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Erster Saison-Sieg für RB Leipzig – 2:1 gegen Holstein Kiel

Erster Saison-Sieg für RB Leipzig – 2:1 gegen Holstein Kiel

Die Messen waren eigentlich schon gesungen, alles deutete im gut gefüllten Holstein-Stadion am Freitagabend auf das vierte Remis der Roten Bullen und eine weitere unerquickliche Woche hin.

Kiel. Dann kam der Ball nach einer hübschen Kombination zum bis dahin blassen Timo Rost, der von der Strafraumgrenze mit links in den oberen rechten Winkel traf. Kiel wurde kurz vor knapp Kiel geholt. Der 2:1-Sieg – glücklich und existenziell notwendig.

Geschäftsführer Dieter Gudel reklamierte nach der Stress-Partie die Notwendigkeit eines einwöchigen Urlaubs, fiel seinem Trainer Tomas Oral um den Hals. „Das hat Nerven gekostet“, sagte Gudel, „ich hoffe, dass jetzt der Knoten geplatzt ist.“ RB-Übungsleiter Oral konnte von Glück reden, dass er den hohen Norden ohne Blessuren verlassen konnte. Unmittelbar nach dem Schlusspfiff geriet er in eine beinahe handfeste Auseinandersetzung mit einem Kieler Co-Trainer, musste von seinen Spielern aus dem Ring gezerrt werden. „Ich lasse mich nicht beleidigen, coache so, wie ich das für richtig halte“, erklärte der 37-jährige Vulkan der Seitenlinie den Ausbruch.

Matchwinner Rost sprach aus, was alle im Lager der zum Aufstieg verdammten Rasenballer dachten: „So ein Spiel haben wir gebraucht, wir haben nie aufgegeben, das Glück erzwungen.“ Das Glück kam vor 5236 Zuschauern nicht nur in persona Rost, sondern auch in Gestalt des 34-jährigen Lars Müller. Der Oldie mit dem gut durchbluteten linken Fuß zauberte in der 74. Minute einen Freistoß aus 16 Metern zum 1:1 ins Torwarteck, dankte hinterher seinem Vorgesetzten Oral. „Der Coach hat uns diesen Trick vor ein paar Wochen mal auf Video gezeigt.“

Der Trick geht so: Eine Armada an Fußballern rennt über den Ball und irgendeiner der Profis tritt selbigen. „Das muss nicht immer ich sein“, so Müller. Oral schwebte nach seinem ersten Dreier als RB-Coach auf Wolke 7. „Wir haben den Glauben an uns nie verloren. Ich glaube, es hat heute einen verdienten Sieger gegeben. Wir haben ein schwieriges Wappen auf der Brust, dürfen uns nicht verbiegen lassen.“  Kollege Torsten Gutzeit stimmte Orals Analyse zu. „Nach dem Verlauf der zweiten Halbzeit hat Leipzig nicht unverdient gewonnen. Wir sind für unsere Leidenschaft nicht belohnt worden. Ich habe immer gesagt, dass Leipzig aus seinem Loch kommen wird.“

Kiel war mit seiner ersten Chance in Führung gegangen (34.), Torschütze Marc Heider hätte wenig später fast das 2:0 erzielt. RB fing gut an, hatte Chancen durch Tom Geißler und Steven Lewerenz, ließ dann aber nach dem Rückstand nach. Struktur war im Bullen-Spiel nur mit viel Detail-Liebe zu erkennen, die Schaffenskrise dauerte etwa bis zur 60. Minute. Dann spielten und trafen nur noch die Gäste. Oral hatte Stefan Kutschke für den gesperrten Nico Frommer gebracht, wechselte im Verlauf der lange zähen Partie munter durch. Alex Laas, Max Watzka und Daniel Frahn kamen in die Partie, sorgten mit für die Wende zum Guten.

Am nächsten Sonntag kommt der FC Magdeburg in die Red-Bull-Arena. Die Zutaten für einen Fußball-Hit wurden am Freitag im schönen Kiel gereicht.

Holstein Kiel:

Frech – Schulz (61. Steil), Jürgensen (46. Poggenberg), Jakubowski, Müller – Fischer, Chahed, Ziehmer, Yazgan – Heider (77. Lindner), Sachs.

RB Leipzig:

Neuhaus – Ismaili, Hertzsch, Sebastian, Müller – Lewerenz (80. Frahn), Rost, Rosin, Geißler (63. Laas) – Kutschke, Kammlott (46. Watzka).

Guido Schäfer

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