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Frühe Vögel, riesiger Wurm: Wie RB-Trainer Zorniger seine Männer für Liga drei fit macht

Frühe Vögel, riesiger Wurm: Wie RB-Trainer Zorniger seine Männer für Liga drei fit macht

 Im Normalfall frühstückt der Fußballprofi gegen 9 Uhr mit Frau/Freundin, greift sich danach sein Louis-Vuitton-Handtäschlein, verlässt das Penthouse, besteigt einen Sportwagen und steht gegen 10 Uhr auf dem Trainingsplatz.

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Trainer Alexander Zorniger schwört seine Männer für die dritte Liga ein.

Quelle: Christian Nitsche

Sportwagen und Louis Vuitton waren beim gestrigen Trainingauftakt der Roten Bullen im Spiel, die Uhrzeit war eine andere. Gegen 8.30 Uhr waren alle da! Die frühen Vögel von Chef-Ornithologe Alexander Zorniger wollen/sollen in dieser Saison einen Riesen-Wurm namens Aufstieg picken.

250 Zaungäste, 18 Feldspieler, darunter drei Neuzugänge, zwei Torhüter - und ein liebenswert-großzügiger Cheftrainer. Liebenswert: Alexander Zorniger, 46, beließ es beim Aufgalopp mit einem Programm, das viele der Schaulustigen ohne bleibende Schäden überlebt hätten. Großzügig: Zorniger hat dem Brasilianer Rockenbach da Silva und dem Wahl-Spanier Fabio Coltorti Sonderurlaub spendiert. Rockenbach erholt sich am Zuckerhut,

Coltorti im spanischen Marbella. Wenn Leistung und Einstellung stimmen, lässt mancher Übungsleiter Milde walten und Spieler-Herzen höherschlagen. Trendsetter in dieser Hinsicht war - natürlich - der ewige Otto Rehhagel. Als König Otto den 1. FC Kaiserslautern coachte, seilte sich sein routinierter tschechischer Libero Miroslav Kadlec nach dem Sonnabend-Schlusspfiff Richtung Tschechien ab und tauchte frühestens Mittwoch wieder auf. Als ein junger FCK-Fußballer damals nach einem freien Tag fragte und frech Bezug auf Kadlec nahm, sagte Rehhagel: "Fragen Sie mich noch mal, wenn Sie 75 Länderspiele haben." Er absolvierte kein einziges und wurde nie mehr vorstellig.

Rockenbach/Coltorti stoßen erst im Trainingslager zu ihren Kollegen. Das beginnt am kommenden Montag und dauert bis zum 2. Juli. Dass sich der etwas andere Drittligist mit dem Bus an den Walchsee (Kufstein) quält, ist eher unwahrscheinlich. Wahrscheinlichere und einzig wahre Variante: Es geht mit dem Jet nach München und von dort mit dem Bus ins idyllisch gelegene Camp. Journalisten sind an Bord des Flugzeuges in etwa so willkommen wie Terroristen.

Die Augen der Fans waren gestern naturgemäß auf die neuen Gesichter gerichtet. Abwehr-Kante Tobias Willers (bekam von Zeugwart Peter Hergert die Rückennummer 4 überreicht), Mittelfeldspieler André Luge (Nummer 33) und Offensivspieler Denis Thomalla (Rückennummer 20).

Willers und Luge üben wegen Knie-Blessuren mit gebremstem Schaum, sind aber jetzt schon heiß wie eine Herdplatte auf Stufe sechs. "Ich will der Mannschaft mit meiner Schnelligkeit helfen", sagte der Ex-Zwickauer Luge. "Die dritte Liga ist nicht das Ende der Fahnenstange", ergänzte der Fels aus Lotte, Willers. Stürmer Thomalla ist derweil beseelt vom Gedanken, tabellarisch "nach oben schauen zu können".

Nach dem Mittagessen düste die RB-Delegation ins zweitägige Lauftrainingslager nach Bad Blankenburg. Nach dem Sonnabend-Benefizspiel beim FC Grimma (16 Uhr) geht' zum Feinschliff ins Ösi-Camp.

Kohle, Sportwagen, spätes Frühstück: Das Profi-Leben ist zuweilen süß. Die Kehrseite der Nummer lernten jetzt fünf Spieler kennen, die bei RB nicht mehr gewünscht sind. Umut Kocin, Patrick Koronkiewicz, Tom Nattermann, Marcus Hoffmann und Paul Schinke gehören ab sofort nicht mehr dem Kader an, sind auf Jobsuche.

Unterdessen geht die Suche nach Neuen weiter. Der Vertrag mit Christos Papadimitriou (AEK Athen) ist ­unterschriftsreif. Mindestens zwei weitere werden kommen. Laut RB-Fußball-Boss Ralf Rangnick ist der Düsseldorfer Ronny Garbuschewski kein Thema. Durchgesickert: Der gehandelte Marc Schnatterer bleibt in Heidenheim. Und Thierry Henry zieht New York weiter Leipzig vor. Merde!

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.06.2013

Schäfer, Guido

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