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„Der Druck liegt bei RB“ - Interview mit Chef-Storch Fiete Sykora vor dem Spitzenspiel

„Der Druck liegt bei RB“ - Interview mit Chef-Storch Fiete Sykora vor dem Spitzenspiel

Er ist der Neffe des Ex-DDR-Oberligaspielers Peter Sykora, mit zarten 29 Jahren schon Senior bei den Kieler Störchen, kam über die Stationen Rostock, Jena, Aue und Osnabrück zum Regionalliga-Topteam Holstein Kiel.

Kiel. Die hängende Spitze Fiete Sykora über eine Fußballer-Karriere, die einst steil Richtung Bundesliga wies, den Regionalliga-Hit bei RB Leipzig (Sonntag, 13.30 Uhr), eine eingespielte Truppe und das Selbstvertrauen eines Tabellenführers.

Frage:

Sechs Punktspiel-Tore, zwei Treffer bei den Pokal-Siegen gegen Cottbus und Duisburg. Würden Sie am Sonntag einen Sonderbewacher gegen sich aufstellen?

Fiete Sykora:

Nein, völlig unnötig.

Sie können es mit beiden Beinen, sind kopfballstark, haben Übersicht und Erfahrung. Verraten Sie uns eine Schwäche?

Ich bin nicht der Allerschnellste.

Das passt dann ja zu einigen betagten Herren bei RB Leipzig.

Ich habe RB in den Pokalspielen gegen Augsburg und Wolfsburg im Fernsehen gesehen. Die haben eine sehr hohe Qualität, sind super besetzt.

Sie wollen trotzdem Punkte entführen.

Na klar. Wir spielen eine gute Runde, sind selbstbewusst, eingespielt. In der Mannschaft stimmt es.

RB muss gewinnen, um vorbeizuziehen, steht unter Druck. Vorteil Kiel?

Wir können jedenfalls befreit aufspielen, haben das Potenzial, zu punkten. Je nach Spielverlauf könnte auch ein Unentschieden okay sein. Der Druck liegt bei RB. Bei uns steht nicht jeden Tag in der Zeitung, dass wir aufsteigen müssen.

Ihr Sportchef Andreas Bornemann sagt in Sachen Aufstieg: Wir müssen nicht, aber wir würden gerne.

So ist das. Wie viele Zuschauer werden am Sonntag ungefähr kommen?

15.000 bis 20.000.

Dann macht es noch mehr Spaß.

Ihnen vielleicht. Könnte es sein, dass Ihren jungen Teamkollegen angesichts der Kulisse das Herz in die Turnhose rutscht?

Nein, kann nicht sein. Wir sind in jeder Hinsicht vorbereitet auf Leipzig.

Sie sind mit 29 der Papa der Kompanie. Seltsames Gefühl?

Allerdings. Ich fühle mich total jung, bin es aber im Vergleich zu meinen Mitspielern nicht mehr, habe schon zwei Kinder. Ich helfe den Jungs gerne mit meinen Erfahrungen weiter.

Sie haben in der 2. und 3. Liga gespielt, sind jetzt in der 4. angelangt. In den Pokalspielen gegen Cottbus und Duisburg waren Sie überragend. Ein Mann Ihrer Klasse hat in der Regionalliga eigentlich nichts verloren.

Wir wollen hier bei Holstein nicht ewig Regionalliga spielen, peilen langfristig den Profifußball an. Die Bundesliga wird sich wahrscheinlich nicht mehr bei mir melden, das ist vorbei.

2009 ist Kiel mit dem prominenten Trainer-Duo Falko Götz/Andreas Thom in die 3. Liga aufgestiegen, machte das Wort vom Durchmarsch die Runde. Statt in die 2. ging es dann runter in die 4. Liga. War das lehrreich?

Das mit dem Durchmarsch in die 2. Liga war eher ein Thema der Medien, nicht unseres. Dass wir am Ende absteigen, hätten wir aber auch nicht gedacht. Gerade in Kiel weiß man, dass im Fußball mit Gewalt nichts geht. Hier ist etwas am Entstehen - und dabei will ich mithelfen.

Das Spiel geht wie aus?

Keine Ahnung, aber wir werden punkten.

Guido Schäfer

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