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Nachwuchstransfer: Keeper von RB Leipzig wechselt zum FC Bayern

Von Leipzig nach München Nachwuchstransfer: Keeper von RB Leipzig wechselt zum FC Bayern

RB Leipzigs U16-Torhüter Ron-Thorben Hoffmann folgt Profi Joshua Kimmich zum Rekordmeister nach München. Der Werdegang des jungen Keepers liest sich wie der eines Vollprofis.

Keeper Ron-Thorben Hoffmann (M.) kann auch Tore schießen.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Dass Zweitliga-Mittelfeldabräumer Joshua Kimmich im Sommer RB Leipzig in Richtung Bayern München verlässt, ist seit Anfang des Jahres klar. Jetzt ist ein spektakulärer Wechsel aus den Reihen der RB-Nachwuchsteams bekannt geworden. Ron-Thorben Hoffmann, aktuell Torhüter der U16-Regionalliga-Mannschaft des Leipziger Zweitligisten, tritt denselben Weg an.

Es war ein Turnier im Juli 2014. In Salzburg trafen sich die C-Junioren-Teams aller Red-Bull-Vereine und weitere Größen des internationalen Fußballs, darunter auch die Bayern mit ihrer U15, zu einem Kräftemessen. Für Hoffmann sollte das ein ganz besonderer Tag werden: „Da sind sie auf mich aufmerksam geworden“, erzählt er noch heute freudestrahlend. Gemeint sind die Scouts und U15-Trainer des Deutschen Meisters.

Dass Joshua Kimmich RB Leipzig in Richtung Bayern München verlässt, ist seit Anfang des Jahres klar. Jetzt ist ein spektakulärer Wechsel aus den Reihen der RB-Nachwuchsteams bekannt geworden. Ron-Thorben Hoffmann, aktuell Torhüter der U16-Regionalliga-Mannschaft des Leipziger Zweitligisten, tritt denselben Weg an.

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Einmal gut und gleich zu Bayern, lautet ein bekanntes Vorurteil - ist das so? „Sie haben mich dann noch einmal auf Videos gesehen und beim Bundesvergleich der Landesauswahlen beobachtet“, erklärt der großgewachsene junge Mann. Muskelmasse darf er noch zulegen, er wirkt nicht wie ein Oliver Kahn, eher wie ein Spargeltarzan. Aber auch ein Manuel Neuer hat bekanntlich nicht viel auf den Rippen. Hoffmann spielt in der sächsischen Landesauswahl, war schon bei einem Lehrgang der Nationalmannschaft eingeladen, gehört dort zum erweiterten Kreis. Sein Werdegang liest sich wie der eines Vollprofis: Der Lauf durch die Nachwuchsleistungszentren begann bei Hansa Rostock, führte über Hertha BSC zu RB Leipzig. „Als ich zu RB kam, war ich nur ein stinknormales Talent, doch das super Torwarttraining hier hat mich weitergebracht“, zeigt er sich dankbar. Und jetzt? „Bayern ist die einzige Steigerung zu RB im Nachwuchs - das ist für mich der nächste Schritt“, meint er selbstbewusst.

Stellt sich nur die Frage, wie so ein Wechsel genau abläuft. Die Antwort in Kurzform: Wie bei den Profis. Hoffmann hat seit der U15 einen Spielerberater, schwärmt: „Das war ein großes Glück für mich und meine Familie.“ Keine Angst, dass der nur Geld machen will? „Das ist ein junger Mann, dessen Ziel es ist, Spieler nach oben zu bringen“, will er von so etwas nichts wissen.

Am Wochenende stand die neue Münchner Torwarthoffnung noch für RB Leipzig im Kasten. Mit der U16 in der fast nur mit älteren Jahrgängen besetzten U17-Regionalliga, Gegner zuhause war Babelsberg. Obwohl Hoffmann kaum etwas zu tun bekam, es waren fast schon Bayern-Verhältnisse bei der Chancenarmut des Kontrahenten, setzte er sich doch ein paar Mal in Szene.

Neunte Minute: Gästeakteur Daniel Juhasz zog einen Freistoß von der linken Seite um die weiße Zwei-Mann-Mauer. Hoffmann reagierte spät, der Ball senkte sich unglücklich rein - 0:1. „Der war eklig angeschnitten. Ich weiß nicht, ob es ein Fehler von mir war, aber auf jeden Fall war es sehr ärgerlich“, räumte Hoffmann ein.

Glücklicher waren seine weiteren Aktionen, Mitte der zweiten Halbzeit kam er rustikal aus dem Tor, schnappte sich den Ball knapp vor zwei auf ihn zu eilenden Angreifern, die den Treffer schon vor Augen hatten. Zu guter Letzt war er beim sensationellen Siegtreffer in der dritten Minute der Nachspielzeit beteiligt. Sein langer Flugball von der Mittellinie kam genau im richtigen Moment vom Himmel, sodass Teamkollege Felix Schimmel nach verpasster Abwehr der Potsdamer zum Fallrückzieher ansetzen konnte. Artistische Perfektion, 2:1, die RB-U16 siegte mit Bayern-Dusel. „So ein Tor habe ich zuletzt im Kleinfeld gemacht“, kramte der Torschütze in seiner Erinnerungsschatzkiste.

U16-Trainer Sebastian Hoeneß pustete an der Seitenlinie kräftig durch, strahlte dann über beide Backen: „So ein schönes Tor so spät, das habe ich noch nicht erlebt.“ Verrückt, aber wahr: Er ist mit dem Bayern-Hoeneß verwandt. Sebastian ist der Sohn von Dieter Hoeneß, des ehemaligen Bundesliga-Managers bei Hertha BSC, und damit Neffe vom Ex-FCB-Präsidenten Uli. „Mein Onkel verfolgt schon genau, was in Leipzig passiert“, sagte Sebastian Hoeneß. Nächste Saison wird sein Team die Bundesliga-Meisterschaft anpeilen, leider ohne den neuen Bayern-Keeper.

Petrick Frenzel

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