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Wieder kein Befreiungsschlag: RB Leipzig spielt 1:1 gegen Hannover 96 II

Wieder kein Befreiungsschlag: RB Leipzig spielt 1:1 gegen Hannover 96 II

RB-Trainer Tomas Oral war nach genau 90 Minuten Spielzeit nicht mehr zu halten. Der Leipziger Coach stürmte auf den Rasen in der Red-Bull-Arena. Schiedsrichter Simon Marx aus Würzburg hatte den Unmut Orals auf sich gezogen, weil er sekundengenau die Regionalligapartie gegen Hannover 96 II beendete.

Leipzig. „Es gab genug Unterbrechungen, da hätte er zwei oder drei Minuten nachspielen lassen können“, meinte der Trainer. Zeit die RB am Ende in der Schlussoffensive fehlte. Gegen das Ausbildungsteam der Niedersachsen verpassten die Bullen erneut einen Befreiungsschlag und mussten sich mit einem 1:1 zufrieden geben. Den Punktverlust wollteOral aber nicht am Unparteiischen fest machen. Der Schiedsrichter habe schließlich nicht gesagt, dass seine Jungs am Tor vorbei schießen sollen.

„Einige Spieler haben wieder nur mit halber Kraft gespielt“, machte Oral als einen Grund für den verpassetn Befreiungsschlag aus. Ein weiteres Hauptproblem sei erneut die Chancenerwertung und der Glaube an sich selbst. Oral hatte nach dem schwachen Auftritt gegen die zweite Mannschaft von Eintracht Braunschweig seine Mannschaft umgestellt. Daniel Frahn war zurück in der Startelf, Daniel Rosin durfte nach seinem überstandenen Nasenbeinbruch von Beginn an spielen, Ingo Hertzsch ist der neue Partner von Tim Sebastian in der Innenverteidigung. Dafür mussten Steven Lewerenz, Thomas Kläsener und Benjamin Baier auf die Bank.

RB begann zunächst druckvoll und hatte schon in der vierten Minute die Chance zur Führung vor 2633 Zuschauern. Tom Geißler bediente Nico Frommer, der Stürmer traf aber aus elf Metern das Tor nicht und setzte den Ball rechts neben den Pfosten. „Wir haben gewollt und sind auch auf einem guten Weg, das hat man gesehen“, meinte RB-Torhüter Sven Neuhaus. Der Anfangsdruck verpuffte allerdings durch einen Schock in der 14. Minute: Nach einer Ecke des in der ersten Halbzeit auf der linken Seite sehr agilen Fatmir Ferati stand Felix Burmeister am langen Pfosten völlig frei und köpfte zur überraschenden Führung für die Gäste ein.

Leipzig war nun total verunsichert und hätte in der 17. Minute fast das 0:2 kassiert. Torhüter Neuhaus klärte vor dem Strafraum und spielte den Ball direkt in die Füße von Serdar Dursun. Der Hannoveraner verfehlte aber aus 35 Metern das leere RB-Tor.

RB erholte sich nur langsam von dem Rückstand, versuchte es auf dem vom Regen durchtränkten Rasen mit langen oder hohen Bällen. Eine Einzelaktion von Geißler in der 29. Minute war die einzig noch nennenswerte Chance bis zur Pause. Der Mittelfeldakteur zog aus 20 Metern ab. 96-Keeper Ron-Robert Zieler war noch mit den Fingerspitzen dran und klärte zur Ecke. Anschließend dominierten Unsicherheit, Einzelaktionen und Fehlpässe das RB-Spiel. „Wir müssen uns noch mehr konzentrieren, die Hannoveraner kämpfen nach der Führung wie um ihr Leben, da ist es für uns schwer“, sagte Geißler. Pfiffe der Zuschauer und ein Gewitterguss begleitete die RB-Kicker in die Kabine.

Der Start der zweiten Hälfte konnte die Fans bei Vorherbstwetter kaum erwärmen. Vier Minuten nach Wiederanpfiff eine weitere Schrecksekunde für RB: Shaban Ismailis Rückpass in Richtung eigenen Strafraum fingen die 96er ab und Neuhaus klärte gerade noch mit dem Fuß gegen Florian Büchler aus spitzem Winkel. RB hatte im Angriff weiter keine Ideen. Oral reagierte und brachte Steven Lewerenz für den blassen Timo Rost und Stefan Kutschke für Carsten Kammlott.

Kutschke in der 73. verpasste dann auch gleich nach seiner Einwechslungen frei im 16-Meter-Raum den Ausgleich ebenso wie Frahn in der 76. Minute. Ein Standard führte schließlich zum 1:1. Nach eine Ecke von Lars Müller war Nico Frommer in der 79. Minute mit dem Kopf zur Stelle. Als die Zuschauer nun die Schlussoffensive mit dem Siegtreffer erwarteten, schwächte sich RB selbst. Torschütze Frommer stürzte nur drei Minuten nach seinem Treffer im Strafraum. Schiedsrichter Marx wertete das als Schwalbe und schickte den bereits verwarnten Stürmer mit gelb-rot in die Kabine.

Hannover verwaltete in den letzten acht Minuten das Unentschieden und nahm verdient einen Punkt mit nach Hause. 96-Trainer Andreas Bergmann konnte sich zunächst nicht richtig darüber freuen. „Wenn man sich so tapfer schlägt und so ein spätes Tor bekommt ist eine Unzufriedenheit da“, so der Niedersachse. Für die Entwicklung seines jungen Teams sei das Spiel aber wertvoll gewesen. Am liebsten würde er in der nächsten Woche gleich wieder in Leipzig spielen.

Für RB stehen nach drei Unentschieden nun die schweren Spiele auswärts in Kiel und in der Woche darauf gegen den 1. FC Magdeburg an. Lars Fuchs, in der vergangenen Saison noch 16 Mal für die Elbestädter erfolgreich und nun in Diensten von Hannover, erwartet schon da eine Steigerung der Leipziger. „RB ist sehr gut besetzt und muss erst in Trab kommen“, glaubt er.

RB:

Neuhaus, Hertzsch, Rost (64. Lewerenz), Sebastian, Kammlott (64. Kutschke), Frahn, Ismaili, Rosin, Müller, Frommer, Geißler (73. Laas)

96 II:

Zieler, Wendel, Hofmann, Burmeister, Fuchs, Karow, Ferati (72. Beil), Ernst, Giesselmann, Dursun (85. Gökdemir), Büchler (81. Ioannou)

Tore:

0:1 Burmeister (14.), 1:1 Frommer (79.),

Zuschauer:

2633

Schiedsrichter:

Simon Marx (Würzburg)

Matthias Roth

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