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Der letzte Mohikaner - Torhüter Benny Bellot ist seit RB-Gründung 2009 mit von der Partie

Der letzte Mohikaner - Torhüter Benny Bellot ist seit RB-Gründung 2009 mit von der Partie

Er ist der letzte Mohikaner aus dem Gründer-Jahr 2009, hat zig Fußballer, Trainer und Funktionäre kommen und gehen sehen. Der Leipziger Benjamin Bellot, 22, ist die einzige Konstante bei den Rasenballern, im vierten Vertragsjahr ein Roter Bulle.

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Benjamin Bellot, Torwart bei RB Leipzig

Quelle: Christian Nitsche

Leipzig. Und er denkt gar nicht daran, seinen Club und seine Stadt zu verlassen. „Ich fühle mich bei RB wohl, lerne täglich dazu, will ein noch besserer Torhüter werden.“

 Für manche ist schon ein richtig Guter - und kommt trotzdem nicht an Stammkraft Fabio Coltorti, 31, vorbei. „Ich bin noch jung, kann viel von Fabio lernen“, sagt Bellot, der aus eine Keeper-Familie kommt. Papa Ronald, 45, legte eine vorzeigbare Amateur-Karriere hin, Onkel Harald, 51, mischte gar die DDR-Oberliga auf.

Filius beziehungsweise Neffe stieß im Sommer 2009 zum just gegründeten RB Leipzig, galt in und um Leipzig als das Torhüter-Talent. Benny hatte in jungen Jahren schon zwei Insolvenzen erlebt, wurde jeweils aus dem Paradies vertrieben. 2004 ging der VfB Leipzig pleite - Wechsel nach Leutzsch. 2009 ging auch der FC Sachsen über die Wupper - Wechsel zu RB. Gut und beruhigend für den Leid geprüften: Pleite kann RB nur dann gehen, wenn Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz, 68, keine Lust mehr hat und den Stöpsel aus der güldenen Badewanne zieht.

Bellots Kontrakt läuft noch bis zum Sommer 2013, einer Verlängerung steht nach Stand der Dinge nichts im Weg. Ein gewichtiges Wort in Sachen Perspektive spricht auch Torwartrainer Perry Bräutigam mit. Expertise des 49-jährigen Ex-Internationalen: „Benny entwickelt sich gut, ist wissbegierig, fleißig und ein guter Typ.“ Der gute Typ dient(e) unter drei Alphatieren, konnte/kann keinen verdrängen. Zwei Spielzeiten unter Sven Neuhaus (2009 bis 2011), eine Saison unter Pascal Borel (2011/2012), seit Sommer unter dem Schweizer Hünen Coltorti. „Dass ich als 18-Jähriger nicht an Sven vorbeikomme, war mir klar. Ich kam gerade aus der Jugend des FC Sachsen, musste mich an den Männer-Fußball herantasten.“ Der extrem ehrgeizige, nie zufriedene und so zuweilen auch nervende Neuhaus hat dem Jüngling viel auf den Weg gegeben. „Vor allem, wie man als Profi lebt. Auf dem Platz und daneben.“ Bedeutet unter anderem: Hände weg von Bratwurst und Bier. Bedeutet auch: Jedes Training vor- und nachbereiten. „Sven war der erste und der letzte beim Training.“

Als Neuhaus ging und Borel kam, wurde der Abstand zwischen der Nummer 1 und der 2 kleiner, hoffte Bellot nach einigen Borel-Böcken zwischenzeitlich auf einen Machtwechsel im Tor. Es blieb bei der Hoffnung und einem 90-minütigen Regionalliga-Einsatz beim 5:0 in Lübeck. Bellot bekam einen komplizierten Ball aufs Tor, stand seinen Mann. Das war es - vorerst.

Benny B. kann warten. Benny B. muss warten. Eines weiß Benny B. jetzt schon: „Wir werden Erster, wir schaffen das, wird sind keine Söldnertruppe.“ Na dann.

Guido Schäfer

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