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Wegen RB Leipzig: Fabian Bredlow wird beim HFC attackiert

Ultra-Szene Wegen RB Leipzig: Fabian Bredlow wird beim HFC attackiert

Die Ultra-Szene des Halleschen FC holt kräftig aus und hat dem neuen Torhüter des Vereins einen ungemütlich Empfang in der Saalestadt beschert. Wenn es nach den Fans ginge, soll Fabian Bredlow wegen seiner Vergangenheit bei RB Leipzig am liebsten wieder seine Koffer packen.

Fabian Bredlow

Quelle: Gepa

Leipzig/Halle. Er hat noch kein Drittligaspiel für den Halleschen FC bestritten, konnte sich im heimischen Stadion bisher nicht präsentieren und hat die Fans seines neuen Vereins noch nicht persönlich kennengelernt. Dennoch schlägt Torhüter Fabian Bredlow der blanke Hass der rot-weißen Ultra-Szene entgegen. Nach der Verpflichtung des gebürtigen Berliners formulierten die Saalefront-Ultras umfangreich eine Erklärung auf ihrer Homepage. Das Schreiben endet mit der deutlichen Aufforderung: „BREDLOW VERPISS DICH!“.

Der Keeper wird vom HFC-Anhang dafür in Haftung genommen, dass er in den vergangenen drei Jahren bei RB Leipzig unter Vertrag stand. „Wir werden keine Spieler akzeptieren, die ihrerseits dazu beigetragen haben, dass das ‚System RB‘ überhaupt erst funktioniert“, erklären die Mitglieder der Saalefront und nehmen für sich in Anspruch, gleich für die gesamte Ultraszene des Vereins mit zu sprechen. „Im ersten Moment war das schon ein Schock“, entgegnete der Keeper gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung.

Bredlow startete seine Karriere bei Hertha Zehlendorf und wechselte 2012 nach Leipzig an den Cottaweg. Dort heuerte er zunächst bei der U 19 der Roten Bullen an und gab auch sein Debüt in der deutschen Juniorenauswahl. Im vergangenen Jahr nahm ihn dann der damalige RB-Coach Alexander Zorniger sogar mit ins Wintertrainingslager nach Belek. Ein Spiel bei den Profis blieb ihm allerdings verwehrt, weil er starke Konkurrenten wie Fabio Coltorti und Benjamin Bellot vor sich hatte.

Bredlow wurde schließlich nach Österreich ausgeliehen und landete über RB Salzburg beim FC Liefering. Dort bestritt er für das Nachwuchsteam der Salzburger Bullen 29 Zweitligaspiele und fiel dabei den Scouts des HFC auf, die ihn seit dem 1. Juli für zwei Jahre unter Vertrag genommen haben.

Für die Ultras ist der Transfer gar einen Schlag gegen die eigene Identität. „Es muss die Frage erlaubt sein, ob wir wirklich schon an dem Punkt angekommen sind, an dem es ohne ehemalige RB-Spieler nicht mehr geht“, heißt es. Halles Präsident Michael Schädlich lässt sich von den Sprüchen wenig beeindrucken. „Ich verurteile das auf das Entschiedenste. Die Reaktion von einigen wenigen Fans halte ich für unangemessen“, sagte der Vereinschef. Der HFC werde alles dafür tun, dass Bredlow eine positive Entwicklung nehmen werde.

Nicht von ungefähr  erinnert der Vorfall an Bredlows Kollegen Manuel Neuer. Als dessen Wechsel vom FC Schalke 04 zum FC Bayern vor vier Jahren bekannt wurde, ging ein Aufschrei durch die Münchner Fanszene. „Koan-Neuer“-Plakate in der Arena und sogar im Trainingslager erhitzten damals die Gemüter. Später wandelte sich das Bild. Mit zwei gehaltenen Elfmetern im Halbfinale der Champions League gegen Real Madrid wurde er schlagartig zum FCB-Helden.

Bredlow kann schon am dritten Spieltag der 3. Liga vom verteufelten zum gefeierten Neuzugang werden, wenn er bei dieser Partie seinen Kasten sauber hält. Der Gegner heißt 1. FC Magdeburg und wird von der halleschen Ultra-Szene mindestens genauso gehasst wie RB Leipzig.

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