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Holstein Kiel-Trainer Gutzeit: "Jede Mannschaft legt gegen RB zwanzig Prozent drauf"

Holstein Kiel-Trainer Gutzeit: "Jede Mannschaft legt gegen RB zwanzig Prozent drauf"

Die roten Bullen treten am Freitag bei den Störchen von Holstein Kiel an. Die Kieler haben gegen HSV II, Wilhelmshaven und Oberneuland je drei Punkte geholt und grüßen aus der Liga-Spitzengruppe.

RB Leipzig hingegen spielte dreimal unentschieden. LVZ-Online sprach mit dem Kieler Cheftrainer Thorsten Gutzeit über den perfekten Start seiner Mannschaft, den Gegner RBL und Wundertüten.

Frage: Die KSV hatte 19 Ab- und sieben Neuzugänge, hat aber aus drei Spielen neun Punkte geholt. Der Umbruch klappt scheinbar gut.

Gutzeit: Natürlich hatten wir einen Start nach Maß, aber man sollte das nicht überbewerten. Es sind erst drei von 34 Spielen gespielt. Damit wird man am Saisonende nicht Meister, mit neun Punkten steigt man letztlich ab.

Wenn man jetzt auf die Tabelle schaut, haben wir auch gegen die beiden Tabellenletzten gewonnen, die Herausforderungen kommen noch. So zum Beispiel am Freitag: RB Leipzig hat große Qualität, da müssen wir uns beweisen.

Bei RB lief es aber gar nicht gut: drei Punkte aus den ersten drei Partien. Überrascht Sie das?

Was heißt überrascht? Die Mannschaft wurde auch neu zusammengestellt. Da ist der Saisonstart immer schwierig, man weiß nicht, wo man steht.

Und man darf nicht vergessen: RB ist der große Favorit, und jede Mannschaft legt in Spielen gegen sie noch zehn, zwanzig Prozent drauf, um es dem Liga-Primus zu zeigen. Für die Gegner ist das immer eine wichtige Partie, für Leipzig nicht immer.

Aber RB hat individuell eine hohe Qualität und wird sich finden. Nur hoffentlich nicht am Freitag!  Aber die RB-Gegner waren Türkiyemspor und die zweiten Mannschaften von Eintracht Braunschweig und Hannover 96. Nicht gerade Spitzenteams.

In der Regionalliga ist es so: Von der individuellen Klasse her sind die Klubs unterschiedlich stark, aber mit mannschaftlicher Geschlossenheit, Engagement und taktischer Disziplin können die schwächeren Mannschaften das ausgleichen. Kaiserslautern hat vor kurzem auch gegen Bayern gewonnen. Fußball ist halt nicht so einfach.

Ich denke, RB Leipzig wird sich noch finden und dann in eine breitere Spitzengruppe vorstoßen.  Und wer findet sich dann noch in dieser Gruppe?

Auf jeden Fall Wolfsburg II! Die haben eine starke Mannschaft. Ob die anderen zweiten Mannschaften oben mitspielen, wird sich zeigen. Aber sie sind auf jeden Fall immer eine Art Wundertüte. Chemnitz und Halle werden am Ende auch oben dabei sein.  Tut Ihnen der Trainer-Kollege Oral ein bisschen leid?

Leidtun ist das falsche Wort. Er ist Profi genug, wusste welchen Job er annimmt. Und Niederlagen gehören zum Fußball dazu. Er kann damit umgehen.  Was für ein Spiel erwarten Sie am Freitag?

Ich hoffe, es wird eine interessante Partie für unsere Zuschauer. Ich denke auch, dass RB jetzt in der Regionalliga angekommen ist, eine Leistungssteigerung zeigen und sich stark präsentieren wird. Aber wir werden unsere Qualitäten in die Waagschale zu werfen wissen.  Welche sind das?

Wir haben in drei Spielen acht Tore erzielt und dabei immer noch viele Torchancen ausgelassen. Das zeigt, dass wir unsere Stärke in der Offensive haben. Aber wir haben auch viele Gegentore gefangen. Das hat zwei Gründe: Zum einen sind wir hinten neu aufgestellt, zum anderen ist man einen Tick anfälliger, wenn man so wie wir offensiv und risikoreich spielt.  Wohin geht die Reise der Störche in dieser Saison?

Ich hoffe, dass wir so lange wie möglich in der Verlosung um den Aufstieg dabei sind und den Nervenkitzel genießen können, der dabei entsteht. Ein konkretes Saisonziel haben wir aber nicht ausgegeben. Doch unter die ersten Fünf zu kommen wäre schön. Vorrang hat in dieser Spielzeit letztlich nur die Entwicklung unserer jungen Mannschaft.  Der Aufstieg ist nicht das Ziel?

Wenn kein anderer aufsteigen will, wehren wir uns zumindest nicht dagegen. Die Rahmenbedingungen sind bei Holstein für den Fall der Fälle da. Nur wenn wir nicht aufsteigen sollten, bricht hier aber auch keine Welt zusammen.

Ambitionen haben wir für die nächsten Jahre aber natürlich schon. Wir wollen uns ja nicht in der Regionalliga etablieren.    

Interview: Michael Dick

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