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1000 Kilometer für RB Leipzig: Fans schreiben und reden für die Bullen per Ticker und Radio

1000 Kilometer für RB Leipzig: Fans schreiben und reden für die Bullen per Ticker und Radio

Auch am Mittwochabend gegen Braunschweig sitzen sie wieder in der Red-Bull-Arena. Sie werden bei einem Treffer jubeln oder sich an den Kopf fassen, wenn die Stürmer den Ball nicht im Gehäuse unterbringen.

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Martin Ruta (l.) und Marcus Teichmann vom RB-Live-Ticker.

Quelle: Christian Nitsche

Leipzig. Und sie werden jeden, der es möchte, daran teilhaben lassen. Martin Ruta und Marcus Teichmann schreiben für den Live-Ticker, Felix Keyserlingk kommentiert die Spiele für das RB-Fanradio.

Keyserlingk und zwei weitere RB-Anhänger sind das Fanradio. Es bringen bei jedem Spiel zwei Hobby-Reporter das Spiel zu Gehör. Einer pausiert immer. „Alles andere wäre gar nicht machbar", sagt Keyserlingk. Denn: Nicht nur die Heimspiele der roten Bullen sind im Internet zu hören und nachzulesen, sondern auch die Auswärtsspiele. Und die können die aktiven Fans auch mal 460 Kilometer nach Wilhelmshaven oder fast 500 Kilometer in die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt Kiel führen - und retour. Da kann es schon einmal sein, dass sich die Leute vom Fan-Radio und -Liveticker morgens um 6.30 Uhr treffen, um dann loszufahren.

RB Leipzig übernimmt zwar die Fahrtkosten, ansonsten fließt aber kein Geld vom neuen Leipziger Verein in die Taschen der Fan-Reporter. Nur ein bisschen technische Hilfe für das Radio gab es vom Klub dazu: „Wir haben anfangs mit „Singstar"-Mikrofonen gearbeitet. Jetzt haben wir welche von RB bekommen", sagt Keyserlingk, der gerade seine Diplomarbeit in Volkswirtschaftslehre schreibt. „Den Unterschied kann man deutlich hören." Er glaubt, dass die kleine Unterstützung auch aufgrund der Zuhörerzahlen zustande kommt. Im Schnitt seien es schon 3500, die sich live von den verschiedenen Spielstätten zwischen Hamburg und Meuselwitz informieren wollen.

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Ronny Muhm (r.) und Felix Keyserlingk (M.) vom RB-Fanradio.

Quelle: Christian Nitsche

Doch nicht nur RB-Fans sollen das Fan-Radio hören, wünscht sich der 32-jährige Student. „Wir wollen auch für gegnerische Anhänger hörbar sein", sagt Keyserlingk. Deshalb versuchen er und seine Kollegen so neutral als möglich die Ereignisse auf dem Rasen zu beschreiben. Es scheint zu klappen: „Vor kurzem bekamen wir von Magdeburger Fans, die nicht ins Stadion gehen konnten, eine Mail, dass ihnen unserer objektiver Bericht gefallen habe", sagt er.

Objektiv heißt auch, dass es keine Einmischung von Seiten des Vereins gibt. „Es wird nichts zensiert", stellt Marcus Teichmann vom Live-Ticker klar. „Aber wir sind uns natürlich auch bewusst, dass wir keinen Blödsinn schreiben können", sagt der Student der Politikwissenschaften und Geschichte. Man habe schließlich eine Verantwortung für die Fans, die zu Hause bleiben. Das scheinen einige zu sein, denn schon zu Oberliga-Zeiten gab es laut Teichmann rund 6000 Zugriffe pro Partie. Genaue Zahlen für die laufende Saison liegen allerdings noch nicht vor.

Warum investiert jemand so viel Zeit und Geld? Aus reiner Nächstenliebe? Martin Ruta war von Anfang an dabei. Er hat von der ersten Pressekonferenz von RB Leipzig und dem ersten freien Training getwittert und ist praktisch in die Aufgabe beim Ticker hineingewachsen. „Ich konnte die Geburtsstunde eines neuen Vereins hautnah miterleben", sagt er. „Wann passiert so etwas schon mal?" Er verfolge mit seinem Engagement keine beruflichen Ziele, macht der 31-Jährige Netzwerkadministrator, der in der Klinik Weißenfels arbeitet, deutlich. „Es macht mir einfach Spaß, und ich kann die Spiele kostenlos sehen und zu Pressekonferenzen gehen."

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Zweite Heimat für die Fan-Reporter: die Red-Bull-Arena.

Quelle:

Eines haben alle drei gemeinsam: die Fußball-Leidenschaft und schlechte Erfahrungen mit den traditionellen Leipziger Klubs. „Ich habe mich bei Lok oder dem FC Sachsen nie richtig wohl gefühlt und konnte mich mit denen nicht identifizieren", sagt Teichmann. „Außerdem weiß man, dass es bei Red Bull kein einfacher Marketing-Gag ist, wenn die sich im Sport engagieren." Das sieht sein Ticker-Kollege ähnlich: „Bei RB gibt es keine leeren Versprechen. Bei den anderen Leipziger Vereinen war das nicht immer so."

Für Radio-Mann Keyserlingk, der früher sogar noch die Spiele des VfB besucht hat, ist auch die Sicherheit ein Aspekt. Bei RB könne man sich die Spiele in Ruhe angucken. „Bei Lok habe ich oft überlegt, ob nicht irgendwas passieren könnte." Daher hofft er auch, dass der Leipziger Fußball durch die Rasenballer wieder ein positives Image bekommt und nicht durch Gewalt auf sich aufmerksam macht.

Der 21-jährige Teichmann gibt offen zu, dass er eine kleine Hoffnung auf eine Anstellung bei RB im Hinterkopf hat und nicht allein aufgrund des Spaßes die Partien der Bullen verfolgt. Doch gegen Braunschweig will er wieder Freude an König Fußball haben. „Die sollen gegen die Eintracht keinen Gurkenkick abliefern", sagt er ganz Fan. „Die Spieler sollen kämpfen und Einsatz zeigen." So wie die drei Fans auf der Pressetribüne.

 

Michael Dick

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