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Drohungen gegen deutsche Fußballer häufen sich - Bundestrainer Jogi Löw schlägt Alarm

Drohungen gegen deutsche Fußballer häufen sich - Bundestrainer Jogi Löw schlägt Alarm

Daniel Frahn steht mit den Beschimpfungen gegen sich in der deutschen Fußball-Landschaft nicht allein da. Erst in der vergangenen Woche war der Kölner Profi Kevin Pezzoni bedroht worden.

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Kevin Pezzoni hat die Konsequenzen aus den Fan-Attacken gezogen.

Quelle: Rolf Vennenbernd

Leipzig. Dem 23 Jahre alten Defensivspieler hatten unbekannte Täter nach seinem unglücklichen Auftritt im Zweitliga-Spiel bei Erzgebirge Aue (0:2) vor seiner Wohnung aufgelauert. Dem vorausgegangen war wie bei RB-Spieler Frahn ein Aufruf bei Facebook, auf dessen Plattform eine Gruppe „Kevin-Pezzoni-und-Co-aufmischen“ gegründet wurde. Pezzoni ging der Gewalt aus dem Weg und löste seinen Vertrag beim 1. FC Köln auf.

Im März griffen Kölner Chaoten einen Bus mit Fans von Borussia Mönchengladbach an, es flogen Steine, nur mit Mühe verhinderte der Fahrer einen schweren Unfall. Und im April lauerten Schläger dem Leverkusener Spieler Michal Kadlec vor einer Diskothek auf und brachen ihm das Nasenbein.

In der vergangenen Saison löste Daniel Bauer, Kapitän des 1. FC Magdeburg, seinen Vertrag an der Elbe. Anhänger der Blau-Weißen hatten den Mittelfeldspieler als Schuldigen für die Pleitenserie des Traditionsklubs ausgemacht. Sie bedrohten auch ihn vor seiner Wohnung.

Bundestrainer Jogi Löw schlägt Alarm

Joachim Löw und der Deutsche Fußball Bund (DFB) sind besorgt, die Spielergewerkschaft und auch die Polizei schlagen Alarm. „Ich finde das inakzeptabel, dass so etwas überhaupt passieren kann“, sagte der Bundestrainer zu den Geschehnissen um Pezzoni. „Da müssen wir ganz klar dagegen angehen“, erklärte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff und versicherte: „Es ist schon eine Entwicklung, die uns beunruhigt beim DFB.“

Auch Ulf Baranowsky, Geschäftsführer der Spielergewerkschaft VDV, warnte vor weiteren Eskalationen. „Es darf nicht sein, dass Spieler durch kriminelle Machenschaften so eingeschüchtert werden, dass sie Reißaus nehmen müssen. Und es kann nicht sein, dass Gewalttäter quasi die Kader der Vereine bestimmen“, sagte Baranowsky.

„Die Hemmschwelle wird immer nierdiger“

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„Ich finde das inakzeptabel, dass so etwas überhaupt passieren kann“, Bundestrainer Joachim Löw zu den Geschehnissen um Pezzoni.

Quelle: dpa

Laut VDV nehmen Negativbeispiele im deutschen Fußball zu. „Die Hemmschwelle wird immer niedriger, die Hysterie größer. Dieses Thema müssen wir auf allen Ebenen ernst nehmen. Wenn Schläger vor der Haustür von Spielern stehen, wenn Autos zerkratzt oder Angehörige bedroht werden, ist das eine sehr gravierende Sache“, so Baranowsky.

Für die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist die Sicherheit rund um das Fußballgeschehen auf einem gefährlichen Kurs. „Wenn sogenannte Fans es nicht mehr vermögen, zwischen Fußballwelt und Privatsphäre eines Spielers zu unterschieden, dann ist eine neue, zutiefst bedrückende Eskalationsstufe erreicht“, teilte GdP-Chef Bernhard Witthaut mit.

mro/dpa

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