiert neben seiner Profikarriere Wirtschaftswissenschaften und musste in dieser Woche neben dem Training für eine Klausur nach Potsdam fahren.

Und noch eine Rechnung: Mit einem Sieg in Nürnberg hätten die Leipziger wieder ein Polster von neun Punkten auf Platz drei. „Wir brauchen aber nicht weniger als 68 Punkte für den Aufstieg“, denkt Rangnick. Sollte RB Leipzig weiter siegen und die Prognose stimmen, dann könnten die Fans nach dem Heimspiel gegen den SV Sandhausen den Sprung in die 1. Bundesliga feiern. Den genauen Spieltermin am dritten Aprilwochenende wollen die Ligaplaner in der kommenden Woche bekannt geben.

Matthias Roth

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