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"Leipzig? Geil!" - RB-Leipzig-Coach Zorniger im Interview

"Leipzig? Geil!" - RB-Leipzig-Coach Zorniger im Interview

Seit Montag schwitzen die Drittliga-Fußballer von RB Leipzig in der idyllisch gelegenen 1500-Seelen-Gemeinde Walchsee bei Kufstein. Herbergsvater und Trainer der Österreich-Reisegruppe ist der Schwabe Alexander Zorniger.

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Alexander Zorniger hat großen Respekt vor der 3. Liga, spricht aber auch von "brutalem Selbstvertrauen".

Quelle: gepa

Leipzig/Walchsee. Der 45-Jährige spricht im LVZ-Interview über eine kurze Sommerpause, lange Vorverkaufsschlangen, Druckbetankung nach Druckverlust, Aufstiegsambitionen und Aufstiegsheld Stefan Kutschke.

Frage:

Wenn man die mehrtägigen Aufstiegsfestivitäten abzieht, blieben Ihren Helden netto nur zehn Urlaubstage. Warum so knauserig?

Alexander Zorniger:

Ich hätte selbst gerne ein paar Tage länger gehabt, wir mussten uns aber den Zwängen beugen. Der Vorteil der kurzen Pause ist, dass wir das Thema Grundlagenausdauer nur streifen müssen, alle Mann diesbezüglich in einem sehr gutem Zustand sind.

Also sofort Vollgas?

Nein, ich habe die Jungs in den ersten Tagen genau beobachtet und dann die 7.30-Uhr-Läufe weggelassen. Die Dosierung ist jetzt extrem wichtig, vor uns stehen 38 harte Spiele.

Der Aufstieg hing am seidenen Faden, Lotte war auf Augenhöhe. Wann haben Sie verinnerlicht, dass Sie einen großen Schritt Richtung Profifußball gemacht haben?

Das Glücksgefühl war mit dem Schlusspfiff da, tiefer gehende Gedanken waren erst ein paar Tage später im Urlaub an der Ostsee möglich. Wir alle standen unter einem brutalen Druck. An jedem Tag, in jedem Spiel. Wir haben diesem Druck standgehalten, weil sich alle dem Ziel untergeordnet haben. Entsprechend feuchtfröhlich waren dann die Partys.

Haben Sie auf dem Trockendeck an der Ostsee auch darüber nachgedacht, was im Fall eines Scheiterns passiert wäre? Wären Sie heute noch RB-Trainer?

Ich bin kein Freund von: Was wäre wenn? Ich weiß aber, dass Ralf Rangnick um seine Leute kämpft, wenn er von ihnen überzeugt ist. Und auch Dietrich Mateschitz weiß, dass Kontinuität an bestimmten Stellschrauben wichtig ist.

Hat Chef Mateschitz Ihnen persönlich gratuliert?

Ja, telefonisch. Er freut sich genauso wie wir und unsere Fans, dass die 3. Liga erreicht ist.

Die Marketingabteilung hat den rasant-fordernden Spruch "Ab durch die Dritte" kreiert. Müssen Sie durchmarschieren?

Wir müssen gar nichts, haben aber einen hohen Anspruch an uns. Vor allem einen hohen Anspruch an unseren Fußball. Wenn wir unsere offensive Art des Spielens durchbringen, ist vieles vorstellbar. Ob dann am Ende ein vierter oder fünfter Platz als Erfolg zu werten ist, muss man sehen. Wir alle haben einen riesigen Respekt vor der 3. Liga, wollen aber auch unser brutales Selbstvertrauen an den Tag legen.

Sie kommen, sorry, aus der Provinz. Sind Sie endgültig im großen Leipzig angekommen?

Als ich am Freitag in die Geschäftsstelle wollte, fuhr ein Doppeldecker-Sightseeing-Bus an mir vorbei. Der fuhr weder durch Gmünd noch durch Großaspach. Als ich dann die riesige Schlange vor unserer Vorverkaufsstelle sah, dachte ich: Leipzig? Geil!

Sie haben bisher fünf neue Profis geholt. Wie ist der erste Eindruck?

Sportlich gut, sonst hätte ich sie nicht geholt. Auch menschlich passt es wunderbar. Bei uns gibt es keine Stinkstiefel.

Sie haben Ihrem hochgeschätzten Lotter Kollegen Maik Walpurgis mit Abwehr-Ass Tobias Willers den besten Mann weggeholt. Schlechtes Gewissen?

Nein, Maik hat Tobi keine Steine in den Weg gelegt. Außerdem hat er ja jetzt selbst einen neuen Job (VfL Osnabrück; Red). Tobi ist ein Top-Spieler mit sensationellem Charakter.

Die Zeitung Welt wittert wegen Willers' Eigentor im Relegations-Rückspiel eine Verschwörung.

Ja, ja. Ich bin vor der Verlängerung zu ihm hin und habe ihn gebeten, ins eigene Tor zu köpfen. Was für ein Schwachsinn! Manche Journalisten sollten aufpassen, welchen Mist sie in die Welt setzen. Tobias Willers hat uns in beiden Spielen weh getan, er hat sich mit unseren Spielern und Fans angelegt. Er ist über jeden Zweifel erhaben, deshalb haben wir ihn geholt. Er ist ein Typ wie Stefan Kutschke.

Die Kerze, die an beiden Ecken lodert, steht künftig in Wolfsburg. Trennungsschmerz?

Kutsche hat Sensationelles geleistet, sein Name bleibt mit dieser Saison verbunden. Wenn er seinen Frahni vermisst oder ohne Zorniger nicht ins Bett kommt, ist er hier immer herzlich willkommen. Ich würde mir aber sehr für ihn wünschen, dass er es in der Bundesliga packt. Ich traue ihm das hundertprozentig zu.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.06.2013

Guido Schäfer

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