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"Erfahrungen sammeln und austoben" - RB Leipzigs Fitnesstrainer Lobinger im Interview

"Erfahrungen sammeln und austoben" - RB Leipzigs Fitnesstrainer Lobinger im Interview

Leipzig. Er galt als der Querulant der deutschen Leichtathletik-Szene. Er liebte die Show und er war der extrovertierte Lautsprecher schlechthin: Stabhochspringer Tim Lobinger.

In seiner 20 jährigen Karriere ließ er quasi keine Gelegenheit aus, um auf sich aufmerksam zu machen und seinen Bekanntheitsgrad auszubauen. Umso lautloser war jetzt sein Abschied aus dem Leistungssport und der Übergang in seine zweite Karriere – die als Fitnesstrainer beim Fußball-Regionalligisten RB Leipzig.

„Für mich war immer klar: Wenn ich gehe, gehe ich leise. Ich brauche keine Abschiedstour, wo mir bei einem Wettkampf alle die Taschentücher zuwedeln“, erklärt Lobinger. Dabei sprach er noch im vergangenen Jahr davon, seine fünften Olympischen Spiele zu bestreiten. Der als extrem ehrgeizig bekannte Sportler hatte sich immer zum Ziel gesetzt, die Hand an Olympia-Teilnahmen voll zu bekommen. Gleichzeitig wollte der Statistikliebhaber (er führte Tagebuch über alle Sprünge) endlich seinen 100. Sprung über die 5,80 Meter bewältigen.

Allerdings musste sich Lobinger schnell eingestehen, dass er mit seinen 39 Jahren nicht mehr in der Weltspitze mitspringen kann. „Und nur um dabei zu sein, um dann in der Quali zu scheitern - nein, das ist nicht mein Anspruch.“

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Leipzig. Er galt als der Querulant der deutschen Leichtathletik-Szene. Er liebte die Show und er war der extrovertierte Lautsprecher schlechthin: Stabhochspringer Tim Lobinger. Umso lautloser war jetzt sein Abschied aus dem Leistungssport und der Übergang in seine zweite Karriere – die als Fitnesstrainer beim Fußball-Regionalligisten RB Leipzig.

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Obwohl Sportler ihre Karriere am liebsten mit einem Erfolgserlebnis beenden wollen - ein Comeback schließt er kategorisch aus. „Die Stabhochsprungmatte ist weg, das Fußballfeld ist da. Ich bin jemand, da fallen dann wirklich die Scheuklappen nach vorne.“

Lobinger haderte nicht lange und verlegte seine Spiele kurzerhand nach Leipzig und in den Fußballsport, wie er mit einem Schmunzeln sagt und hinzufügt: „Meine ersten Fußballspiele machen mich glücklicher, als wenn ich noch eine fünfte Olympiade drangehängt hätte.“

Trotz der London-Pläne – sein Sprung in seine zweite Karriere sei schon seit zwei Jahren geplant gewesen. Dabei hätte eine Laufbahn als Stabhochsprung-Trainer nahe gelegen. Aber Lobinger wechselte bewusst die Sportart. „Ich bin immer schon der gewesen, der Herausforderungen gesucht hat – und das in einem sehr professionellem Umfeld.“

Der bisher einzige deutsche Sechs-Meter-Überflieger litt nach eigenen Aussagen jahrelang unter der Unprofessionalität des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. Gerade was die Verbands- als auch die Trainerstrukturen betrifft. „Das ist nichts, was ich als Perfektionist brauche, um weiter zu kommen. Deshalb war Fußball das Feld, was mein absolutes Traumberufsziel ist“, erklärt er. Denn in seinen Augen ist der Fußballsport professioneller als jede andere Sportart.

Lobinger, der bereits den Kölner Keeper Michael Rensing als Personal Coach betreute und fünf Jahre Erfahrung in dem Bereich mitbringt, habe nun mit RB einen Verein gefunden, „der jung ist. Das ist für mich das Schönste um Erfahrungen zu sammeln und mich auszutoben“.

Anne Kunze

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