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HSV II-Trainer Cardoso: "Vielleicht können wir RB ein bisschen ärgern"

HSV II-Trainer Cardoso: "Vielleicht können wir RB ein bisschen ärgern"

Rund 20.000 Zuschauer könnten am Sonntag die Partie zwischen RB Leipzig und der zweiten Mannschaft des Hamburger SV in der Imtech-Arena verfolgen. Das glaubt zumindest Rudolfo Esteban Cardoso, der Trainer der hanseatischen Nachwuchstruppe.

Warum er bei einer Regionalliga-Partie mit so vielen Besuchern rechnet, sagt der ehemalige Bundesliga-Profi (SC Freiburg, Werder Bremen, HSV) im Interview mit LVZ-Online.

Außerdem spricht der Übungsleiter der jungen Rothosen über seine zurzeit wenig stabile Abwehr, die in die Kritik geratene HSV-Nachwuchsarbeit und die Chancen seiner Schützlinge im Duell mit den roten Bullen.

Frage: RB Leipzig kommt nach Hamburg in die Imtech-Arena. Empfinden Sie dieses Spiel als ein besonderes, da es an Ihrer alten Wirkungsstätte stattfindet?

Cardoso: Klar, es ist immer schön, dort zu spielen. Es kommen bei dieser Partie aber noch andere Dinge dazu. Zum einen reist eine Mannschaft mit Ambitionen an, eine Elf, die auf dem Papier der große Favorit ist. Zum anderen wird es nach dem Spiel gegen RB das Derby gegen St. Pauli im Public Viewing geben. Da erwarten wir schon ein paar Zuschauer. Ich schätze rund 20.000 werden kommen.

Sie haben eine junge Mannschaft. Ist für die der Druck, vor so vielen Zuschauern zu spielen, nicht extra hoch?

Vielleicht, aber es wird auch eine gute Erfahrung für sie. Außerdem wissen wir dann, wie die Jungs in solch einer Situation reagieren. Das kann positiv sein. Aber auch genau das Gegenteil.

In den ersten fünf Liga-Spielen wirkte Ihre Abwehr oft nicht sicher. Woran lag's?

Das hat zwei Gründe: Wir hatten viele Verletzte. Und gelegentlich kommt dann noch der ein oder andere Profi zu uns runter. Es wird also viel rotiert. So ist es natürlich schwierig, eine stabile Viererkette zu bilden. Ergebnis: Die jungen Spieler, die letzte Saison teilweise noch in der A-Jugend gespielt haben, werden nervös.

Und wie wollen Sie so die RB-Stürmer stoppen?

Das verrate ich nicht! Nur so viel: Wir werden als Mannschaft arbeiten und die Räume eng machen müssen. Schauen wir mal, wie sich die Jungs schlagen.

Ihre Spieler müssen zum Beispiel in Länderspielpausen den Profi-Kader auffüllen, manchmal spielen einige Profis bei Ihrer Elf mit. Kann sich die zweite Mannschaft so eigentlich jemals einspielen?

Letzte Saison hat das bei uns gut geklappt. Das ist kein Problem.

Es gab in den letzten Jahren viel Kritik an der Nachwuchsarbeit des HSV - auch intern, vom Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann zum Beispiel. Es käme zu wenig dabei heraus. Schafft es einer aus Ihrer Mannschaft demnächst in den Profi-Kader?

Kritik wird es diesbezüglich immer geben. Fakt ist aber, dass wir in den letzten Jahren immer wieder junge Spieler nach oben gebracht haben. Zum Beispiel Wolfgang Hesl, Maxim Choupo-Moting oder jetzt den jungen Koreaner Heung Min Son. Sidney Sam kommt von uns. Er war in der letzten Saison der beste Spieler der 2. Liga und ist jetzt bei Bayer Leverkusen.

Ist die Kritik von Bernd Hoffmann unberechtigt?

Das will ich so nicht sagen. Bernd Hoffmann hat die Pflicht etwas zu sagen, wenn er glaubt, dass etwas falsch läuft. Aber die Fakten sind die Fakten.

Änis Ben-Hatira bringt Erst- und Zweitligaerfahrung mit. Er hat das in den Spielen gegen Wilhelmshaven und Magdeburg gezeigt und richtig Dampf gemacht. Welche Rolle spielt er für Ihre Elf?

In der Spitze hatten wir Probleme und die hat Änis gelöst. Zum Glück hat er sich entschieden, noch bei uns zu spielen - zumindest die Rückrunde. Durch ihn haben wir vorn deutlich an Qualität gewonnen.

Sind am Sonntag noch weitere Profis in Ihrem Kader?

Das ist möglich. Sicher weiß ich es erst am Freitag.

Wo landet der HSV II am Saisonende? Ist der Klassenerhalt das Ziel?

Der Klassenerhalt wäre schon gut. Wie ich schon sagte: Wir haben viele Verletzte und viele junge Spieler. Außerdem ist Sören Bertram an Augsburg ausgeliehen. Ben-Hatira muss sich noch an die Mannschaft gewöhnen. Und die muss sich insgesamt noch finden. Wir haben auf ein, zwei Positionen ständig Wechsel. Das ist für eine junge Elf natürlich auch nicht gut. Aber durch den Sieg gegen Oberneuland haben wir Selbstbewusstsein getankt. Das sollte helfen.

Auch bei der Partie gegen RB?

Es ist alles möglich. Ich habe eine junge, engagierte Mannschaft, die RB vielleicht ein bisschen ärgern kann.

Wo sehen Sie die Bullen am Ende der Saison?

RB hat viel Qualität geholt. Es ist eine Spitzenmannschaft, die letztlich oben stehen muss.  

Interview: Michael Dick

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