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Weiße Bullen auf weißem Grund – RB Leipzig trauert einem Punkt nach

Schneeballschlacht in Freiburg Weiße Bullen auf weißem Grund – RB Leipzig trauert einem Punkt nach

Für Rani Khedira war es in Freiburg „etwas wild“, Trainer Ralf Rangnick hatte Probleme wegen seiner Farbblindheit. Den Coach erwarten jetzt zwei schwierige Personalentscheidungen.

RB Leipzig im Schneegestöber von Freiburg.

Quelle: dpa

Leipzig. Möglicherweise war es der letzte Schnee in diesem Winter in Freiburg. Schon in den kommenden Tagen ist das gewohnt gute Wetter im Breisgau zurück: Acht Stunden Sonnenschein und Temperaturen bis zu neun Grad lauten die Prognosen. Ganz anderes Bild am Montagabend: Noch vor dem Anpfiff begann es zu schneien und hörte bis zum Schlusspfiff nicht mehr auf. An flüssigen Kombinationsfußball war  im Spitzenspiel der 2. Bundesliga zwischen dem SC Freiburg und RB Leipzig nicht zu denken.

„Es hätte am Nachmittag noch niemand damit gerechnet, dass die Begegnung unter Schneeballschlachtbedingungen stattfindet“, meinte RB-Trainer Ralf Rangnick. Und es schien, als ob der SC Freiburg einen direkten Draht zu Petrus besaß und einen ordentlichen Flockenwirbel bestellt hatte. RB konnte nicht seinen gefürchteten Offensivfußball aufziehen. Stattdessen versuchten es die Gäste mit sonst verpönten langen Pässen in die Spitze. „Man kann nicht nur die Bälle nach vorn hauen“, bemängelte Leipzigs Stefan Isanker, der mit den Bedingungen keine Probleme hatte. Er komme schließlich aus Österreich und sei Schnee gewohnt.

Bei starkem Schneefall verloren die Leipziger das Spitzenspiel am Montagabend beim SC Freiburg mit 1:2 (0:1).

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Auf eine harte Probe wurden auch die Zuschauer auf den Fernsehsofas gestellt. Die RB-Spieler waren in ihren weißen Trikots und Hosen nur schwer vom schneebedeckten Spielfeld zu unterscheiden. Die Szenerrie erinnerte an einen alten Kalauer von Otto Waalkes: „Wie sieht die Ostfriesenfahne aus?“ Antwort: „Weißer Adler auf weißem Grund.“ Zumindest der rote Ball ließ den aktuellen Spielzug erkennen.

„Ich konnte nichts sehen“

Zwischenzeitlich musste das Spiel sogar unterbrochen werden, um die Seitenlinien freizuschippen. Rangnick fragte nach dem Abpfiff, wie der Schiedsrichterassistent seine Entscheidungen getroffen habe. „Ich habe keine Linie entdeckt, bin aber rot-grün-farbenblind und konnte nichts sehen“, so der Coach.
Vieles war dem Zufall überlassen. „Das ist heute ein bisschen wild gewesen“, sagte Rani Khedira. Und dennoch: Mindestens ein Punkt wäre für RB möglich gewesen. In letzter Sekunde schoss Marcel Sabitzer aus Nahdistanz aufs Freiburger Tor, Keeper Alexander Schwolow rettete mit einem Blitzreflex den 2:1-Vorsprung. „Am Ende ärgern wir uns natürlich, dass wir nicht mit wenigstens einem Punkt nach Hause fahren“, so Marcel Halstenberg.

Vom Aufstiegskurs will sich RB nach der vierten Saisonniederlage aber nicht abbringen lassen. „Wenn es die nächsten zwei Spiele nicht immer noch schneit, dann gehe ich nicht davon aus“, sagte Rangnick. Am kommenden Sonntag wollen die Roten Bullen wieder angreifen. Dann ist der TSV München 1860 in Leipzig zu Gast. Rangnick muss seine in den vergangenen Wochen sei erfolgreiche Offensive umbauen. Yussuf Poulsen sah in Freiburg die fünfte gelbe Karte und ist gesperrt, steht aber in der Woche danach wieder für das Spitzenspiel in Nürnberg bereit.

Zwei schwierige Personalien

Die große Frage ist: Wer wird Poulsens Platz einnehmen? Rangnick gab bei seinem ersten Wechsel in Nürnberg erneut Nils Quaschner gegenüber Davie Selke den Vorzug. Der gebürtige Stralsunder wurde zuletzt immer wieder vom Coach für seine Trainingsleistungen gelobt. Später brachte Rangnick noch Selke, der aber auch wegen des schwierigen Untergrunds keine entscheidenden Akzente setzte.

Und noch eine Entscheidung muss Rangnick treffen: Wen stellt er ins Tor? Fabio Coltorti ist nach seiner Schulterverletzung wieder fit und trainiert voll mit der Mannschaft. Ersatzkeeper Peter Gulasci nutzte seine Chance und hinterließ in seinen sechs Zweitligaspielen einen starken Eindruck.

Tomas Oral, ehemaliger RB-Trainer, hat eine neue Aufgabe. Der 42-Jährige unterschrieb beim Karlsruher SC. Seinen auslaufenden Vertrag beim FSV Frankfurt wollte er nicht über das Saisonende hinaus nicht verlängern.

Matthias Roth

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