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RB Leipzig dreht dramatisches Spiel - Halberstädter Spieler weinen in der Kabine

RB Leipzig dreht dramatisches Spiel - Halberstädter Spieler weinen in der Kabine

Irres Spiel in der Regionalliga. RB Leipzig hat am Sonnabend in den letzten zehn Minuten einen 0:2-Rückstand gegen Germania Halberstadt in einen 3:2-Sieg gedreht.

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RB Leipzig gegen Germania Halberstadt

Quelle: GEPA Pictures

Leipzig. „Ich weiß gar nicht was ich sagen soll, da kannst du dich hinterher nur noch aufhängen“, sagte Gäste-Trainer Andreas Petersen nach dem Abpfiff. Grausamer könne Fußball gar nicht sein. Seine Mannschaft sitze in der Kabine und weine. „Das sind die geilsten Siege“, gestand RB-Trainer Peter Pacult.

Die Bullen begannen wie angekündigt mit Tempofußball gegen eine tief stehende Mannschaft aus Sachsen-Anhalt. Schon in der dritten Minute hatte Stefan Kutschke die Chance zur Führung, wurde aber geblockt. Thiago Rockenbach da Silva verzog im Nachschuss knapp. Nächste Doppelchance schon zwei Minuten später: Erst vergab Daniel Frahn, dann lenkte Halberstadt-Torwart Sebastian Kischel den Schuss von Timo Röttger gerade noch zur Ecke.

Anschließend war der erste Schwung aus der Partie und die Zuschauer begannen auf ihren Sitzschalen zu frieren. Frahn verpasste den Fans nach Röttger-Flanken mit zwei Kopfbällen in der 23. und 24. Minute noch einen kurzen Wärmeschub. Seinen Kopfstoß hielt Kischel, der zweite Ball tanzte auf der Latte.  RB erarbeitete sich weitere Chancen, blieb aber ohne Erfolg. Der verletzte Daniel Rosin in der Pause: „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir treffen“. Damit sollte er Recht behalten, auch wenn er mit einem früheren Tor gerechnet hatte.

Nach einer guten Stunde begann zunächst die große Show von Halberstadt. In der 65. Minute lief Steffen Scheidler RB-Verteidiger Umut Kocian davon und schob zur 0:1-Führung ein. Nur zwei Minuten später stand 1,96-Meter-Stürmer Christian Beck nach einem weiteren Konter unbedrängt im RB-Strafraum und köpfte mustergültig gegen den Lauf von Leipzigs Torhüter Pascal Borel zum 0:2 ein. „Bei diesem Tor hat einfach alles gepasst“, meinte Beck.

RB-Trainer Peter Pacult reagierte, brachte erst Carsten Kammlott und fünf Minuten später den gerade nach seiner Langzeitverletzung wieder fit gewordenen Marcus Hoffmann. Mit diesen Einwechslungen entschied der Coach die Partie.

Hoffmann verkürzte in der 81. Minute nach einer Ecke per Kopf auf 1:2. „Da stand ich total blank“, so der 24-jährige Innenverteidiger. Nach seinem Wechsel aus Babelsberg im Sommer war er mit einem Mittelfußbruch zunächst mehrere Monate ausgefallen und ist nun im Team angekommen. „Danke an alle, die mir dabei geholfen haben“, sagte der überglückliche Torschütze.

Nur drei Minuten nach seinem Treffer, jubelte der Brandenburger schon wieder. Dieses Mal feierte er mit seinem alten Babelsberger Kumpel Daniel Frahn. Der RB-Kapitän hämmerte einen Strafstoß zum Ausgleich unter die Latte. Zuvor war Einwechsler Kammlott in den Strafraum eingedrungen und von einem Halberstädter Verteidiger gelegt worden.

„Den Elfmeter wollte Kammlott, er bekam ihn und deshalb diskutiere ich auch nicht darüber“, sagte Germania-Coach Petersen. Kammlott setzte zwei Minuten später noch einen drauf: Erst spielt er die linke Gästeabwehr schwindelig, dann passte er zu  Rockenbach, der dann zum Siegtreffer einschob.

„Bei den Einwechslungen habe ich alles richtig gemacht, da kann ich heute nur noch Eigenlob verteilen, das stinkt zwar, da stinke ich aber gern“, meinte RB-Coach Peter Pacult gelöst. Das 3:2 hatte er noch regungslos auf der Bank  verfolgt. „Das ist mein Naturell, andere Trainer machen Purzelbäume und fangen in der 90. Minute noch ein Tor“, so der Österreicher.

Kammlott verriet, was der Coach von ihm forderte: „Ich musste nur laufen und rennen, das kann ich halbwegs“. Fand auch Pacult und spielte auf die Schnelligkeit seines Spielers an: „Bernd Hobsch hatte früher einen Laktatwert von 2,4, die ersten Meter war er aber da, das ist entscheidend“.

Germanias Übungsleiter Petersen machte seiner Mannschaft trotzdem ein Kompliment. „Wir haben nicht nur gebolzt, sondern mitgespielt“, erklärte er. Trotzdem nehme seine Mannschaft nichts mit, höchstens noch einen Glühwein aus Leipzig für die Vereinsweihnachtsfeier am Abend in Halberstadt.

Bis dahin will der einzig enttäuschte Leipziger an diesem Nachmittag wieder froh in die Runde schauen. Timo Breitkopf, einst für den FC Sachsen aktiv, kam in der zweiten Halbzeit ins Spiel, erlebte innerhalb einer Viertelstunde Euphorie und Depression mit. „Es war schon toll, hier wieder zu spielen, das Spiel mussten wir gewinnen, RB war am Ende aber eiskalt“, sagte der Stürmer, der am Dienstag seinen 23. Geburtstag feierte.  Wenn RB aufsteige, sei das aber eine gute Sache für Leipzig, so der frühere Leutzscher.

RB Leipzig:

Borel, Müller, Franke, Ernst, Kocin, Rockenbach, Rost (57. Heidinger), Schulz (72. Hoffmann), Röttger (67. Kamlott), Kutschke, Frahn

Germania Halberstadt

: Kischel, Eckerman, Handke, Schubert, Kragl (46. Breitkopf), Eggert, Wijks (71. Krüger), Rau (88. Kopp), Beck, Scheidler, Banser

Tore:

0:1 Scheidler (65)., 0:2 Beck (67.), 1:2 Hoffmann (79.), 2:2 Frahn  (84., FE), 3:2 Rockenbach (86.)

Zuschauer:

4113

Matthias Roth

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