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Bischofswerdaer FV boykottiert Match gegen RB Leipzigs Frauen

Sächsischer Fußball-Verband in der Kritik Bischofswerdaer FV boykottiert Match gegen RB Leipzigs Frauen

Die Landesliga-Frauen von RB Leipzig sollten am Sonntag in Bischofswerda ihr erstes Saisonspiel bestreiten. Doch der Gastgeber trat nicht an und protestierte damit gegen die Entscheidung des Sächsischen Fußballverbandes, das RB-Team in dieser Liga zuzulassen.

Um die Teilnahme der Frauen von RB Leipzig in der Landesliga hat sich massiver Streit entzündet. Der erste Punktspielgegner boykottierte sogar die angesetzte Partie.

Quelle: André Kempner

Leipzig. „Farce“, „kein Fairplay“, „willkürliche Entscheidung“. In offenen Briefen an den Sächsischen Fußballverband (SFV) haben fünf Frauen-Landesligisten scharf gegen die Einteilung des neu gegründeten Damenteams von RB Leipzig in die Sachsenliga protestiert. Der Bischofswerdaer FV, am vergangenen Sonntag eigentlich erster RB-Gegner, boykottierte die Partie. „Wir mussten uns sportlich qualifizieren, während RB noch nichts für den Frauenfußball geleistet hat“, moniert Heiko Kropp, Damen-Trainer des TSV Spitzkunnersdorf.

Ursprünglich waren für die Landesliga zwölf Teams gemeldet. Auf der Staffeltagung Anfang Juli ließ der SFV unerwartet darüber abstimmen, die Spielvereinigung Leipziger FC 07/RB Leipzig sowie Eintracht Leipzig Süd aufzunehmen. Sportlich nachvollziehbare Begründung: Die B-Juniorinnen der Spielgemeinschaft fänden hier härtere Konkurrenz vor. Der Antrag fand trotz sportrechtlicher Bedenken eine knappe Mehrheit, das SFV-Präsidium beschloss also die Aufstockung. Drei schriftliche Proteste wurden vom Sportgericht wegen diverser Formfehler unlängst abgewiesen.

Die Empörung wuchs, als RB die Spielgemeinschaft wenig später auflöste. Eigentlich müsste eine neu formierte Elf nach SFV-Regelordnung in der Landesklasse starten. War das den RB-Verantwortlichen, die das Fernziel Bundesliga ausgegeben haben, zu umständlich? Man müsse sich schon fragen, „ob hier der Verband bewusst die Vereine getäuscht hat“, heißt es vom FFC Chemnitz, „oder ob RB bewusst den Verband getäuscht hat.“ Der Klub hat gestern die Vorwürfe in einer schriftlichen Stellungnahme zurückgewiesen.

Die Leipziger Rasenballer hatten im Juni den Einstieg in den Frauenfußball bekanntgegeben und das Landesleistungszentrum sowie Spielerinnen vom finanziell schwer angeschlagenen Zweitliga-Absteiger FFV Leipzig übernommen.

Für noch mehr Schnappatmung sorgte das erste Pflichtspiel der RB-Damen vor zwei Wochen. In der Qualifikationsrunde für den Sachsenpokal gegen den SV Johannstadt (7:0) setzte Coach Sebastian Popp nur auf drei B-Juniorinnen, dafür aber auf ein Dutzend früherer FFV-Spielerinnen. Zudem hatte RB gar nicht für den Pokal gemeldet. Nach Protest des Gegners liegt die Entscheidung nunmehr beim Sportgericht.

„Wir wollen uns mit allen Vereinen an einen Tisch setzen“, kündigt Kutschker an. Sie sollen bei den Kosten durch die vier Zusatzansetzungen unterstützt werden. Doch das beruhigte die Gemüter wenig. „Der Fairplay-Gedanke wird mit Füßen getreten“, sagt Coach Kropp enttäuscht. Man habe Zweifel, „ob der SFV sich an seine eigenen hohen Vorgaben zum Thema Fairness selbst hält“, heißt es vom FFC Chemnitz.

Der Sächsische Fußballverband weist den Vorwurf, einen einzelnen Verein zu bevorzugen, zurück. 

Thomas Fritz

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