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RB-Sportdirektor Ralf Rangnick: "Wir sind kein normaler Drittligist"

RB-Sportdirektor Ralf Rangnick: "Wir sind kein normaler Drittligist"

Ralf Rangnick (wird am Samstag 55 Jahre alt) ist seit einem Jahr RB-Sportdirektor in Leipzig und Salzburg. Im Interview am Tiroler Walchsee spricht er über die Chancen in der dritten Liga, eine mögliche Rückkehr von Stefan Kutschke und weitere Verstärkungen.

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RB-Sportdirektor Ralf Rangnick.

Quelle: Jan Woitas

Walchsee. Frage: Herr Rangnick, Sie haben RB Leipzig jetzt zwei Tage im Trainingslager beobachtet. Welchen Eindruck haben Sie von den Neuverpflichtungen gewonnen?

Ralf Rangnick:

Ich bin nicht überrascht, sie fügen sich sehr gut ein. Die Neuverpflichtungen haben wir zuvor schon kennengelernt. Die Mannschaft macht ihnen den Start leicht. Bis auf Tobias Willers haben wir uns nur mit jungen Spielern verstärkt. Die meisten anderen Aufsteiger holen dagegen sogenannte gestandene Spieler. Wir gehen ganz bewusst einen anderen Weg, weil wir mit Nachhaltigkeit Spieler entwickeln wollen.

Waren die Talente sofort vom RB-Angebot begeistert oder mussten Sie Überzeugungsarbeit leisten?

Unsere neuen Spieler waren teilweise der breiten Öffentlichkeit gar nicht bekannt. Trotzdem waren natürlich auch andere Vereine an ihnen dran. Für junge Spieler sind zwei Dinge entscheidend: Sie müssen regelmäßig spielen und sich weiterentwickeln. Beides ist bei uns gegeben, auch wenn wir niemandem einen Stammplatz garantieren. Hinzu kommt, dass wir vom Zuschauerinteresse her kein normaler Drittligist sind. Ich halte im kommenden Jahr einen fünfstelligen Besucherdurchschnitt für möglich.

Werden bis zum Saisonstart noch weitere Spieler dazukommen?

Ich gehe davon aus, dass wir maximal noch zwei Spieler holen werden. Wir sind dann auf allen Positionen gut und doppelt besetzt.

Wo sehen Sie denn noch Bedarf?

Ich will Sie gar nicht erst in die Versuchung führen, nach irgendwelchen groß gewachsenen Spielern zu suchen (lacht).

Bei den Neuzugängen kommt bis auf André Luge niemand aus der Region. Wann schaffen die ersten

RB-Nachwuchsspieler den Sprung in die erste Mannschaft?

Ich halte es für möglich, dass Spieler, beispielsweise aus der U17 und der U15, den Sprung schaffen können. Uns ist die Durchlässigkeit innerhalb der Mannschaften sehr wichtig. Wir haben schon Jugendnationalspieler, und einige von ihnen haben durchaus das Zeug zum Profi. Als nächstes wollen wir auch die U19 hoch bekommen. Dafür haben wir Jens Härtel als Trainer vom Berliner AK geholt.

Wer sind Ihre Favoriten in der dritten Liga, gehört RB dazu?

Es ist zu erwarten, dass die Mannschaften, die letzte Saison Dritter, Vierter und Fünfter waren, wieder mit vorn dabei sind. Die Entwicklung von Duisburg müssen wir erst abwarten. Wenn wir mit den gleichen Mitteln und Waffen operieren wie im vergangenen Jahr, können auch wir eine gute Serie spielen. Vom direkten Aufstieg zu sprechen, macht keinen Sinn. Wir sind neu in der Liga und der Verein hat dafür drei Anläufe gebraucht.

Wieviele Spiele muss Stefan Kutschke in Wolfsburg auf der Tribüne sitzen, bevor Sie ihn zurückholen?

Damit haben wir uns wirklich noch nicht beschäftigt. Stefan möchte seine Chance suchen und sehen wie weit er kommt. Ich habe ihm gerade per SMS alles Gute zum Trainingsstart gewünscht. Er kann es in der Bundesliga schaffen. Es gibt dort nicht viele Spieler, die über so eine Kopfballstärke wie er verfügen. Das ist eine echte Waffe. Sollte Stefan irgendwann sagen, es macht keinen Sinn mehr in Wolfsburg, kann man sicherlich über seine Rückkehr reden.

Wo steht RB Leipzig heute im Vergleich zu ihrem Amtsantritt vor einem Jahr?

Die Mannschaft ist jetzt taktisch in der Lage, über weite Strecken aggressiv gegen den Ball zu spielen. Sie ist auch körperlich in einem ganz anderen Zustand als vor einem Jahr. Ich erinnere mich noch gut an unser erstes Testspiel damals in Piesteritz. Auf der Rückfahrt habe ich gedacht: Das kann ja heiter werden. Wenn mir da jemand gesagt hätte, dass wir ungeschlagen aufsteigen werden, hätte ich ihn für einen Berufsoptimisten gehalten.

In den vergangenen Wochen wurden Sie in der englischen Presse als neuer Trainer beim FC Everton gehandelt. Wann werden Sie bei einem Angebot aus der Premier League schwach?

Wenn ich mir überhaupt vorstellen kann, in der Zukunft im Ausland tätig zu sein, dann tatsächlich im englischsprachigen. Sprache ist für meine Arbeit sehr wichtig. Die Spekulationen über mich kann ich nicht verhindern. Nachdem wir in den letzten zwölf Monaten in Leipzig und Salzburg viele Veränderungsprozesse angestoßen haben, greifen diese jetzt immer besser. Da müsste schon viel passieren, damit ich etwas mache, was nicht mit Red Bull zu tun hat. Leipzig mit seiner Perspektive ist dabei für mich sehr, sehr wichtig.

Interview: Matthias Roth

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