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Bei RB Leipzig gelernt: Ehemalige Akteure der U23 und ihr Weg nach den Rasenballern

Bei RB Leipzig gelernt: Ehemalige Akteure der U23 und ihr Weg nach den Rasenballern

RB Leipzigs U23 wirbelt als Aufsteiger die Oberliga gehörig durcheinander. Die Schützlinge von Tino Vogel stehen nach dem 12. Spieltag mit 29 Zählern und vier Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten FC Eisenach an der Spitze der Tabelle.

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Michael Schlicht im Trikot von RB Leipzig. Aktuell spielt er beim FSV Zwickau.

Quelle: GEPA Pictures

Leipzig. Die Mit-Aufstiegsfavoriten Lok Leipzig, Markranstädt oder Neugersdorf scheinen noch in der Selbstfindungsphase zu sein und verdienen zur Zeit nur das Prädikat: mittelmäßig.

Ganze drei Anläufe brauchten die ambitionierten Jungbullen in der Landesliga, bis im Sommer 2014 der fest eingeplante Aufstieg gelang. "Wir standen natürlich brutal unter Druck. Jeder Gegner hat gegen uns immer die berühmten 110 Prozent gebracht, so mussten wir in jedem Spiel Vollgas geben", sagt Tino Vogel. "Wie die Jungs allerdings mit dem Druck umgegangen sind, war große Klasse. Am Ende stand dann der hart erarbeitete und langersehnte Aufstieg in die Oberliga."

Wir haben uns mit fünf Spielern der Aufstiegsmannschaft unterhalten, die nun nicht mehr für RB Leipzig spielen. Fabian Schößler (25), Toni Majetschak (20), Eric Daubitz (23), Michael Schlicht (21) und Marc Böttger (20) sprachen über die Aufstiegssaison, Erinnerungen an RB Leipzig und ihre neue Fußballheimat.

Neigt sich eine Saison dem Ende zu, ist es besonders für Spieler mit auslaufenden Verträgen eine spannende Zeit. Nicht nur, weil es in den Endspurt und um das Erreichen gesteckter Ziele geht, vielmehr ist es die Zeit der gefürchteten Vertragsgespräche. Bei einem solchen, entschied sich auch die Zukunft der ehemaligen fünf Bullen: Dürfen sie weiter draußen auf der Wiese spielen oder werden sie geschlachtet. „Geschlachtet wird hier keiner aber natürlich ist es immer eine angespannte Zeit. Keiner weiß wie es sportlich weiter geht. Aber das gehört eben zum Fußball dazu. Wenn die Klarheit dann da ist, hat man den Kopf auch wieder frei und kann sich neu orientieren“, so Fabian Schößler. Für alle fünf hieß es nach den Gesprächen Abschied nehmen.

Schößler hat es inzwischen zusammen mit Toni Majetschak und Eric Daubitz zur "Mama" von RB verschlagen. Sie schnüren die Töppen für den SSV Markranstädt. Dabei treffen sie in der Oberliga auf viele alte Kameraden. „Das ist schon ein komisches Gefühl, gegen seine alte Mannschaft zu spielen. Viele Gesichter kennt man ja noch von der geilen Aufstiegssaison. Mit den Leuten verbindet man auch zahlreiche schöne Erinnerungen an eine überragende Zeit, aber auf dem Platz gibt es ja dann bekanntlich keine Freunde mehr“, so Flügelflitzer Daubitz.

Auch Innenverteidiger Majetschak, der schon in der Winterpause zum SSV wechselte, erinnert sich gern an die Zeit am Cottaweg: „Das war schon eine geile Truppe, mit vielen einzigartigen Charakteren. Manchmal saßen wir noch zwei Stunden nach dem Training in der Kabine und haben über Gott und die Welt gesprochen." Durch seine Zeit bei RB habe er aber nicht nur tolle Menschen kennengelernt, sondern sich auch fußballerisch enorm weiterentwickelt. "Diese Erfahrungen können wir jetzt alle in unsere neuen Vereine tragen. Ich denke, dass ich stellvertretend für uns drei sagen kann, es nicht bereut zu haben, zum SSV zu wechseln", so Majetschak.

Fabian Schößler, Filius von DDR-Nationalspieler Detlef Schößler, sieht noch einen großen Vorteil bei den Markranstädtern: „Bei RB haben wir ja nicht selten sieben mal in der Woche trainiert. Für Studenten und Arbeiter war das über weite Strecken sehr anstrengend. In Markranstädt hat mich das sehr gute Gesamtkonzept überzeugt. Hier wird einem neben der sportlichen auch eine berufliche Perspektive geboten.“

Schlicht und Böttger nun eine Liga weiter oben

Eine Etage höher sind Michael Schlicht und Marc Böttger gelandet. Sie spielen nun in der Regionalliga Nordost. Böttger zog es zurück in die Heimat zu Budissa Bautzen. "Auf der einen Seite ist es schon schade, in Leipzig gehen zu müssen. Allein den Trainingsbedingungen wird man bei vielen anderen Vereinen hinterhertrauern. Auf der anderen Seite ist es aber besser zu wechseln, wenn man keine Aussicht mehr sieht, weitere Spielpraxis zu sammeln", sagt der 20-Jährige. "Trotzdem möchte ich die Zeit nicht missen. Gerade meine zwei A-Jugend-Jahre und die Teilnahme am Trainingslager der ersten Mannschaft bleibt mir sportlich positiv in Erinnerung. Selbstverständlich ist eine Saison, verbunden mit einem Aufstieg, etwas ganz besonderes, auch wenn es für mich nicht so optimal lief. Der Ärger darüber wurde aber durch die außergewöhnliche Truppe oft vergessen gemacht. Jetzt bin ich bei der Budissa und möchte mich hier erst mal als Stammspieler etablieren."

Michael Schlicht versucht sein Glück beim FSV Zwickau, der zur Zeit die Regionalliga Nordost anführt. Für den kleinen, technisch starken Offensivmann war es ein großer Schritt, von der Landesliga zum Tabellenführer der 4. Liga zu wechseln. Dennoch gibt er sich selbstbewusst. "Ich hab einige Jahre eine sehr gute Ausbildung bei RB genossen. Jetzt liegt es an mir das ganze auf den Platz zu bekommen", so der 21-Jährige. Zu Beginn der Saison noch Auswechselspieler und oft nur die letzten 20 Minuten in die Partie gekommen, wird er jetzt auch des Öfteren vom Beginn an eingesetzt. "Nun ist es mein Ziel, mir einen dauerhaften Stammplatz zu erarbeiten. Ich bin froh darüber, dass der FSV mir eine Chance gibt, mich auf dem Niveau mit anderen Spielern zu messen. Ich hätte auch nichts dagegen, nach einer so geilen Saison mit dem Aufstieg von RB Leipzig, wieder einen Aufstieg mit Zwickau zu feiern."

Benjamin Schmidt

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