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„Einfach nicht reagieren“: Hoffenheimer Fanbeauftragter empfiehlt RB Gelassenheit

„Einfach nicht reagieren“: Hoffenheimer Fanbeauftragter empfiehlt RB Gelassenheit

Bei Rasenballsport Leipzig ruht an diesem Wochenende der Ball. Ursprünglich wollte der Regionalligist die Liga-Pause zu einem freundschaftlichen Kräftemessen mit dem 1. FC Union Berlin oder dem KSV Hessen Kassel nutzen, doch beide Vereine verneinten aufgrund von Fanprotesten die Anfragen aus Leipzig.

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Sind meist noch in der Minderheit: Fans des Regionalligisten Rasenballsport Leipzig in der Red Bull Arena. (Archivfoto)

Quelle: Mario Jahn

Leipzig. Stattdessen trafen sich die Rasenballsport-Verweigerer zu einem gemeinsamen Kick in der Hauptstadt (Union gewann 3:0) und RB-Trainer Tomas Oral muss sein Team mit zusätzlichen Trainingseinheiten bei Laune halten.

Spätestens jetzt muss wohl klar sein, dass RB Leipzig nicht nur aus den Fanlagern der beiden lokalen Traditionsvereine Gegenwind droht und dieser nicht durch sportliche Konkurrenz hervorgerufen wird. Nach Entlassung des bisherigen Pressesprechers Hans-Georg Felder unter der Woche gibt man sich im Rasenballsport-Hauptquartier auch recht zugeknöpft. Auf die Frage, ob die Spielabsagen und das überraschende Zusammentreffen der Verweigerer an der Spree als Affront gewertet würden, antwortete Interimssprecherin Anne Pannicke: „Nein es hat für uns keine Relevanz. Test- und Freundschaftsspiele werden generell zugesagt und abgesagt, da besteht für uns kein Problem.“

Ganz allein stehen die Rasenballsportler mit solchen Erfahrungen von Ablehnung und Missgunst beim gegnerischen Publikum zumindest nicht. Auch der Bundesligist TSG 1899 Hoffenheim hatte lange Zeit mit starken Anfeindungen zu kämpfen. Ähnlich wie bei den Leipzigern ist hier ein Mäzen für Kontodeckung und Investitionen zuständig. Nach dem Einstieg von SAP-Gründer Dietmar Hopp beim Dorf-Verein Anfang der 1990er Jahre, ging es für die TSG innerhalb von nicht einmal zwei Dekaden von der Kreisklasse bis in die Bundesliga. Allein in den vergangenen fünf Jahren soll Hopp 235 Millionen Euro in den Verein seiner Jugend gesteckt haben.

Mit dem sportlichen Erfolg wuchs in fremden Stadien aber auch die Ablehnung, die sich in der Person des Mäzens manifestierte. Zwischenzeitlich musste der Milliardär sogar wegen Aufruf zum Mord Anzeige erstatten. Derzeit ist der schon fast fundamentalistische Groll gegen die TSG und ihren Geldgeber allerdings mehrheitlich abgeflaut, kämpfen die Hoffenheimer eher mit der sportlichen Misere, als mit gegnerischer Ablehnung.

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Fanbeauftragter und Stadionsprecher bei der TSG 1899 Hoffenheim: Mike Diehl.

Quelle: TSG 1899 Hoffenheim

Trotz vielfältiger Erfahrungen in den vergangenen Jahren sind verhinderte Freundschaftsspiele den gescholtenen Hoffenheimern noch nicht unter gekommen, berichtet TSG-Fanbeauftragter Mike Diehl gegenüber LVZ-Online.  „Es ist auch nicht davon auszugehen, dass dies nach drei Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit noch vorkommen wird“, vermutet er. Nach Ansicht des Szenekenners und langjährigen Stadionsprechers handelte es sich bei den Anfeindungen meist auch nur „um wenige Fans einiger gegnerischer Vereine, die mit unserem Aufstieg, der ohne Dietmar Hopp natürlich so nicht möglich gewesen wäre, nicht zurechtkommen.“ Vor allem durch die Medien erhalten diese Fans dann eine Plattform, die sie dann auch zu nützen wüssten, sagte Diehl.

In Richtung Leipzig rät er deshalb auch zu Ruhe und Gelassenheit: „Das beste Rezept ist: Einfach nicht reagieren, denn meist handelt es sich nur um Randgruppen der Ultraszene.“ Im Gegensatz zum Leipziger Pendant konnten die Hoffenheimer allerdings auch schon lange vor dem Aufstieg in die Bundesliga auf Rückendeckung aus der Heimat bauen: „Wir genießen einen sehr hohen Beliebtheitsgrad in der Metropolregion Rhein-Neckar, die Menschen haben sich förmlich nach Bundesligafußball gesehnt. In der Region hatten wir nie mit Akzeptanzproblemen zu kämpfen.“, erklärte Diehl und ergänzte: „Dies hängt natürlich auch zu einem gewissen Grad mit dem Ansehen Dietmar Hopps als Gönner der Metropolregion zusammen.“ Zumindest bei letzterem hat der Rasenballsport-Mäzen Dietrich Matteschitz wohl noch Nachholbedarf.

Internet: www.achtzehn99.de

Matthias Puppe

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