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Willi Orban ist ab sofort ein Roter Bulle mit Haut und Haar

Top-Neuzugang Willi Orban ist ab sofort ein Roter Bulle mit Haut und Haar

Am Ende ging alles ganz schnell, durfte Willi Orban raus aus der Warteschleife und im Sturzflug runter ins schöne Leipzig. Am Mittwoch wurde aus einem Roten Teufel ein Roter Bulle. Mit Haut, Haar, Wohnung, Dienstwagen - und Spielgenehmigung.

Die Zeiten im FCK-Trikot sind für Willi Orban vorbei.

Quelle: dpa

Leipzig. Dass der 22-jährige Abwehrakteur erst ein paar Tage später als seine Kollegen ran durfte, hat mit einer brottrockenen Ausstiegsklausel und großen Emotionen zu tun. Orbans Heimatverein, der ruhmreiche 1. FC Kaiserslautern, hätte seinen Pfälzer Bub liebend gerne behalten. Unter Coach Kosta Runjaic reifte das Eigengewächs zu einem der besten Innenverteidiger der zweiten Liga, bestach mit urwüchsiger Zweikampfkraft, effektivem Aufbauspiel und Mentalität. Runjaic: "Willi ist ein toller Junge und Top-Profi. Er ist extrem fokussiert auf seinen Beruf."

Und wenn dieser begnadete junge Mann, der im Alter von fünf Jahren ein Rotes Teufelchen wurde, schon geht, dann bitte zu einem potenten Bundesligisten. In diesem Fall wären laut Vertragsklausel spürbar mehr als jene zwei Millionen Euro, die RB überwiesen hat, auf dem Konto des FCK gelandet. Problem: Die Interessenten aus der Bundesliga kamen nicht zu Potte. Als RB-Chefinspektor Ralf Rangnick Gas gab, war es um Orban geschehen. Dass das Lauterer Tafelsilber ausgerechnet bei den ungeliebten Ost-Geldmöpsen gelandet ist, ließ den Betzenberg beben. In FCK-Fankreisen kam es dann ganz gut an, als ihr Club dem scheidenden Willi und RB ein Stöckchen zwischen die Beine warf und auf Erfüllung des bis zum 30. Juni laufenden Vertrages pochte.

Da traf es sich aus Leipziger Sicht wunderbar, dass RB-Sportkoordinator Frank Aehlig eine Lauterer Vergangenheit hat - als Manager von 2006 bis 2008. Aehlig und FCK-Boss Stefan Kuntz trafen sich zwar nicht zum Pfälzer Saumagen-Essen und schauten auch nicht gemeinsam den Hollywood-Streifen "Free Willy", kamen aber telefonisch überein.

Wo ein Willi ist, ist auch ein Weg! Free Willi Orban sagte am Mittwoch zu dem geräuschvollen Gezerre nichts, beschränkte sich auf Statements jenseits des verminten Wechselfeldes. "Ich bin sehr gut aufgenommen worden. Mein erster Eindruck der Mannschaft ist extrem positiv", so der U21-Nationalspieler. "Aber ich muss jetzt erst einmal richtig ankommen und die Abläufe kennenlernen. Ich freue mich auf die nächsten Tage mit der Mannschaft und bin überzeugt, dass ich mich schnell integrieren werde." Punkt, schönen Tag noch. Nein, dieser Mann ist keine Plaudertasche. Und er ist einer mit einer stabilen Psyche, einer der vorneweg geht.

Apropos: Die Rasenballer haben einen Nachfolger für den abgängigen Sportpsychologen Philipp Laux (zum VfB Stuttgart) gefunden. Sascha Lense, zuletzt bei Dynamo Dresden fürs Innenleben des Drittligisten zuständig, wird am Montag vorgestellt. Lense hatte starke Konkurrenz durch Mathias Kleine-Möllhoff (Eintracht Braunschweig). Laux war bei RB Teilzeitkraft, konnte den von Ralf Rangnick geäußerten Fulltime-Wunsch nicht erfüllen.

Unterdessen scheint RB Salzburg einen Nachfolger für (Ex-)Coach Adi Hütter an der Angel zu haben. Oscar Garcia (42), Ex-Spieler in Barcelona (FC und Espanyol) sowie Ex-Trainer von Maccabi Haifa und Brighton & Hove Albion, soll kommen. Nummer 2 auf der Wunschliste ist Peter Zeidler (FC Liefering).

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