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Planungen für RB-Trainingszentrum: Hürden am Standort Cottaweg

Planungen für RB-Trainingszentrum: Hürden am Standort Cottaweg

Die Planungen für das neue Trainingszentrum von Regionalligist RB Leipzig werden immer konkreter. Bis Sommer 2011 soll der rund 30 Millionen Euro teure Bau mit sechs Trainingsplätzen, Geschäftsstelle und Jugendinternat eingeweiht werden.

Laut Bürgermeister Heiko Rosenthal (Linkspartei) soll innerhalb der nächsten 14 Tage auch eine Entscheidung fallen, wo die Bagger rollen können. Nach Informationen der LVZ ist die grundsätzliche Entscheidung längst gefallen, wurde nach mehreren Treffen zwischen der Stadtspitze und den RB-Bossen die Stoßrichtung Cottaweg festgelegt. Darüber hinaus sind aber auch noch zwei Alternativen im Gespräch. 

Zuständige Gremien, wie etwa das Stadtplanungsamt und das Amt für Umweltschutz seien für das Projekt am Cottaweg schon eingeschaltet. Denn mit hoher Wahrscheinlichkeit müssten bei einem dortigen RB-Engagement auch ein paar Bäume des Leipziger Auenwaldes weichen. Jener steht jedoch unter Landschaftsschutz, ist zudem Vogelschutzgebiet. Folge: Die Genehmigungsverfahren müssen durch einen diffizilen Instanzenweg. „Wir sehen uns aber keineswegs in der Rolle der Verhinderer“, sagte ein städtischer Insider, „suchen eine verträgliche Lösung für alle Beteiligten.“

Neben dem Naturschutz türmt derzeit auch noch eine weitere Hürde auf dem Weg zum RB-Trainingszentrum am Cottaweg. Denn dort wo RB Leipzig mit Geld und Mühe hin möchte, ist der BSV Schönau 1983 schon angekommen. Der Verein residiert seit vielen Jahren zwischen Kleinmesse und Motodrom, müsste im Falle eines RB-Engagement an dieser Stelle wohl weichen.  Bisher habe allerdings noch niemand diesbezüglich Kontakt aufgenommen, berichtet Vereinspräsident Andreas Kluge. Ohnehin hätte der Verein mit der Stadt Leipzig einen Pachtvertrag über 30 Jahre geschlossen, der erst Mitte der 2020er Jahre auslaufe. Und man wolle auf keinen Fall mit den zwei Jugend- und fünf Herrenmannschaften vom Gelände weichen, zumal freie Sportplätze in der Stadt kaum zu finden seien.

Kluge kann sich persönlich auch nicht vorstellen, dass der finanziell potente Regionalligist auf dem BSV-Gelände allein sein umfangreiches Trainingszentrum errichten kann. „Bei uns hätten bestenfalls drei Großfelder Platz“, sagte er gegenüber LVZ-Online. Neben der Trainings- und Spielstätte des BSV Schönau kämen für das geplante Trainingszentrum somit auch die angrenzenden Gebiete in Frage – wie etwa die südlich gelegene Kleinmesse?

Ähnlich seinem Amtskollegen beim BSV meldet auch Jürgen Seifert vom Leipziger-Schaustellerverein deshalb Bedenken an und beruft sich auf Absprachen mit der Kommune. „Nach der Sanierung des Platzes 2009 versicherte uns Oberbürgermeister Burkhard Jung, dass die Fläche auch weiterhin uns Schaustellern vorbehalten bleibt“, sagte der Vereinspräsident. Seit 1936 findet die traditionsreiche Leipziger Kleinmesse am Cottaweg statt – nachdem sie zuvor durch die Nationalsozialisten von der Festwiese vertrieben worden war.  Der Leipziger-Schaustellerverein veranstaltet die berühmte Gaudi inzwischen seit zwanzig Jahren auf dem Gelände am Cottaweg und trotzte dabei schon mehrfach Plänen einer alternativen Nutzung der Fläche. Auch im Fall des geplanten RB-Trainingszentrums gibt man sich kämpferisch: „Wir werden bis kurz vorm Umfallen für den Erhalt kämpfen“, sagte Jürgen Seifert und fügte an: „Letztendlich entscheidet aber die Stadt Leipzig, denn wir sind hier ja nur Mieter.“ Nach Informationen der Leipziger Volkszeitung könne die Aufregung auch umsonst sein, stehe die Kleinmesse als RB-Standort derzeit konkret nicht zur Debatte.

Anders sieht es mit dem Gelände des MC Post Leipzig aus. Der Motorradsport-Club betreibt das Motodrom nördlich des BSV-Areals und wäre im Zweifel auch zu einem Umzug bereit. „Wenn RB kommt, dann weichen wir eben auf ein anderes Gelände aus“, sagte Thorsten Haferkorn, stellvertretender Vorsitzender des seit 35 Jahren am Cottaweg aktiven Vereins.  Die Motorsportler stehen dem Finanzier des neuen Leipziger Fußballkrösus auch grundsätzlich sehr positiv gegenüber. „Red Bull hat in vielen Ländern sehr viel für unseren Sport getan“, weiß Haferkorn.

RB Leipzig selbst will sich drezeit noch nicht zu den eigenen Planungen äußern. Zwischen Rathaus und Verein wurde offiziell Stillschweigen vereinbart. „Und daran halten wir uns“, sagte RB-Geschäftsführer Dieter Gudel.

Matthias Puppe / Guido Schäfer

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