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Begegnung mit 26 Jahren Verspätung: Matthias Müller freut sich auf Peter Pacult

Begegnung mit 26 Jahren Verspätung: Matthias Müller freut sich auf Peter Pacult

Matthias Müller gegen Peter Pacult, so heißt am Mittwoch das Trainerduell beim Sachsenpokal. Der Sachse Müller steht beim Bischofswerda FV an der Linie, der Österreicher Pacult bei RB Leipzig.

Leipzig. Ausgerechnet die Stasi verhinderte, dass beide Sportler schon vor 26 Jahren aufeinander trafen.

Damals spielte Dynamo Dresden im Europapokal der Pokalsieger gegen Rapid Wien. Nach einem klaren 3:0-Heimsieg kamen die Schwarz-Gelben beim Rückspiel 0:5 unter die Räder und schieden aus. Den Torreigen in Wien eröffnete damals Pacult in der dritten Minute mit einem verwandelten Strafstoß. Später trafen noch Rapid-Ikonen wie Antonin Panenka und Hans Krankl. Verteidiger Müller stand zu diesem Zeitpunkt schon vier Jahre nicht mehr Kader von Dynamo.

Vor einer Südamerika-Reise der DDR-Nationalmannschaft nahm die Stasi Müller mit seinen Dresdner Teamkollegen Peter Kotte und Gerd Weber am Flughafen in Berlin-Schönefeld fest. Der Vorwurf: versuchte Republikflucht. Müller durfte anschließend nur noch unterklassig in der Bezirksliga auflaufen. „Ich hätte gern gegen Pacult gespielt“, sagt der 57-Jährige heute. Er schaut aber mit wenig Wehmut in die Vergangenheit zurück. „Die Geschichte ist abgehakt“, versichert er.

Müllers Fußball-Alltag heißt jetzt Landesliga mit Bischofswerda. „RB ist da nach vielen Jahren mal wieder eine Highlight für den Verein“, sagt der Trainer. Bis zu 2000 Zuschauer wollen ihre Mannschaft unterstützen. Zum Vergleich: bei den Punktspielen verlieren sich gerade 350 Fans auf den Zuschauerplätzen.

Dabei ist der BFV gut in die Saison gestartet, hat Mitfavorit Heidenau geschlagen und gegen die SG Leipzig Leutzsch einen Punkt geholt. Auswärts bei der BSG Chemie haben die Ostsachsen allerdings 0.2 verloren. „Da haben wir uns von der Kulisse beeindrucken lassen“, so Müller.

Gegen RB will er wieder eine junge Mannschaft auf den Platz schicken. Nur ein Spieler ist älter als 30 Jahre. „Viele meiner Jungs wurden bei Dynamo und Borea Dresden ausgebildet“, berichtet der Übungsleiter. Auch wenn die Leipziger Profis klare Favoriten sind, will sich Bischofswerda nicht verstecken und aus einer kompakten Abwehr mit Kontern seine Chancen suchen.

Beim Training am Montag spürte Müller schon das Pokalfieber seiner Kicker. „In der Kabine wurden schon die Namen der Wunsch-Gegenspieler gehandelt“, verrät er. Ganz oben auf der Liste stehen der frühere Bundesliga-Profi Bastian Schulz und Torjäger Daniel Frahn.

Für den Co-Trainer der Bullen, Tom Stohn, ist das Pokalspiel eine Rückkehr an alte Wirkunsgstätte. Mit dem damaligen Team von Fortschritt Bischofswerda spielte er 1989 ein Jahr in der Oberliga. „Einige Leute kenne ich dort noch“, sagt der 42-Jährige. Viele Erinnerungen seien aber verblasst. Danach folgten fünf weitere Stationen als Spieler. RB habe Erkundigungen über den Gegner eingeholt. Alle sind fit, die Aufstellung bestimmt der Trainer. Mehr gibt es nicht zu sagen.

Sollte der BFV die Überraschung verpassen, besteht am kommenden Sonnabend bereits die Möglichkeit zur Wiedergutmachung. Dann spielt der Landesligist in Leipzig bei der zweiten Mannschaft von RB.

Matthias Roth

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