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Gladbach wirbt RB Leipzig 16-jähriges Talent ab

Gladbach wirbt RB Leipzig 16-jähriges Talent ab

Sommerferien? Von wegen. Ibiza-Urlaub? Geschenkt. Für Bastian Strietzel beginnt am Freitag ein neuer Lebensabschnitt. Zugleich ging für den RB-Fußballer ein Traum in Erfüllung.

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RB-Linksfuß Bastian Strietzel (16) ist seit Freitag ein Gladbacher.

Quelle: privat

Leipzig. Ist es der Start in eine Profi-Karriere? Der 16-Jährige bezog 520 Kilometer vom Elternhaus entfernt sein Internatszimmer. Eigentlich ist er seit der Kindheit HSV-Fan. „Wenn es um eine hervorragende Nachwuchsarbeit geht, ist für mich Borussia Mönchengladbach in Deutschland führend", sagt der Gymnasiast.

Gerade hat er die zehnte Klasse beendet. Die Gladbacher warben erfolgreich um die Gunst des Leipzigers, der seine Karriere bei der SG Lausen und dem FC Sachsen begann. Doch muss ein junger Leipziger Kicker heutzutage noch seine Heimat verlassen? Vater Falk hätte diese Frage bis zum vergangenen Jahr verneint. Dann bemühten sich die Gladbacher ebenso wie der VfL Wolfsburg und der VfB Stuttgart offenbar intensiver um den Sohnemann als die RB-Chefs, was wiederum mit verschiedenen Spiel-Philosophien und Auffassungen über die Definition Talent zu tun haben dürfte.

Nach dem emotionalen Abschied von seinen Freunden der Leipziger U16 war bei Bastian Strietzel diese Woche von Wehmut wenig zu spüren. „Die Freude über die Herausforderung überwiegt", sagt der linke Innenverteidiger und Linksfuß, der seit dem Sichtungsturnier vor zwölf Monaten in Duisburg – im Volksmund Fleischbeschau genannt – im Fokus der Gladbacher Scouts und anderer Talente-Späher steht. In dieser Phase unterschrieb die Familie auch einen Vertrag mit der Spielerberater-Firma Rogon, die Profis wie Luiz Gustavo oder Kevin-Prince Boateng betreut.

Stolz sind die Strietzels, dass Bastian eines von nur zwölf Zimmern im Gladbacher Internat direkt im Stadion erhielt. Mit der aus Magdeburg stammenden Herbergsmutter stimmte die Chemie auf Anhieb. „Ich falle aus dem Bett und bin direkt beim Training oder im Speiseraum mit Vollverpflegung", so der Filius.

Dass er das Abitur in den kommenden drei Jahren nicht wie in Leipzig an einem Sportgymnasium, sondern einer Gesamtschule macht, habe auch Vorteile. Die Fehltage werden sich rigoros verringern. Denn in der Staffel West der U17-Bundesliga erwarten ihn Tagestouren, während RB zu vielen Auswärtsspielen schon freitags anreist. Inklusive Auswahl-Lehrgängen kämen so in Leipzig schnell 40 oder 50 Fehltage zusammen, was nicht alle Eltern begrüßen.

Auch sportlich tut ihm der Weggang nicht sehr weh: „Die Spielphilosophie bei RB gefällt mir nicht." Bastian Strietzel wird ein gutes Auge für den öffnenden Flachpass nachgesagt. Doch das gepflegte Kurzpass-Spiel mit Fokus auf den Ballbesitz ist im Hause Rangnick weniger gefragt. Hatten die Gladbacher Scouts das richtige Händchen? Die Zukunft wird es zeigen.

Frank Schober

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