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RB Leipzig wieder Spitzenreiter - Frahns Doppelpack entscheidet Spiel gegen Meppen

RB Leipzig wieder Spitzenreiter - Frahns Doppelpack entscheidet Spiel gegen Meppen

Die Regionalliga-Fußballer von Rasenballsport Leipzig haben sich das erste Geschenk kurz vor Weihnachten selbst gemacht. Die Leipziger gewannen am Sonnabend vor 3442 Zuschauern in der Red-Bull-Arena 3:2 (2:1) gegen den SV Meppen und eroberten dadurch die Tabellenführung zurück.

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Mit seinen zwei Toren brachte Daniel Frahn (rechts) RB Leipzig gegen den SV Mappen auf die Siegerstraße.

Quelle: GEPA Pictures

Leipzig. Nach dem Schlusspfiff waren die Leipziger Akteure zufrieden mit dem Erreichten. „Ich bin stolz auf meine Mannschaft“, sagte RB-Trainer Peter Pacult. Sein Team habe es zwar spannender als nötig gemacht, aber davon hätten die Zuschauer schließlich auch etwas. Rechtsverteidiger Christian Müller meinte: „Der Blick auf die Tabelle gibt in der Pause Moral und Selbstvertrauen.“ Und Fabian Franke zog das Fazit: „Wir wollten gewinnen, egal ob schön oder hässlich. Das ist uns gelungen.“

 

Nach dem torlosen Remis zwischen Halle und Kiel, den beiden Mitstreitern um den Aufstieg in die dritte Bundesliga, brauchte RB Leipzig einen Heimsieg, um auf Platz eins zu überwintern. Gegen den Vorletzten der Liga sollte das eigentlich kein Problem sein, zumindest theoretisch.

 

Praktisch waren beide Teams jedoch zu Beginn des Spiels auf Augenhöhe. Nach Missverständnis in der RB-Abwehr bekam Meppens Stefan Ramin-Freesen in der vierten Minute die Chance zur Führung. Sein Schuss pfiff aus kurzer Distanz am Tor vorbei. Meppen schockte den Gastgeber durch schnelles Konterspiel über die Außenbahnen. Die Führung erzielten die Norddeutschen jedoch durch einen ruhenden Ball. Timo Röttger brachte Sven Hartwig zu Fall. Der Gefoulte schoss den Freistoß vom linken Eck des Sechszehners selbst. RB-Schlussmann Pascal Borel zögerte einen Moment und konnte dem Ball nur noch hinterherschauen. In der achten Minute lagen die Leipziger zurück. „Wir kennen das ja schon, wissen aber auch, dass wir die Moral und die Qualität haben, zurückzukommen“, sagte Daniel Frahn.

RB ließ sich tatsächlich nicht schocken und besorgte schnell den Ausgleich. Nach einem Freistoß von Umut Kocin köpfte ein Meppener die Kugel heraus. Aus der zweiten Reihe kam Tom Geißler angesprintet, nahm den Ball direkt und traf zum Ausgleich (12.). „Ein schönes Tor“, lobte Pacult später. Nach dem 1:1 verpassten die Gastgeber mehrere gute Möglichkeiten zur Führung. Timo Röttger köpfte in der 26. Minute nur an die Latte. Der Mittelfeldmann leitete kurz darauf einen erstklassigen Spielzug ein, als er genial auf Christian Müller passte. Frahn traf dessen scharfe Hereingabe jedoch nicht richtig. Dann konnte Daniel Olthoff Timo Röttger bei dessen dynamischen Vorstoß in den Strafraum nur durch Foul stoppen. Folgerichtig zeigte der Unparteiische Benjamin Brand auf den Punkt. Goalgetter Daniel Frahn netzte wenige Minuten vor dem Pausenpfiff aus elf Metern zum 2:1 ein.

Nach dem Seitenwechsel übernahm Leipzig die Spielkontrolle. Die erste Chance resultierte wieder aus einer Standardsituation. Einen Freistoß von Umut Kocin konnte Meppens Torwart Benjamin Gommert gerade noch parieren. Für die Vorentscheidung sorgte dann abermals Daniel Frahn. Nach einer perfekten Flanke des agilen Christian Müller ließen die Gäste dem Mann mit der Nummer elf viel Platz zum Kopfball. Mustergültig stieg Frahn hoch und nickte ein (55.).

„Spitzenreiter, Spitzenreiter“ schallte es durchs Stadion im letzten Heimspiel des Jahres. Danach wechselten die Leipziger auf den Schongang. „Lustig, lustig, tralalalala“  sangen die Fans in rot-weiß. Es herrschte vorweihnachtliche Stimmung. „Beim Spielstand von 3:1 ist die Partie eigentlich gelaufen, aber aus gefühlten 20 Chancen machen wir nicht das Tor“, konstatierte Timo Röttger jedoch.

Hinzu kam, dass die Gäste aus Meppen offensichtlich wenig Lust auf Gemütlichkeit hatten. Mit einem überraschenden Anschlusstor sorgten sie noch einmal für Spannung. Eine Ecke von Sven Hartwig nutze der freistehende Bertino Nacar wenige Minuten nach seiner Einwechslung zum 3:2.

Kurz danach sorgte Sebastian Schepers, gerade einmal 25 Minuten im Spiel, für Platz auf dem Spielfeld. Nach üblem Foul an Timo Röttger sah er die rote Karte. „Ich werde Weihnachten wohl mit blauen Flecken erleben, aber das ist okay“, sagte der Gefoulte. „Das ist schließlich mein Spiel. Ich gehe da hin, wo es weh tut.“ Für Gäste-Trainer Johann Lünemann zerstörte der Platzverweis die letzten Hoffnungen auf einen Auswärtspunkt. Trotz Unterzahl habe seine Mannschaft RB alles abverlangt. Die Niederlage sei jedoch am Ende verdient gewesen.

In der 79. Minute hätte Daniel Frahn fast sein drittes Tor erzielt. Seinen abgefälschten Schuss aus sechzehn Metern klärte Meppens Schlussmann jedoch stark zur Ecke. Vier Minuten vor dem Ende bekamen die Gäste noch einmal die Chance zum Ausgleich. Der Freistoß aus 20 Metern landete aber in den Armen von Borel. „Wenn man die Chance hat, hier etwas mitzunehmen, ist es doppelt bitter“, sagte ein enttäuschter René Wessels vom SV Meppen. „Wir hätten einen Punkt verdient gehabt.“ Da Tom Geißler einen Konter in der 90. Minute nicht im leeren Tor unterbringen konnte, blieb es beim Spielstand. Für die Gäste gehe es jetzt darum, Kräfte zu sammeln und von den Abstiegsplätzen wegzukommen.

RB-Coach Peter Pacult blickte schon auf das neue Jahr: „In der Rückrunde erwarten uns 16 Endspiele.“ Auch einen kleinen Seitenhieb auf die Medien erlaubte sich der Österreicher. „Von außen heißt es immer: Ihr müsst, ihr müsst.“ Fußball sei aber immer noch ein Spiel mit 22 Spielern. Angesprochen auf mögliche Verstärkungen in der Winterpause entgegnete Pacult: „Wir sind Tabellenführer. Wer hat uns dahin gebracht?“ Nur wenn man ihm einen Messi anbiete, stelle er vielleicht sein System um. Mit anderen Worten: Hat ein Spieler die Qualität, RB weiter nach vorne zu bringen, sind Verpflichtungen durchaus möglich.

RB Leipzig gilt bei den meisten Experten allerdings auch ohne Messi als Favorit für den Aufstieg. Meppens René Wessels sieht das anders. Auf die Frage, wer das Rennen macht, sagte er: „Kiel, vielleicht Halle.“ Dann musste er doch noch ein bisschen lachen und verabschiedete sich mit einem Grinsen in den Urlaub.

Statistik:

RB Leipzig – SV Meppen: 3:2 (2:1)

Tore: 0:1 Hartwig (8.), 1:1 Geißler (12.), 2:1 Frahn (42., Foulelfmeter), 3:1 Frahn (55.), 3:2 Nacar (68.)

RB Leipzig: Borel - Müller, Ernst, Franke, Kocin, Schulz (Hoffmann, 68.), Geißler, Rockenbach (Heidinger, 86.), Röttger, Frahn, Kutschke (Kammlott, 57.)

SV Meppen: Gommert - Schnettberg, Meier (Wessels, 69.), Müller, Ramin-Freesen, Hartwig, Holt, Meyer, Wigger, Robben (Nacar, 65.), Olthoff (Schepers, 46.)

Gelbe Karten: RB Leipzig: Kocin (21.) SV Meppen: Müller (35.), Hartwig (75.), Meier (78.)

Schiedsrichter: Benjamin Brand (Gerolzhofen)

Zuschauer: 3442

Robert Berlin

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