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Umbruch nach Abstieg: RB-Gegner Braunschweig muss fünf Stammspieler ersetzen

Umbruch nach Abstieg: RB-Gegner Braunschweig muss fünf Stammspieler ersetzen

Als er 2010 seine Trainerausbildung abschloss, war Torsten Lieberknecht bereits Cheftrainer von Eintracht Braunschweig. Er wusste also, wovon er in seiner Abschlussarbeit schrieb.

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Eintracht Braunschweig gewann u.a. 3:0 gegen Aufsteiger Heidenheim.

Quelle: Swen Pförtner

Braunschweig. „Der schwierige Spagat zwischen Tradition und Zukunft bei Eintracht Braunschweig“, wurde gewissermaßen zum Leitfaden seiner Tätigkeit. Auf die Theorie folgte die Praxis - 2013 stieg der bis dahin finanziell und sportlich gebeutelte Traditionsverein überraschend in die Bundesliga auf und hielt sich achtbar. Mit einer Mannschaft, der nur die wenigsten Experten eine reale Chance auf den Klassenerhalt einräumten, spielte Eintracht bis zum letzten Spieltag um den Ligaverbleib.

 Nach dem Abstieg ist man in Braunschweig nun wieder da, „wo wir uns sowieso sechs, sieben Jahre aufhalten wollten“, so Lieberknecht. Das Ziel, mittelfristig zu den Top 25 in Deutschland zu gehören, hat der Klub nicht aus den Augen verloren. Etwas ungewollt folgte nach dem Abstieg der personelle Umbruch. In Kumbela (Karabükspor), Elabdellaoui (Olympiakos Piräus), Bellarabi (zurück nach Leverkusen), Davari  (Grasshoppers Zürich) und Bicakcic (Hoffenheim) verließen fünf Stützen das Team. Jedoch blieben mit Boland, Correia und Reichel auch Leistungsträger an der Hamburger Straße. Die große Stärke der Blau-Gelben, die Eingespieltheit und der Teamgeist, muss dennoch erst Stück für Stück zurückkehren.

Das gelang zum Saisonstart überraschend gut. In Düsseldorf dominierte Eintracht und hätte beim 2:2 mehr mitnehmen können als einen Punkt. Das erste Heimspiel gegen Heidenheim ging in der Höhe etwas glücklich 3:0 an die Blau-Gelben. Dennoch merkte man der jungen Mannschaft an, dass sie sich noch finden muss. Erst recht beim 1:2 in Kaiserslautern und der 1:2-Heimpleite gegen Bochum. Mit vier Punkten aus vier Spielen findet sich das Team momentan auf Platz zwölf wieder.

Der Eintracht-Coach ließ erstmals in seiner Amtszeit mit einer Fünfer-Abwehrkette beginnen, die bei eigenem Ballbesitz durch das Vorrücken der beiden Außenverteidiger zur Dreier-Reihe wurde. „Teil der Entwicklung der Mannschaft“, sei das gewesen, sagte Lieberknecht nach dem Spiel. „Wir müssen noch die richtige Mischung finden“, lautete eine weitere Erkenntnis Lieberknechts. Gemeint war das Verhältnis zwischen eigenem und gegnerischem Ballbesitz. Zu sehr ließ sich Eintracht auf dem Betzenberg hinten reindrängen.

Die jüngsten Niederlagen bestätigten die realistische Einschätzung der Verantwortlichen vor der Saison: Denn vom Aufstieg redet in Braunschweig keiner. Vielmehr will man ein Team mit Perspektive aufbauen, das mittelfristig wieder ans Tor zur ersten Liga klopft.

Eine tragende Rolle könnte dabei die Norwegen-Connection spielen, die aus drei Nationalspielern besteht. Neben dem im Winter geholten Havard Nielsen (RB Salzburg), der trotz seiner Größe ein quirliger, kampfstarker und kombinationssicherer Spieler ist, kamen vor der Saison der Stürmer Mushaga Bakenga (Esbjerg, früher FC Brügge) und der Außenverteidiger Vegar Eggen Hedenstad (Freiburg). Letzterer überzeugte in den ersten Spielen mit engagierten Läufen auf der rechten Seite und setzte einige Offensiv-Akzente. Bakenga hingegen musste in den ersten Spielen dem gesetzten Landsmann Nielsen und Routinier Dennis Kruppke den Vortritt gewähren. Mit Boland und Theuerkauf verfügen die Niedersachsen über kampfstarke Spieler im Mittelfeld. Vor allem Boland ist auf dem Platz überall zu finden und hat die Vorgabe verinnerlicht, nach Ballgewinn möglichst schnell vors gegnerische Tor zu kommen.

In der Regel kann Eintracht auch auswärts auf eine große Fangemeinde bauen. Die Ultra-Szene boykottiert jedoch das Samstag-Spiel (13 Uhr) in Leipzig und bietet ein Public Viewing in Braunschweig an. Bis zu 999 Fans können auf dem Schützenplatz das Spiel zusammen verfolgen - auf einer 15 Quadratmeter großen Leinwand. Jene, die nach Leipzig fahren, werden dies in den gleichen gelben „Traditions-T-Shirts“ tun, die die Daheimgebliebenen tragen sollen. Die Hälfte der Einnahmen wird dem Förderverein „Eintracht ist alles“ gespendet. „Durch diese bundesweit einmalige Aktion setzt die Eintracht-Fanszene ein klares Zeichen“, sagt Robin Koppelmann vom FanRat, der Dachorganisation der Eintracht-Fanklubs.

Joel Stubert

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