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Unentschieden gegen Braunschweig II: RB mit 0:0 noch gut bedient

Unentschieden gegen Braunschweig II: RB mit 0:0 noch gut bedient

Wieder nur ein Punkt für Regionalliga-Favorit RB: Die Leipziger blieben Freitagabend bei Eintracht Braunschweig II nahezu alles schuldig und waren nach einer weitgehend desolaten Vorstellung mit dem 0:0 vor 1665 Zuschauern sogar noch gut bedient.

Braunschweig/Leipzig. Vor allem die erfahrenen Spieler enttäuschten auf der ganzen Linie. „Ich verstehe das nicht, habe noch keine Erklärung dafür", sagte Trainer Tomas Oral, „wir wollten heute unbedingt in die Siegerspur, aber wir haben lange alles vermissen lassen, was im Fußball wichtig ist."

So gab RB leider nicht die passende Antwort auf die Geschehnisse in der Nacht vor der Partie. RB-Hasser hatten auf dem Parkplatz des Braunschweiger Hotels Arcadia einen Reifen des Mannschaftsbusses zerstochen, das Gefährt mit Anti-RB-Parolen beschmiert und das Vereinslogo mit schwarzer Farbe übersprüht. „Wir haben Anzeige erstattet, die Polizei war vor Ort und hat alles aufgenommen", erklärte Pressesprecher Hans-Georg Felder. Marc Arnold, sportlicher Leiter der Eintracht, griff vor dem Anpfiff zum Mikrofon, appellierte an Fairness: „Wir distanzieren uns von den Schmierereien und verurteilen sie auf das Schärfte. Ich hoffe, dass so etwas hier nie wieder vorkommt." Permanente Hassgesänge der Fans wie am Freitag im Eintracht-Stadion sind ohnehin eher Normalität als Ausnahme.Traurig nur, dass die Oral-Truppe beeindruckt schien, vor der Pause katastrophal kickte, Rubrik Grusel- und Schlafwagen-Fußball. Hypernervös, mit Stockfehlern und Missverständnissen in Serie, ohne Biss in den Zweikämpfen, ohne Tempo, Ideen, Kombinationen, ohne eine Torchance. Niemand übernahm Verantwortung, riskierte etwas, forderte den Ball. RB hatte Dusel, dass die giftigen und spielerisch besseren Eintracht-Fohlen ihre Überlegenheit nicht in Treffer ummünzten, dass Keeper Sven Neuhaus einen Gewaltschuss von Sebastian Latowski (12.) noch aus dem Winkel kratzte und Lars Müller nach der anschließenden Ecke auf der Torlinie rettete.„Die erste Halbzeit war unterirdisch", gestand Oral, „ich hätte sechs, sieben Spieler auswechseln können." Seine Pausenpredigt verhallte nicht ungehört. RB wurde munterer, Steven Lewerenz (50.) gab den ersten Torschuss ab, Carsten Kammlott fand nach einem Solo keinen Abnehmer (55.), ein erneuter Versuch von Lewerenz (65.) landete auf der Querlatte. Eintracht hielt jedoch dagegen. Ein Flugkopfball von Kevin Kluk (63.) zischte knapp vorbei, Neuhaus konnte gerade noch vor Latowski klären (76.).Die Leipziger bekamen auch mit ihren Einwechslungen keine Struktur ins Spiel. Oral brachte Maximilian Watzka, Patrick Bick und Stefan Kutschke ­- Torjäger Daniel Frahn blieb draußen und RB erschreckend harmlos. Nachdem Nico Frommer die Kugel aus sieben Metern in den Abendhimmel befördert hatte (83.), war das Remis besiegelt. „Wenn man unbedingten Siegeswillen hat, macht man solche Dinger", grantelte Oral.

 

Die Braunschweiger feierten das 0:0 wie einen Dreier. „Für uns ist das ein Riesenerfolg", meinte Trainer Christian Benbennek. Oral jedoch wird die Beinahe-Blamage nicht auf sich beruhen lassen. Über Konsequenzen für das Team schwieg sich der sichtliche angefressene Coach noch aus: „Ich muss erst mal eine Nacht darüber schlafen." 

Braunschweig:

Davari - Washausen, Meier, Gos, Celikyurt - Thomsen (85. Kodes), Theuerkauf, Kluk, Neumann (90. Kmiec) - Amrhein (60. Göwecke), Latowski.

RB Leipzig:

Neuhaus - Ismaili, Sebastian, Kläsener, Müller - Lewerenz (80. Kutschke), Rost, Baier (69. Bick), Geißler - Frommer, Kammlott (69. Watzka).

Schiedsrichter:

Wessel (Berlin).

Steffen Enigk

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