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Wie ist das mit der Integration? – RB Leipzig bei Schülern in Kitzscher zu Gast

Podiumsdiskussion Wie ist das mit der Integration? – RB Leipzig bei Schülern in Kitzscher zu Gast

Wie ist das mit der Integration: Fanbeauftragter Ingo Hertzsch und Torwart-Koordinator Perry Bräutigam von RB Leipzig konnten Schülern der Oberschule Kitzscher bei einer vom Schülerfernsehen aufgezeichneten Podiumsdiskussion einiges erzählen.

Sophie Lodderstedt (M.) moderiert für das Schülerfernsehen die Fragerunde mit Perry Bräutigam und Ingo Hertzsch von RB Leipzig sowie Jessica Schleinitz und Erja-Johanna Ludewig vom Schülerrat.

Quelle: Andreas Döring

Kitzscher. Total sumpfig sei der Fußballrasen in Kitzscher gewesen. Das war zwar nicht besonders schmeichelhaft aber immerhin erinnerte sich der Ex-Torwart und Ex-Torwarttrainer Perry Bräutigam von RB Leipzig noch an sein einziges Fußballspiel in Kitzscher. Das war um 1978, er spielte damals als Jugendlicher in Altenburg, in der Bezirksklasse stand ein Spiel gegen Espenhain an. Weil dort der Rasen nicht bespielbar war oder geschont werden sollte, wurde das Match nach Kitzscher verlegt. „Ich glaube wir haben 4:2 gewonnen“.

Jetzt, 163 Oberligaspiele, einige internationale Einsätze und etliche Jahre als Torwarttrainer später, kam Bräutigam, der aktuell bei den Leipziger Rasenballern Repräsentant und verantwortlich für soziale Projekte ist, erneut nach Kitzscher. An der Seite des RB-Fanbeauftragten Ingo Hertzsch folgte er der Einladung zu einer Podiumsdiskussion mit Schülern. Großes Thema: Integration.

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

Vor einem Jahr hatte die Oberschule Kitzscher den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen bekommen. Zu den Kriterien dafür gehören ein Projektpartner, den fand man mit RB Leipzig, und wenigstens einmal jährlich eine Veranstaltungen, die den Grundgedanken des Titel trägt. Gemeinsam mit Schulsozialarbeiterin Susanne Matros kam der Schülerrat auf die Idee, RB-Verantwortliche über ihre Erfahrungen mit Integration zu befragen. Gesagt getan: Am Freitag wurde die Bühne in der Aula als Studio eingerichtet und das Schülerfernsehen machte gleich eine Sendung daraus.

Wie das denn sei mit Ausländern in der Mannschaft und der deutschen Sprache, wollte Schülersprecherin Erja-Johanna Ludewig wissen, nachdem Moderatorin Sophie Lodderstädt die beiden Herren vorgestellt hatte.

Ein Verein suche sich zunächst einmal die Leute aus, die er haben möchte, erzählte Hertzsch. Das sind oft Ausländer. Der Däne Yussuf Poulsen habe kein Wort Deutsch gesprochen, als er nach Leipzig kam. Aber er wollte die Sprache lernen. dafür gibt es bei RB eine Integrationsbeauftragte. Die nehme die Fremdsprachler an die Hand, gebe Deutschkurse, unternehme Stadtrundfahrten und führe die Spieler in die hiesige Kultur ein. Es habe mal, berichtete Hertzsch, einen Spieler gegeben, der keine Lust hatte, Deutsch zu lernen. Der habe dann auch nicht den Sprung in die erste Mannschaft geschafft.

Integration bei RB Leipzig ein lang anhaltendes Thema

Integration war aber auch für RB Leipzig selbst ein lang anhaltendes Thema. Das wird bei einer Antwort von Perry Bräutigam deutlich. Als RB in Leipzig antrat, sagte er, habe es viele widerstände gegeben. In Markranstädt, wo alles begann, wurde sogar einmal der Rasen angezündet. Nachwuchsfußballer, die in RB-Kleidung unterwegs waren, „wurden sogar angepöbelt“. Mittlerweile sei RB in Leipzig angekommen.

Ob denn die kleine Landschule auch weiterhin auf Projekte mit dem großen Fußballverein hoffen könne, war eine weitere Frage. Bestimmt, ließ Ingo Hertzsch wissen, die Ideen jedoch müssten von den Schülern kommen. Womit die kein Problem haben dürften. Am Freitag jedenfalls folgten der Gesprächsrunde in der Aula noch ein paar Fußballspiele, an denen Hertzsch und Bräutigam sich beteiligten. Und Schulleiter Rainer Reichenbach unterstützte seine Schützlinge gleich noch mit der nächsten Idee.

Wäre es denn denkbar, fragte er die beiden Rasenballer, dass Perry Bräutigam an der Oberschule mal eine Trainingseinheit gibt? Der sagte zwar nicht gleich zu, meinte aber immerhin: „Man kann darüber sprechen.“ Wenn er bei dieser Gelegenheit noch einmal ausführlich darüber berichtet, wie er in Leipzig unbegleitete Flüchtlingskinder im Fußball trainiert, würde das schon wieder wie die Faust aufs Auge zum Motto des Schultitels passen.

Von André Neumann

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