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Vor dem Duell RB Leipzig gegen Frankfurt: Rangnick und Oral verstehen sich

Auf einer Wellenlänge Vor dem Duell RB Leipzig gegen Frankfurt: Rangnick und Oral verstehen sich

Am Sonntag empfängt RB Leipzig im letzten Heimspiel des Jahres den FSV Frankfurt. Für dessen Trainer Tomas Oral ist die Partie die Rückkehr an eine alte Wirkungsstätte. Trotz aller Rivalität findet der FSV-Coach nur lobende Worte für die Messestädter und Kollege Ralf Rangnick.

Netter Plausch: FSV-Coach Tomas Oral (l.) und RB-Trainer Ralf Rangnick nach dem Hinspiel in Frankfurt, das die Leipziger 1:0 gewannen.

Quelle: Imago

Leipzig/Frankfurt. Fußballer brauchen zuweilen einen Psycho-Kick. Christoph Daum war Vorreiter, ließ die Bayer-Werkself barfuß über Scherben watscheln. Klaus Toppmöller („Bye, Bye, Bayern“) verpasste seinen Männern von Eintracht Frankfurt Flügel, indem er mit einem Steinadler in der Kabine erschien.

Im Mai 2015 schoss Tomas Oral den Vogel ab (der Adler ist nicht gemeint), als er seine  Jungs durch eine Autowaschanlage  jagte. Sollte vorm finalen Gastspiel in Düsseldorf das schlechte Karma einer Misserfolgsserie hinwegspülen und die Klasse sichern. Der FSV Frankfurt machte erst Schlagzeilen, dann die Fortuna nass (3:2-Sieg). Oral? Verdiente sich eine Vertragsverlängerung. Übrigens gehörte auch der wenige Tage zuvor als Retter verpflichtete Coach zu jenen, die sich durch die Bürsten kämpften.

Am Sonntag kehrt der frühere RB-Trainer zurück nach Leipzig (13.30 Uhr), möchte Zählbares mitnehmen. „Wir wollen die weite Reise nicht umsonst machen“, sagt der 42-jährige Hesse, dessen kleiner, aber feiner Club die achte Zweitliga-Saison in Folge spielt und mit 22 Punkten glänzend dasteht.

Die Roten Bullen müssen sich warm anziehen, der FSV ist auswärts eine Macht, hat nur einmal verloren, 0:2 in Freiburg. Das Thema Aufstieg liegt nicht auf dem Schreibtisch des leicht entflammbaren Fußball-Lehrers, eine Meinung hat er trotzdem dazu. „Freiburg und Leipzig haben das größte Potenzial, müssten es schaffen. Nürnberg ist auch klasse besetzt und hat einen Lauf.“ Oral hat RB mehrfach beobachtet, saß zuletzt beim 4:2 gegen Duisburg auf der Tribüne. Als der MSV das 1:2 erzielte, wollte er  sich abseilen und ohne Stau losfahren. „Ich habe aber gespürt, dass noch was passiert. Die letzten fünf Minuten waren sensationell, da war ich mehr Fußball-Fan als Trainer.“

So ganz hat er seine Zeit in Leipzig und die Saison 2010/2011 nicht abgehakt. RB hatte ihm einen fixen Kader vorgesetzt. Gestaltungsraum: null. Orals Auftrag: Aufstieg in drei Jahren. Nach einer Saison war Schluss, kam Peter Pacult.

Nach erfolgreichen Jahren in Ingolstadt und einem lehrreichen Jahr in Fulham mit Felix Magath kehrte Oral zu seiner alten Liebe FSV zurück. Sechsmal ist der frühere Oberligaspieler dort aufgestiegen. In Bornheim will er bleiben, den Verein zur besonderen Marke machen. Weil der kleine Nachbar der großen Eintracht alles, aber kein Geld hat, bleibt dem Club nur die Rolle des Aus- und Weiterbildungsvereins. Der FSV gilt als attraktives Schaufenster. Hingucker der aktuellen Auslage: Besar Halimi, 20. Der offensive Mittelfeldspieler ist aus Mainz ausgeliehen und sorgt in seiner ersten Profisaison mit vier Toren und sechs Vorlagen für Aufsehen. Oral: „Wenn Besar uns hilft, in der Liga zu bleiben und er sich zu einem Mann für die Bundesliga entwickelt, haben alle profitiert.“

Im Hinspiel hatte RB große Probleme, gewann glücklich 1:0.  Ralf Rangnick  und Oral verstanden sich auffällig gut. „Ich habe großen Respekt vor Ralf“, sagt Oral, „er ist prädestiniert für RB.“ Und hat dem aufstrebenden Oral 2009 zu einer Hospitation in Hoffenheim verholfen, ihm den Weg zur Fußball-Lehrer-Lizenz geebnet.

Rangnick ist voll des Lobes über das gallische Dorf der Liga: „Der FSV hat sich in der 2. Liga etabliert und ist wieder auf auf bestem Weg, die Klasse zu halten. Wenn man berücksichtigt, mit welchen Mitteln der Verein arbeitet, muss man den Hut ziehen. Tomas macht einen richtig guten Job, das Spiel der Mannschaft trägt seine Handschrift.“ Rangnick und Oral: Zwei Stühle, eine Meinung.

Novum im deutschen Fußball: Ins RB- Wintertrainingslager  (16. bis 26. Januar, Türkei) fahren U19 und U23 mit. Signal der Durchlässigkeit von unten nach oben.

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