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RB Leipzigs schwierige Suche nach Testspiel-Gegnern - Fans erstellen Maßnahmekatalog

RB Leipzigs schwierige Suche nach Testspiel-Gegnern - Fans erstellen Maßnahmekatalog

Vermögend, aber bei vielen Fans unbeliebt: Fußball-Regionalligist RasenBallsport Leipzig stand Anfang der Woche zum wiederholten Male kurzfristig ohne Testspielgegner da.

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RB-Trainer Alexander Zorniger.

Quelle: Andreas Döring

Leipzig. Diesmal wollten die Fans von Drittligist Kickers Offenbach kein Spiel gegen den von einem Brausehersteller gesponserten Verein austragen. „Mir war das Politikum RB Leipzig, was viele Fans auch bundesweit bewegt, in diesem Maße nicht bewusst“, gab Geschäftsführer Jörg Hambückers bei der Begründung der Absage zu. Offenbach wandte sich dann mit dem Testspiel-Wunsch an Dynamo Dresden. RB Leipzig fand dagegen keinen Ersatz.

„Wir kommentieren nicht, was bei anderen Vereinen passiert. Unser zukünftiger Erfolg wird nicht von solch einem Testspiel abhängen“, sagte RB-Pressesprecher Sharif Shoukry. Es sei aber mühsam und anstrengend, jedes Mal kurzfristig reagieren zu müssen: „Da steckt immer viel Arbeit im Vorfeld drin“, so Shoukry. Immerhin hatte zuletzt bereits Zweitligist FC Erzgebirge Aue - zu DDR-Zeiten als Wismut Aue selbst eine Betriebssportgemeinschaft - eine lose Testspiel-Anfrage wieder verworfen, nachdem dort Fans ihren Unmut kund taten.

In der Vorsaison hatten Hessen Kassel und der 1. FC Union Berlin vereinbarte Testspiele gegen RB Leipzig ebenfalls nach Fanprotesten abgesagt und schließlich gleich gegeneinander gespielt. „Ich finde es sehr bedauerlich, wenn Fans aktuell auf den Zug aufspringen und oberflächlich von Tradition reden. Es geht doch bei allen Vereinen ums Geld“, sagte RB-Trainer Alexander Zorniger.

Inbegriff der Kommerzialisierung

Fanforscher Martin Thein gibt Zorniger recht: „Red Bull ist für viele aktive Fans der Inbegriff der Kommerzialisierung. Aber das ist schon ein wenig scheinheilig, immerhin haben alle Vereine heute Sponsoren.“ Es gehe den Fans aber immer öfter darum, sich öffentlich Gehör zu verschaffen und Kampagnen zu starten, so Thein: „Die Vereine sind vor allem von der Wucht und Dynamik des Internets ein bisschen überfordert. Das zeigt auch, dass den Vereinen mitunter das Gespür fehlt, wie die eigene Fan-Szene zu Themen steht.“ Auch die Reaktionen der Bremer Fans auf den Sponsoren Wiesenhof oder Nürnberg, wo die Fans vehement eine Änderung des Stadionnamens fordern, würden das belegen.

In Leipzig ist man trotz der mehrfachen Absagen überzeugt, auch in Zukunft gegen höherklassige Gegner testen zu können. So habe man bislang etwa mit österreichischen und tschechischen Vereinen gute Erfahrungen bei Testspielen gemacht. Gespannt ist man zudem, was passiert, sollte man auf die Traditionsvereine später mal in Pflichtspielen treffen. Fanforscher Thein sieht da kein Problem: „Es geht eher um eine symbolische Diskussion, darum, den Unmut auszudrücken, wenn Vereine Entscheidungen über die Fans hinweg treffen.“

Fan-Community erstellt Maßnahmekatalog

Unterdessen hat sich die RB-Fan-Community zu dem erneut abgesagten Testpiel sowie den Zwischenfällen beim Derby gegen Lok Leipzig auf ihrer Internetseite geäußert. Die Anhänger der Roten Bullen haben dort einen Maßnahmekatalog erstellt, um solche Vorkommnisse in Zukunft zu vermeiden. Demnach fordert die Community, dass für Testspiele gegen RB generell Verträge aufgesetzt werden, die im Falle einer Absage durch aufständige Fans mit Vertragsstrafen geahndet werden.

Darüber hinaus kritisieren die Anhänger die Vorkommnisse beim Derby. In Zukunft sollen ihrer Meinung nach die Zahl an Gästeanhängern auf das notwendige Maximum von 4.500 (entspricht zehn Prozent der Stadionkapazität) reduziert werden, heißt es in einem Artikel. Ein Verbot von Transparenten und Zaunfahnen, die moralisch stark verwerflich seien wie etwa: "Ralf Rangnick 2013 - Diagnose Bull-Out-Syndrom". Störenfriede sollen in Zukunft aus allen Sektoren durch die Security entfernt werden. Eine kontrollierte Ausgabe des Gästekartenkontingents ist ebenfalls einer ihrer Vorschläge. Genau wie die Erhebung eines Aufpreises auf Tickets im Gästeblock (Sicherheitszuschlag). Ebenfalls eine Sicherheitsmaßnahme sei eine klare Fantrennung in Kooperation mit den Ordnungskräften und der Polizei, um eine sichere Abreise der RB-Fans zu gewährleisten.

dpa/aku

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