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Weniger Anfeindungen für RB Leipzig – Rangnick mit Zetteltaktik

Vor dem Spiel gegen Greuther Fürth Weniger Anfeindungen für RB Leipzig – Rangnick mit Zetteltaktik

RB Leipzig ist auswärts so stark wie noch nie. Am Sonnabend soll gegen Greuther Fürth der nächste Sieg folgen. Der Aufschwung hängt auch mit der Zetteltaktik von Trainer Ralf Rangnick zusammen. Auch die Anfeindungen gegen den Verein haben nachgelassen.

Stellt seine Mannschaft gern schriftlich um: RB-Trainer Ralf Rangnick.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Er hat am vergangenen Spieltag ein Traumtor geschossen, ist mit RB Leipzig Tabellenführer in der 2. Bundesliga und saß mit den Kollegen bei der Weihnachtsfeier in dieser Woche entspannt zusammen. Eigentlich müsste bei RB-Kapitän Dominik Kaiser die Luft für dieses Jahr heraus sein und der Entspannungsmodus eingesetzt haben. „Ja, so könnte man es sehen, es ist aber nicht so“, sagt der 27-Jährige. Am Sonnabend müssen die Roten Bullen bei der SpVgg Greuther Fürth antreten und bei einem weiteren Sieg winkt eine Urlaubsverlängerung um einen Tag. „Unser Fokus liegt auf dem letzten Spiel“, betont er.

Auswärts ist RB in der Liga so erfolgreich wie kein anderes Team. Sechs Siege und drei Unentschieden erspielten sich die Leipziger. In der vergangenen Saison taten sich die Roten Bullen in fremden Stadien noch schwer. „Wir haben viel individuelle Qualität dazugewonnen“, nennt Kaiser einen Grund für den Höhenflug. Und noch eine Sache hat sich geändert: RB wird auswärts nur noch mäßig angefeindet. „Das ist jetzt deutlich entspannter“, sagt der Kapitän. Während des Spiels habe er die Fan-Aktionen ohnehin nur am Rande wahrgenommen.

Die Franken aus Fürth stehen derzeit im Niemandsland der Tabelle und haben die vergangenen sechs Spiele nicht gewonnen. „Wir müssen zurück zu den Wurzeln“, fordert deshalb SpVgg-Trainer Stefan Ruthenbeck. Dass die Kleeblätter richtig gut spielen können, haben sie beim Hinspiel in Leipzig gezeigt. Mit Glück rettete RB da beim 2:2 noch einen Punkt. „Wir hatten zu Beginn der Saison noch einige Schwierigkeiten“, so Kaiser. Inzwischen habe sich die Mannschaft gefunden. „Das ist eine richtig geile Truppe, bei einem richtig geilen Klub“, sagt der Kapitän ungewohnt überschwänglich über die Roten Bullen.

Rangnick steckt Spieler einen Zettel zu

RB ist in dieser Saison kaum ausrechenbar. „Der Gegner weiß nicht, was auf ihn zukommt“, erklärt Kaiser. Das liege vor allem am Taktikfuchs Rangnick. Sollte ein Konzept einmal nicht aufgehen, dann schnappt sich der Trainer einen Zettel und notiert darauf eine neue Grundordnung. Anschließend ruft er einen Spieler an den Seitenrand und steckt ihm das Papier mit den Namen zu. Er muss dann die Kollegen auf die neuen Positionen dirigieren. „Was dann mit dem Zettel passiert, ist mir egal. Den kann er meinetwegen zerreißen“, so der Trainer. Einen Kult wie um die Notizen von Nationalkeeper Jens Lehmann beim Elfmeterschießen gegen Argentinien zur WM 2006 gebe es jedenfalls nicht. Und noch etwas zeichnet RB aus. Fehlt eine Stammkraft, dann kann der Trainer gleichwertig ersetzen. Am Sonnabend muss er wieder variieren. In der Abwehr fallen erneut Marvin Compper und Lukas Klostermann aus.

So wie Rangnick seinen Job vorlebt, soll ihn idealerweise auch sein Nachfolger ausfüllen. „Die Art unseres Fußballs sollte ihm nicht fremd sein“, erklärte der Sportdirektor. Und noch eine Anforderung hat er an seinen künftigen leitenden Angestellten: „Er muss Führungsqualitäten besitzen, ein starker Trainer in der Kabine sein und seinen Stab im Griff haben“, so Rangnick. Dann passe der neue Coach auch zu ihm. Für den langfristigen Erfolg sei es wichtig, dass sich zwei, drei Führungskräfte im Verein verstehen. Namen möglicher Kandidaten will er nicht kommentieren. „Wir haben uns noch nicht entschieden und auch noch keinen Kontakt aufgenommen“, so Rangnick. Die Liste mit geeignetem Personal sei aber kurz. Zuletzt wurde der Mainzer U23-Coach Sandro Schwarz als Anwärter gehandelt.

Zunächst will der Sportdirektor aber einige freie Tage genießen. Anfang kommender Woche verabschiedet sich der Zweitligist in den Weihnachtsurlaub. Rangnick fliegt mit seiner Frau und den beiden Söhne in die Sonne. Kaiser besucht seine Eltern und Brüder zu Hause in der Schwäbischen Alb.

Von Matthias Roth

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