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Gehobene Ausstattung: RB Leipzig baut bis 2015 neues Trainigszentrum am Cottaweg

Gehobene Ausstattung: RB Leipzig baut bis 2015 neues Trainigszentrum am Cottaweg

„Ich bin ein bisschen stolz“, sagt RB-Geschäftsführer Ulrich Wolter. Am Freitagmittag präsentierte er die Pläne für das neue Trainingszentrum am Cottaweg.

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RB-Geschäftsführer Ulrich Wolter bei der Präsentation.

Quelle: GEPA

Leipzig. Im Spätherbst dieses Jahres sollen bereits die Bagger rollen, die Baugenehmigung sei erteilt. Die Eröffnung des 35-Millionen-Euro-Projekts ist für Sommer 2015 geplant.

Wo sich heute neben Fußballplätzen ein als Parkplatz genutztes Schotterareal befindet, soll auf 13.500 Quadratmetern ein Neubau mit allen Schikanen entstehen, der vom U-8-Nachwuchs bis zu den Profis sämtlicher RB-Mannschaften einen Platz bietet. Das Team von Trainer Alexander Zorniger wird künftig abgeschottet im hinteren Bereich des Ensembles logieren. Neben einer 800 Quadratmeter großen Turnhalle, lässt RB eine Laufbahn für Sprintübungen, eine Kältekammer, Krafträume, Bereiche für die medizinische Betreuung und Besprechungszimmer einbauen.

Internat für 50 Spieler

Der Clou für die Profis: Jeder Spieler erhält einen eigenen Ruheraum. „Unsere Mannschaft kann hier unter professionellen Bedingungen trainieren“, stapelt Wolter mit Blick auf die gehobene Erstligaausstattung noch tief.

Im vorderen Bereich bauen die Bullen ein Internat für 50 Nachwuchskicker, ein Café für Eltern und Fans, ein Medienzentrum und Büros. Höhepunkt ist hier eine Dachterrasse mit Blick in den Auwald oder direkt hinüber auf das Dach der Red-Bull-Arena.

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Leipzig. Heimlich, still und leise baumelte in dieser Woche ein Kranz am Baukran von RB Leipzig. Verein und Arbeiter haben Richtfest für das neue Trainingszentrum gefeiert. „Das war eine Feier für die Bauleute“, sagte RB-Mediendirektor Sharif Shoukry. Bis zum Winter soll der Bau dann mit Fenster und Türen komplett geschlossen sein und die Installationen im Inneren beginnen.

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Ausgedacht hat sich den Bau der Dortmunder Architekt Christoph Helbich (39). Die Planung von Sportanlagen ist seine Spezialität. In Köln war er am Umbau des Müngersdorfer Stadions vor den Weltmeisterschaften 2006 beteiligt, in München hat er mit seinem Team einen der beiden ersten Plätze beim Wettbewerb für die Allianz-Arena belegt. „Leider wurde damals der andere Entwurf umgesetzt“, berichtet Helbich. In Dortmund hat er für die Borussia das neue Trainingszentrum gebaut.

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Architekt Christoph Helbich hat das Trainingszentrum entworfen. Am Dienstag besuchte er das Gelände am Cottaweg.

Quelle: Regina Katzer

„Durch unsere Arbeit für andere Vereine wissen wir um die Ambivalenz zwischen öffentlichem Interesse und Zurückgezogenheiten“, erklärt Helbich, der neben seiner Bürotätigkeit auch an der Fachhochschule Dortmund als Professor lehrt. Übersetzt heißt das für den Leipziger Neubau: Je tiefer Besucher in das Haus eindringen, umso verschlossener wird der Bereich. Gleich hinter dem zum Kleinmesseplatz zugewandeten Eingang entsteht das öffentliche Café, am Ende der Anlage findet, abgeschottet von neugierigen Blicken, die erste Mannschaft ihr Areal.

Architekt lässt für RB das BVB-Halbfinale sausen

Helbich hat sich mit seinen Plänen gegen fünf Konkurrenten aus Deutschland und Österreich durchgesetzt. Laut Wolter entschied sich Anfang dieser Woche eine Jury aus Vereinsmitgliedern, Architekten, Vertretern verschiedener städtischer Ämter und dem Baubürgermeister Martin zur Nedden (SPD) für den Dortmunder. Helbich weilte am Dienstag in Leipzig und ließ dafür sogar das Halbfinale des BVB sausen. „Ich hatte Karten für Madrid, das Projekt hier ist aber wichtiger“, sagt er.

Auch im direkten Umfeld des Trainingszentrums plant RB weitere Veränderungen. Der Parkplatz vor dem Gebäude ragt auf die Fläche des Kleinmesseplatzes und soll künftig gemeinsam genutzt werden. Da seien sich alle Beteiligte einig, versicherte Wolter. Die im Augenblick als Sozialtrakt genutzten Container neben dem ehemaligen Marktamt verschwinden und werden durch eine Zuschauertribüne für rund 1500 Fans ersetzt.

Weitere RB-Baupläne in Leipzig

Die Stadt will, so Wolter, die Erich-Köhn-Straße verlängern und so einen Zugang für Radfahrer und Fußgänger bis zur Sportanlage schaffen. Umziehen muss voraussichtlich die zweite Mannschaft von RB. Sie soll perspektivisch in der vierten oder sogar dritten Liga spielen. Dafür müsse ein neues Stadion her. Favorit in der Standortfrage sei die Nordanlage am Sportforum. Dort planen die Bullen  eine Arena mit etwa 5000 Plätzen und einer Laufbahn für Leichathleten.

Dagegen ist eine ursprünglich angedachte Ausdehnung des RB-Zentrum bis zur Hans-Driesch-Straße vom Tisch. „Das Motodrom dort spielt für uns keine Rolle“, so Wolter, der sein Schreibtisch weiter im Schröder-Haus in der Innenstadt behält. RB wolle sein Gesicht in der City wahren. In zwei Wochen öffnet am Neumarkt der Fanshop des Regionalligisten.

Bei aller Euphorie bei der Präsentation der Baupläne ging es auch um Fußball. Zornigers Männer müssen am Sonnabend bei der zweiten Mannschaft von Energie Cottbus antreten. Juri Judt ist angeschlagen, dafür könnten Umut Kocin oder Paul Schinke ins Teams rutschen. Bei einem Sieg und einer gleichzeitigen Pleite von Jena, könnten die Leipziger die Meisterschaft bereits perfekt machen. „Das wäre positiv und ein Titel, den wir bisher noch nicht geholt haben“, sagt der Trainer. Der Relegationsgegner wird am 12. Mai, in der Halbzeitpause des Spiels gegen den FSV Zwickau, ausgelost.

Matthias Roth

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